Auf der Uhr war noch eine Sekunde zu spielen. Suhrs Patrick Romann, der eine grosse Partie spielte, hatte den durchgebrochenen Lukas Schubnell gefoult und es gab einen Penalty. Christian Riechsteiner übernahm die Verantwortung und verwandelte sicher gegen Goalie Marco Wyss. Damit sicherte er den Surbtalern einen Punkt, den seine Mannschaft wie einen Sieg feierte.

Nicht zu viele Gedanken

Zu viele Überlegungen konnte und wollte sich der Schütze vor dem finalen Schuss nicht machen: «Ich hatte diese Situation schon fünf oder sechs Mal in der NLA. Da muss man einfach alle Gedanken wegschieben», erklärte er sichtlich erleichtert. Am Ende hatte Riechsteiner alle sieben Penalties verwandelt und elf Treffer in seiner persönlichen Statistik. Damit war er klar der beste Torschütze auf dem Platz.

Nur scheinbar der sichere Sieger

Trotz des Unentschiedens schlichen die Suhrer wie Verlierer aus der prall gefüllten Schachenhalle: Drei Minuten vor dem Ende führten die Suhrer mit 30:26 scheinbar vorentscheidend. Doch Endingen gab nie auf und Suhr kassierte eine Zeitstrafe nach der anderen. 60 Sekunden vor dem Ende gelang Endingen der Anschlusstreffer. Danach scheiterte der unermüdliche Kämpfer Patrick Strebel, der bereits nach 18 Minuten zwei Zeitstrafen auf seinem Konto hatte, an Endingens Goalie Dominic Rosenberg. Es waren noch 26 Sekunden zu spielen und Endingens Trainer Zoltan Cordas nahm sein letztes Time-Out, um den finalen Angriff vorzubereiten. Der Rest ist bekannt und das Derby endete, letztlich leistungsgerecht mit einer Punkteteilung.

Begonnen hatte die Partie wie fast jedes Derby zwischen den Ost- und den Westaargauern: Suhr hatte alles im Griff, Endingen agierte vorsichtig und wirkte fast schon gehemmt. Doch je länger die Partie dauerte, desto besser kamen die Endinger in Fahrt und die hart umkämpfte Partie begeisterte die 1100 Zuschauer in Aarau. Bis zum Seitenwechsel konnte sich kein Team einen Vorsprung herausarbeiten.

Suhr sah wie der Sieger aus

Im zweiten Umgang kam dann Suhr besser in Fahrt und schien sich abzusetzen. Doch die letzten Minuten änderten nochmals alles. «Wir haben am Ende einfach wie eine Juniorenmannschaft gespielt. Wir haben uns am Schluss etwas doof angestellt. Zudem haben die Schiedsrichter etwas nachgeholfen», haderte Suhrs Trainer Patrik Fend sowohl mit der Leistung seines Teams als auch den letzten Entscheidungen der Unparteiischen. Endingen war eigentlich schon geschlagen und es sah so aus, dass auch dieses Derby so enden würde wie immer: Endingen gab alles und am Ende jubelt doch Suhr. Doch angeführt von Riechsteiner und Nemanja Sudzum kamen die Surbtaler nochmals zurück: «Vielleicht hatten wir am Ende einfach das bisschen mehr Energie als Suhr», meinte der sechsfache Torschütze. Und dies, obwohl er von der ersten Sekunde an von Romann mit einer Sonderbewachung aus dem Spiel genommen wurde.

Damit bleiben sowohl Suhr als auch Endingen an der Tabellenspitze. Die einzige Niederlage steckten beide gegen Yellow ein. Auch wenn es sich für Suhr wie eine Niederlage anfühlte, so war dieses Derby doch Werbung für den Handballsport.