Youngster Fabian Spuler startete im Tor der Endinger. Er machte die ersten wichtigen Erfahrungen gleich zu Spielbeginn, gab sein Bestes – doch der Einstand fiel doch etwas hart aus. Die Defensive noch nicht richtig sortiert, die Thuner Schüsse schnell, hart und ohne Gegenwehr – so hatte Spuler wenig Möglichkeiten seine Vorderleute zu stärken.

Die ersten leichteren Unsicherheiten der Gäste aus dem Surbtal wurden ohne Zimpernzucken bestraft, schon nach wenigen Minuten waren die Endinger mit vier Toren im Hintertreffen.

Das schnelle Umschaltspiel forderte grosse Konzentration und gutes Stehvermögen. Die Endinger fanden immer besser ins Spiel und hielten phasenweise sehr gut mit. Die eigenen Tore fielen, der Angriff konnte sich erfolgreich in Szene setzen. In der Abwehr klappte es leider nicht nach Wunsch.

Es fielen Torschüsse von allen Positionen. Doch Wittlin, Sarac, Riechsteiner und Knecht bissen sich am tollen Thuner Keeper Winkler die Zähne aus.

Routinier Busa als sicherer Wert

Mit dem Teamtimeout kam Gabor Busa, noch sehr angeschlagen von der überstandenen Bronchitis, und brachte die dringend benötigte Sicherheit für seine Vorderleute. Erfolgreich brachte er die Thuner Lokomotive ins Stocken und zeigte sich bestens zwischen den Endinger Pfosten. Busa verhinderte massgeblich durch tolle Paraden und gute Reaktionen eine noch weitere Vergrösserung der Tordifferenz und so wurde ein fiebriger, geschwächter Busa nach dem Spiel zum besten Spieler der Gäste gewählt.

Gegen Ende der ersten Halbzeit verloren die Endinger wieder leicht den Faden, vergaben zwei, drei sichere Torchancen und mussten Wacker wegziehen lassen. Die Konzentration liess phasenweise nach und die Würfe auf das gegnerische Tor kamen zu ungenau. Wacker zog auf und davon, der Pausenstand von 18:8 zeigte die Kräfteverhältnisse klar auf.

Zupackende Startphase

Die Endinger kamen mit deutlich mehr Selbstvertrauen aus der Kabine heraus. Die Tore fielen plötzlich mit einer scheinbaren Leichtigkeit, doch auch Wacker zeigte sein Potential. So fielen die Tore beidseitig, die Zuschauer konnten sich über tolle taktische Spielzüge freuen. Die Endinger kamen bis zehn Minuten vor Schluss auf eine gute Tordifferenz von sieben Toren heran, konnten diesen Abstand aber leider nicht halten.

Endinger wieder als Einheit

Christian RIechsteiner hatte sein Team gut im Griff. Er motivierte aus allen Lagen, lautstark unterstützt von Simon Huwyler und Simon Wittlin. Engagement und ein guter Zug aufs Tor reichten aber gegen eine Topmannschaft wie Wacker Thun nicht aus. Nach kämpferischen sechzig Minuten trennten sich die Teams mit 32:20.

Handball ist Kopfsache. Ein grosser Teil des Erfolges ist mentaler Natur. Die Endinger standen physisch Wacker in nichts nach, ob die taktische Sicherheit mit zunehmendem Druck nachliess oder ob die mentale Stabilität ausschlaggebend war, lässt isch als Betrachter nicht sagen. Beide verletzten Endinger Stammspieler Sudzum und Pejkovic verfolgten von der Seitenlinie das Geschehen. Beide waren sich einig: „Es ist wesentlich schwerer von aussen das Geschehen zu begleiten und nicht eingreifen zu können, als wenn man aktiv mitwirken kann. Es tut weh, nur passiver Zuschauer zu sein.“  

Wacker Thun - Endingen 32:20 (18:8)

760 Zuschauer. - SR Buache/Meyer. - Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Wacker Thun, 3mal 2 Minuten gegen Endingen.

Wacker Thun: Winkler/Wick (ab 31.); Rubin (7), Suter (5), Giovanelli (2), Glatthard (3), Lanz (2), Caspar, Friedli (1), von Deschwanden (8/5), Stefan Huwyler (3), Krainer (1).

Endingen: Fabian Spuler/Busa (ab 12.)/Grana (für 2 Penaltys); Feldmann, Baumann, Christian Riechsteiner (6/1), Wittlin (4), Kündig, Sarac (2), Knecht (3), Adamcic (1), Schubnell (3), Simon Huwyler (1).

Bemerkungen: Wacker Thun ohne Linder, Dähler und Raemy. Endingen ohne Wildi, Pejkovic und Sudzum (alle verletzt). Verschossene Penaltys: 0:2.