Handball
Endinger im Himmel, Suhrer verdrücken Tränen nach Aufstiegsshowdown

Der TV Endingen setzt sich im Derby gegen den HSC Suhr Aarau hauchdünn mit 30:29 (14:13) durch. Damit haben die Surbtaler die Tabellenführung in der NLB erobert und damit die beste Ausgangslage, den direkten Aufstieg ins Oberhaus zu schaffen.

Alexander Wagner
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Die Sekunde nach der Sirene: Endingens Spieler und Fans jubeln, beim HSC Suhr Aarau herrscht grenzenlose Enttäuschung.

Die Sekunde nach der Sirene: Endingens Spieler und Fans jubeln, beim HSC Suhr Aarau herrscht grenzenlose Enttäuschung.

Foto Wagner

Es waren noch vier Sekunden zu spielen, als der HSC Suhr Aarau einen Freiwurf zugesprochen bekam. Doch Endingens Goalie Dominic Rosenberg brachte irgendwie die Hand an den Ball, der an den Pfosten prallte und von da ins Out sprang.

Danach brachen alle Dämme: Die Endinger feierten überschwänglich den Derbysieg und damit verbunden die Rückkehr an die Tabellenspitze, während es die Suhrer nicht fassen konnten. Ljubomir Josic war untröstlich und musste gleich von mehreren Kollegen wieder aufgebaut werden. Auch sonst verdrückte der eine oder andere Suhrer Akteur eine Träne.

Mathias Kasapidis (links) und seine Suhrer werden von Endingen (hier Nemanja Sudzum) zu Fall gebracht.
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Ljuboir Josic (Mitte) umringt von Severin Kaiser, Sebastian Kaiser und Lukas Schubnell (v.l.n.r)
Ljubomir Josic (vorne) im Zweikampf mit Severin Kaiser (hinten)
Erneut versucht Ljubomir Josic (links) sich gegen Severin Kaiser (rechts) vor vollen Zuschauerraengen im Tägi in Wettingen durchzusetzen.
Volle Halle im Tägi in Wettingen.
Simon Huwyler (rechts) versucht gegen Goalie Marco Wyss ein Tor zu erzielen
Nemanja Sudzum (rechts) gegen Misha Kaufmann (links)
Die letzte Szene des Spiels: Freiwurf für Suhr.
Ljubomir Josic von Suhr kann es nicht fassen.
Patrick Strebel (Mitte) gegen Goalie Dominic Rosenberg (links) und Sebastian Kaiser (rechts).

Mathias Kasapidis (links) und seine Suhrer werden von Endingen (hier Nemanja Sudzum) zu Fall gebracht.

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Dominantes Heimteam

Die Surbtaler erwischten den besseren Start und lagen nach zehn Minuten bereits mit 7:3 in Führung. Doch Suhr Aarau liess sich nie abschütteln und nach 45 Minuten war wieder Gleichstand. Doch abermals konnten die Endinger im proppenvollen Tägi in Wettingen davonziehen und sich einen Vorsprung von fünf Treffern erarbeiten. «Aber einige meiner Spieler haben wohl fünf Minuten vor dem Ende schon zu stark gejubelt», meinte Endingens Trainer Zoltan Cordas. Suhr kam nochmals bis auf ein Tor heran, doch zu mehr reichte es nicht mehr.

Endingen mit allen Trümpfen

Damit steht Endingen an der Tabellenspitze und muss in den letzten beiden Runden noch gegen Basel und zum Abschluss im Derby gegen Baden antreten. Suhr trifft auf Kreuzlingen und ebenfalls auf das drittplatzierte Basel. «Ein Spiel ist erst nach 60 Minuten entschieden, und auch die Meisterschaft ist nicht zwei Runden vor dem Ende fertig», meinte Cordas fast schon philosophisch.

Fest steht, dass ein Aargauer den direkten Aufstieg in die NLA schafft und das zweite Team aus dem Rüeblikanton in der Barrage gegen Stäfa um den letzten Platz im Oberhaus sticht.

Kleinigkeiten entschieden

Was die beiden Fanlager veranstalteten war fantastisch, das Derby war beste Werbung für den Handball. Am Ende entschieden ganz kleine Details für Endingen. «Unser Überzahlspiel war nicht gut. Wir haben zu viele Chancen vergeben und zu viele Strafen kassiert», meinte Suhr-Aarau-Trainer Patrik Fend. «Wir schafften nie den Wendepunkt», sagte Kreisläufer Mathias Kasapidis, weil sein Team fast immer einem Rückstand hinterherrennen musste. «Und das ist auch psychisch schwierig, weil wir nie in Führung gehen konnten.»

Cordas, der früher auch Suhr trainierte und fast nie zufrieden ist, analysierte: «Ich denke insgesamt gesehen haben wir verdient gewonnen, aber in den letzten zwei Minuten haben wir uns aus dem Konzept bringen lassen.» Diese zwei Minuten brachte sein Team dank Rosenberg aber irgendwie über die Runden. Aber auch Suhr hat es noch in den eigenen Händen, wie fast alle Protagonisten betonten. Und falls Endingen sich keinen Ausrutscher mehr erlaubt, können es die Suhrer über den Umweg der Barrage schaffen.

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