Handball NLB
Endingen holt sich souverän den Derbysieg gegen Siggenthal

Die GoEasy-Sportarena war gut besucht, die Erwartungshaltung bei allen Zuschauern hoch. So hofften die Endinger Fans auf attraktiven, schnellen Handball. Die Frage war, ob Siggenthal an die Leistungen der Vorwoche gegen den Tabellenersten Lakers Stäfa würde anknüpfen können. Sie konnten nicht.

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Der Torhüter des TV Endingen Ferrante hat das Spiel klar mitentschieden.

Der Torhüter des TV Endingen Ferrante hat das Spiel klar mitentschieden.

Pedro Gisin

Der TV Endingen tat sich in den ersten Minuten schwer. Obwohl die Defensive von Beginn an gut platziert war, stimmte die allgemeine Abstimmung im Angriff nicht. Eine hohe Nervosität war spürbar. Viele technische Fehler und überhastete Torschüsse liessen den Siggenthalern immer wieder die Möglichkeit zu schnellen Gegenstössen, die sie auch entsprechend verwandelten.

Langsam kamen die Surbtaler auf Touren. Routiniert kam der erwartete Ausgleichstreffer in der achten Minute, nachgedoppelt mit einem schön herausgespielten Tor und der TV Endingen ging erstmalig in Führung. Eine Führung, die das Team nicht mehr abgeben sollte.

Kompakte Defensive

Abwehrchef Simon Huwyler hatte seine Mannen im Griff. Die Defensive stand offen und doch kompakt, so dass Siggenthal eins ums andere Mal über die angedrohte Zeitstrafe abschliessen musste. Sie konnten den Abwehrgürtel nicht knacken. Doch dauerte es auf Endinger Seite einige Minuten, bis die Tore fielen und die Mannschaften beim Pausenstand von 8:14 in die Kabine konnten.

Überragender Torhüter Ferrante

Torhüter Dario Ferrante hatte einen ausserordentlichen Tag erwischt. So erwies er sich als Strafwurfschreck, denn er parierte alle vier Würfe gnadenlos und wurde entsprechend lautstark bejubelt. Mit einer Quote von 58% hielt er seinen Kasten sauber, gewann immer mehr an Sicherheit und strahlte diese während seiner Spielzeit denn auch aus. In der zweiten Halbzeit musste er gerade mal 2 Tore innerhalb von dreizehn Minuten hinnehmen.

Stimmungsvolle Fans

Die Fans auf beiden Seiten feuerten ihre Mannschaften lautstark und wirkungsvoll an. Unterstützt wurden die Teams auch durch die wohlwollenden Bemerkungen des Speakers, der mit viel Spielübersicht die Leistungen auf beiden Seiten bestens kommentierte.

Sudzum und Pejkovic im Aufwind

Nemanja Sudzum kam sehr gut ins Spiel. Er verwandelte seine Würfe gekonnt effizient und zeigte eine sehr gute Leistung und viel Spielübersicht. Neben ihm tat sich Leonard Pejkovic besonders hervor. Er bestach nicht nur mit seiner Wendigkeit am Kreis, sondern auch mit den abgeklärten Gegenstössen.

Das schnelle Spiel in der zweiten Hälfte machte allen klar, dass sich Endingen den Sieg nicht mehr nehmen lassen würde. Siggenthal ging die Ideen aus und liess die Endinger bis auf zwölf Tore davon ziehen. Der TV Endingen wechselte darauf hin das Team aus und liess möglichst allen Spielern die notwendige Spielpraxis zukommen. Das Spiel flaute ab, die Abstimmungen stimmten nicht mehr und so konnte die HSG bis auf sechs Tore verkürzen.

Ungefährdeter Sieg

Mit 23:29 trennten sich die beiden Mannschaften. Für die Tordifferenz hat der TV Endingen zu wenig getan, doch der ungefährdete Sieg gibt der Mannschaft sicher das notwenige Selbstbewusstsein für die kommenden Spiele.

So zeigte sich Assistenztrainer Arak Kin nach dem Spiel erleichtert und zufrieden. Das erste Spiel gegen seinen langjährigen Stammverein hatte ihm unruhige Tage im Vorfeld eingebracht. Nervös und angespannt vor dem Match, so entspannt war er danach.

«Die Mannschaft hat vor allem in der ersten Halbzeit die Leistung gebracht, die wir erwartet hatten. Im Angriff haben unsere Gegenstösse nicht gegriffen, sonst hat die Mannschaft das Angriffsspiel umgesetzt, das wir im Training einstudiert hatten. Die konsequente Deckungsarbeit passt immer besser.» Dass das Team in der letzten Spielzeit geschwächelt hat, ist für Kin nicht entscheidend, denn die Trainer hätten jeder Zeit Anpassungen vornehmen können.

So liegt der Fokus nun auf dem schweren Cup-Spiel vom kommenden Mittwoch gegen den Tabellen Ersten Lakers Stäfa. Nemanja Sudzum gibt sich mit viel Selbstvertrauen. «Wir haben das Freundschaftsspiel vor der Saison gegen die Lakers klar für uns entschieden. Das Derby heute gegen Siggenthal war mental schwieriger als das Spiel vom Mittwoch. Wir sind stark, spielen schnell und lassen uns nicht so schnell aus dem Tritt bringen.»

Die Mannschaft hofft auf eine volle Halle am Mittwoch. Wenn der Tabellen Erste und der direkte Verfolger aufeinander treffen, dann sollte ein toller Kampf dabei herauskommen. Sudzum geht davon aus, dass ein anstrengendes, hartes Spiel ausgetragen wird. «Beide Mannschaften sind Favoriten für den Aufstieg in die NLA. Die Emotionen werden mitentscheidend sein, wer im Cup eine Runde weiter kommt.»

HSG Siggenthal/Vom Stein Baden - TV Endingen 23:29 (8:14)

GoEasy Sportarena Würenlingen, 550 Zuschauer, SR Abalo/Maurer.

HSG Siggenthal/Vom Stein Baden: Müller, Egloff; Bürli, Burri (1), Egloff (4), Hauller (1), Lässer (3), Meier (2), Merz, Moser M. (3), Moser P. (7), Rosenthal (1), Schmid (1), Steinmann.

TV Endingen: Ferrante, Amrein; Baumann, Feldmann, Huwyler, Knecht (1), Kündig (1), Pejkovic (7), Riechsteiner Ch.