NLA-Playout

Endinger Tränenmeer nach Abstieg in NLB: «Ich bin in erster Linie wütend»

Der TV Endingen verliert die Finalissima gegen GC Amicitia am Sonntagnachmittag mit 22:25 und steigt in die NLB ab. Zum vierten Mal in Serie müssen die Zurzibieter im Jahr nach dem Aufstieg direkt wieder den Gang in die Zweitklassigkeit antreten.

Tränen, Tränen und nochmals Tränen. Nach der Schlusssirene bleibt auf der Endinger Bank kaum ein Auge trocken. Hemmungslos lassen die Spieler ihren Emotionen freien Lauf. Trainer, Eltern und Freundinnen versuchen, Trost zu spenden. Allein, das alles hilft in diesem Moment nichts.

Abstieg als logische Konsequenz

Der TV Endingen muss zurück, zurück in die NLB. Dabei hatte es doch so gut ausgesehen, vor zwei Wochen noch, als der TVE nach den ersten beiden Partien der Playout-Serie gegen GC Amicitia Zürich scheinbar vorentscheidend mit ebenso vielen Siegen 2:0 in Führung gelegen hatte.

Aber nach der 22:25-Niederlage vom Sonntag verkommt das alles zur Makulatur. Eine schöne Erinnerung an Zeiten, in denen alles noch gut ausgesehen hatte. Denn innert 14 Tagen und drei Partien hat der TVE gleich drei Chancen ausgelassen, es nicht geschafft, die Serie mit einem dritten Sieg zu beenden. Die logische Konsequenz: der Abstieg in die NLB, nur ein Jahr nach dem Aufstieg ins Oberhaus des Schweizer Handballs.

Es ist das vierte Mal in Serie, dass es den Zurzibietern genau so ergeht. Auch nach den Aufstiegen 2007, 2009 und 2011 musste der TV Endingen jeweils in der Folgesaison sofort wieder runter. Nur ein Mal, nach dem Aufstieg 1996, dauerte die A-Klassigkeit länger an. Gleich sieben Saisons hielt sich der Verein damals in der NLA.

Tränen der Enttäuschung, aber auch Wut

Der Traum, nach dem Aufstieg vom vergangenen Frühling eine ähnliche Serie hinzulegen, ist ausgeträumt. Stattdessen gibt es am Sonntagnachmittag kurz nach 17.30 Uhr in der Zürcher Saalsporthalle vor 1338 Zuschauern ein Zurzibieter Tränenmeer. Es sind Tränen der Enttäuschung – aber nicht nur. «Ich bin in erster Linie wütend», sagt TVE-Geschäftsführer Christian Villiger.

TVE-Geschäftsführer Christian Villiger: «Das geht ans Herz – ich aber bin wütend»

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«Darüber, dass wir die gute Ausgangslage nicht genutzt haben – und das, obwohl wir meiner Meinung nach über die gesamte Serie das bessere Team waren.» Das mag zwar stimmen, aber was am Ende zählt, ist nun einmal die nackte Wahrheit auf der Resultattafel. Das sieht auch Trainer Zoltan Majeri so: «Wir hatten unsere Chancen. Aber in den entscheidenden Phasen haben wir versagt. So gehören wir nicht in die NLA.»

TVE-Torhüter Claudio Boccarelli: «Das ist sehr bitter für uns, wir waren mehrmals so nahe dran»

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Die Geschichte von Spiel 5, der Finalissima gegen den Abstieg, ist schnell erzählt. Der TVE erarbeitete sich dank eines guten Starts bald einmal eine Dreitore-Führung, verspielte diese aber in den Minuten vor der Pause (12:12). Bis zur 35. Minute hatten sich Captain Christian Riechsteiner und Co. bereits einen Dreitore-Rückstand eingehandelt, den sie bis zur Schlusssirene nicht mehr aufzuholen vermochten.

Vierter Abstieg mit dem TVE

«Ich fühle eine grosse Leere in mir. Wir wussten, dass einer absteigen muss. Leider sind wir es jetzt, das ist ganz bitter», sagt Riechsteiner. Dem Endinger Urgestein geht der Abstieg besonders nahe. Kein Wunder: Kaum einer verkörpert den TVE so sehr, wie der 28-Jährige, der seine gesamte bisherige Karriere im Klub verbracht hat. Doch am Ende hilft auch seine grosse Erfahrung nichts. Zum vierten Mal steigt der teaminterne Topskorer mit dem TV Endingen ab.

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Vor der Saison hätte kaum jemand auf den Ligaerhalt des Aufsteigers gewettet. Vor Beginn der Playout-Serie aber drehte der Wind: Plötzlich galt der TV Endingen im Duell mit GC Amicitia als Favorit. Diese Rolle aber bekam den Zurzibietern nicht gut. Und so endete eine turbulente Saison inklusive Trainerwechsel mit dem Abstieg. Und in bitteren Tränen.

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