Handball
Endingens Trainer liest den Spielern nach Derby-Niederlage die Leviten

Suhr Aarau gewinnt das NLB-Derby gegen Endingen 33:31. Die Equipe von Coach Fend zeigte sich vom Cup-Aus gegen Stäfa bestens erholt. Derweil Patrick Romann als Matchwinner gefeiert wurde, entschuldigte sich Endingens Trainer bei den Zuschauern.

Daniel Weissenbrunner
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Impressionen vom Match Endingen gegen Suhr Aarau
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Endingens Christian Riechsteiner (Mitte) gegen Calle Ekberg (links) und Patrick Strebel. Quelle: Alexander Wagner
Endingens Nemanja Sudzum (in Rot) gegen Patrick Romann. Quelle: Alexander Wagner
Suhrs Armin Sarac (in Schwarz) gegen Simon Huwyler (links) und Stefan Huwyler. Quelle: Alexander Wagner
Suhrs Trainer Patrik Fend (vorn) ist angespannt. Quelle: Alexander Wagner

Impressionen vom Match Endingen gegen Suhr Aarau

Gut eine halbe Minute vor der Schlusssirene gab es für Zoltan Cordas kein Halten mehr. Der Trainer der Endinger spurtete auf einen der beiden Unparteiischen los und beklagte sich über einen Schrittfehler vor Patrick Romann. Die Schiedsrichter hatten für Cordas Kritik kein Gehör. Die Konsequenz für die Endinger war bitter: Romann sorgte mit seinem zehnten persönlichen Treffer für die Entscheidung in einem hart umkämpften Derby. Auf das 32:31 für Suhr Aarau hatten die Endinger keine Antwort mehr.

Für die Mannschaft von Zoltan Cordas endete die Begegnung ernüchternd. Die Endinger lagen während der gesamten Spielzeit stets mit ein bis zwei Toren in Führung. Was ihnen fehlte, war die nötige Cleverness, um sich den Prestige-Erfolg gegen den Kantonsrivalen zu sichern.

Cordas ging nicht nur mit den Schiedsrichtern hart ins Gericht. Nach Spielschluss beorderte er sein Team umgehend in die Kabine und las ihm minutenlang die Leviten. «Ich bin extrem enttäuscht von meiner Mannschaft. Sie hat den Auftrag, den ich ihr aufgab, nicht erfüllt. Ich möchte mich dafür beim Publikum entschuldigen.»

Übersicht nie verloren

Die 850 mehrheitlich Endinger Zuschauer gingen mit ihrer Mannschaft indessen nicht dermassen hart ins Gericht wie Cordas. Es war eher Mitleid und Trost, den sie den Spielern spendeten. Den Platzherren fehlte jene Abgeklärtheit, die Suhr Aarau gestern auszeichnete.

Die Equipe von Patrik Fend zeigte sich vom Cup-Aus am Dienstag gegen Stäfa bestens erholt. «Wir haben die Ordnung nie verloren und uns in den letzten Minuten des Spiels besser bewegt», fand der Gäste-Trainer. In der Tat agierte sein Team erstaunlich routiniert. Als vier Minuten vor dem Ende die Endinger das 31:29 erzielten, brach in Fends Team keine Hektik aus. Allen voran Patrick Romann behielt die Übersicht und krönte seine Leistung mit dem «Game-Winning»-Goal.

Der Matchwinner gab das Kompliment an seine Kollegen weiter. «Die Stimmung bei uns ist hervorragend, ansonsten wäre eine solche Reaktion nicht möglich gewesen», ist sich Romann sicher.
Derweil konnte der beste Torschütze der Endinger nur ungläubig den Kopf schütteln. «Wir hatten nicht das nötige Glück», analysierte Christian Riechsteiner, der siebenmal traf. Seine Beurteilung entsprach nur der halben Wahrheit. Suhr Aarau hatte sich das vermeintliche Glück redlich erarbeitet.

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