Handball
Endingens Trainer Zoltan Cordas bricht beim Aufstiegsknüller zusammen

Statt im Quasie-Aufstieg endete die NLB-Partie zwischen Endingen und dem RTV Basel tragisch und vorzeitig – wegen des Zusammenbruchs von Endingen-Trainer Zoltan Cordas. Endingen verlor das Match und wurde von Suhr Aarau überholt.

Jörg Greb
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Zoltan Cordas am Sonntag in der Tägerhardhalle Wettingen – Minuten vor seinem Zusammenbruch.
8 Bilder
Zusammenbruch von Endingen-Trainer Cordas
Nemanja Todorovic (RTV) gegen Christian Riechsteiner (13).
Lukas Riechsteiner (TVE) gegen Igor Stamenov (10)
Severin Kaiser (TVE) gegen Goalie Pasca Stauber.
Leonard Pejkovic (TVE).
Sebastian Kaiser (TVE) gegen Martinez (rechts) und Hofstetter
Severin Kaiser (TVE) gegen Vukelic (rechts) und Stamenov.

Zoltan Cordas am Sonntag in der Tägerhardhalle Wettingen – Minuten vor seinem Zusammenbruch.

Otto Lüscher

Und plötzlich hat alles Vorangegangene keine Bedeutung mehr. Nicht die Hektik, der Kampf, die Spannung. Wenn es um Leben und Tod geht, tritt anderes ins Zentrum. Rot und Schwarz standen eng zusammen, Endinger und Basler, Arm in Arm. Keine Worte, kaum Bewegungen. Dafür Trauer, Fassungslosigkeit, Tränen.

Arztsuche übers Mikrofon

Statt im erhofften Quasiaufstieg endete die NLB-Partie zwischen Endingen und dem RTV Basel tragisch und vorzeitig – wegen des Zusammenbruchs von Endingen-Trainer Zoltan Cordas.

Was war geschehen? Gut 57 Minuten waren gespielt, als sich die Aufmerksamkeit schlagartig in Richtung Endinger Bank richtete. Dort war Zoltan Cordas, deren 51-jähriger Trainer, zusammengebrochen und vornübergeknickt. Nach einem Arzt wurde übers Mikrofon gerufen. Die Sanität alarmiert. Erste Hilfe geleistet. Und eine Betroffenheit, Sprachlosigkeit, Machtlosigkeit machte sich in der ganzen Tägerhard-Halle breit.

Das Sportliche war zur Bedeutungslosigkeit verkommen. Die Schiedsrichter, der Delegierte des Verbandes sowie die Vertreter beider Vereine einigten sich darauf, die bei 58:33 Minuten angehaltene Matchuhr weiterlaufen zu lassen und so den Zwischen- zum Endstand zu machen.

Nervenflattern im Spiel

Um Sport war es aber zuvor gegangen. Um Kapitales. Um Entscheidendes. Nicht weniger stand auf dem Spiel, als dass der RTV Basel für den TV Endingen die letzte ernstzunehmende Hürde dargestellt hatte auf dem Weg zurück in die Nationalliga A. Ein Sieg gegen die zuvor in neun Partien ungeschlagenen Basler, aber nicht mehr in den Aufstiegskampf involvierten Basler, war Wunschvorstellung der Endinger.

Doch die Stilsicherheit, die Souveränität auf dem Feld fehlte. Die junge Equipe hatte das Nervenflattern, und die Basler setzten je länger, je mehr zu einem Siegeszug an. Nachdem die Gäste in der 15. Minute erstmals in Führung gegangen waren, lagen sie nur noch einmal, drei Minuten später, zurück. Zumindest bis zur Pause schien allerdings noch alles offen. Auch wenn wenig passte, lagen die Endinger nur 14:15 zurück.

Nach der Pause aber wuchs die Differenz innert acht Minuten auf fünf Treffer an. Und am Verdikt änderte sich nichts mehr nachhaltig. Im Gegenteil, bis zum tragischen Zwischenfall und dem Abbruch zogen die Basler auf 35:27 weg.

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