Handball
Endingen träumt vom Final Four: Heute gehts gegen einen harten Brocken

Heute Mittwoch trifft der TV Endingen im Achtelfinal des Schweizer Cups auf Stäfa. Der Gegner also, der den Surbtalern in den letzten Jahren zwei Mal den Aufstieg in die Nationalliga A verwehrt hat.

Fabio Baranzini
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Treffsicherheit: Diese müssen Leo Pejkovic und seine Endinger Teamkollegen gegen Stäfa unter Beweis stellen, wollen sie eine Runde weiter kommen.

Treffsicherheit: Diese müssen Leo Pejkovic und seine Endinger Teamkollegen gegen Stäfa unter Beweis stellen, wollen sie eine Runde weiter kommen.

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An die letzten Duelle mit den Lakers Stäfa hat der TV Endingen keine guten Erinnerungen. 2014 und 2015 trafen die Endinger in der Barrage im Kampf um den Aufstieg in die Nationalliga A auf das Team vom rechten Zürichseeufer. Beide Male mussten sie sich geschlagen geben und verpassten so die Promotion in die höchste Liga. Von den vier Partien gegen die Zürcher hat der TV Endingen damals bloss eine einzige gewinnen können: Im Hinspiel im Jahr 2015 siegten die Surbtaler zu Hause mit 30:28.

In der Zwischenzeit sind die Zürcher ebenfalls in der Nationalliga B angekommen und dürfte der wohl stärkste Konkurrent der Endinger im Kampf um den Aufstieg sein. Es überrascht daher nicht, dass die beiden Teams in der Nationalliga B nach sieben gespielten Runden an der Tabellenspitze liegen. Die Lakers stehen mit sechs Siegen und einem Unentschieden auf Platz eins. Dahinter folgen die Endinger mit einem Punkt Rückstand. Die Partie von heute Abend (20 Uhr, GoEasy-Arena) ist damit ein vorgezogenes NLB-Spitzenspiel und gleichzeitig auch das erste direkte Kräftemessen der beiden Aufstiegsaspiranten in der laufenden Saison. «Wir haben zwar in der Vorbereitung ein Testspiel gegen die Lakers gewonnen, aber das war kein Gradmesser, da einige Spieler gefehlt haben», so TVE-Captain Christian Riechsteiner.

Der Endinger Rückraumspieler stand auch bei den beiden schmerzhaften Barrage-Niederlagen gegen Stäfa auf dem Feld. Dennoch hegt er vor dem heutigen Cupspiel keine besonderen Revanchegelüste. «Natürlich wollen wir gewinnen. Aber die beiden Duelle liegen schon weit zurück. Stäfa hat mittlerweile eine völlig andere Mannschaft und wir haben in der letzten Saison die Barrage gegen Gossau gespielt», sagt der 26-Jährige.

Auch für Christian Villiger spielen die letzten Begegnungen gegen Stäfa im Hinblick auf das Cupspiel «keine Rolle». Für den Geschäftsführer des TV Endingen sind die Lakers gar das perfekte Los. «Wir träumen davon, dass wir uns nach 2013 zum zweiten Mal für das Final Four qualifizieren können. Gegen Stäfa haben wir ein attraktives Duell auf Augenhöhe und haben so die Chance, uns für die Viertelfinals zu qualifizieren. Hätten wir gegen Wacker Thun oder Kadetten Schaffhausen spielen müssen, wären unsere Chancen deutlich kleiner gewesen.»

Heimpublikum als Vorteil

Auch aus wirtschaftlichen Gründen ist der Schweizer Cup für die Endinger attraktiv. «Jeder sportliche Anlass ist für uns ein Mehrwert und ein weiterer Auftritt für unsere Partner», so Villiger. «Wenn wir viele Zuschauer haben, lohnt es sich auch finanziell. Sollten wir uns für die Viertelfinals qualifizieren und dort einen richtig guten Gegner erwischen, kann das nächste Cupheimspiel auch wirtschaftlich interessant werden.»

Noch ist es aber nicht so weit. Das Kräftemessen mit dem NLA-Absteiger wird kein Selbstläufer. Dessen sind sich sowohl Villiger als auch Riechsteiner bewusst. «Es wird ein Spiel mit vielen Emotionen geben, wobei ich die Lakers leicht in der Favoritenrolle sehe», sagt Riechsteiner. Christian Villiger glaubt, dass der Heimvorteil den Unterschied ausmachen kann. «Wir haben ein treues Publikum. Ich rechne damit, dass wir rund 800 Zuschauer haben werden, die unsere Mannschaft nach vorne peitschen.»