Handball
Endingen geht weiterhin auf Tuchfühlung mit dem Leader

Der TV Endingen gewinnt ein emotionales NLB-Derby gegen Siggenthal/Vom Stein verdient mit 28:24. Damit bleiben die Endinger punktgleich mit dem Kantonsrivalen Suhr-Aarau unangefochten an der Tabellenspitze.

Beat Hager
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Die Siggenthaler schauen Leonard Pejkovic (vorne) fassungslos zu.
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Endingens Christian Riechsteiner in Aktion.
Lukas Rechsteiner (r.) prüft Claudio Boccarelli im Tor.
Manuel Laesser wirft und Patrick Mathys (l.) schaut zu.
Lukas Schubnell blickt wie alle anderen auf den Ball.
Der TV Endingen gewinnt ein emotionales NLB-Derby gegen Siggenthal/Vom Stein

Die Siggenthaler schauen Leonard Pejkovic (vorne) fassungslos zu.

fotojaus.ch

Vor 600 Zuschauern in der Sporthalle Obersiggenthal setzte sich die spielerische Klasse Endingens gegen ein kampfstarkes Siggenthal mit 28:24 durch. Mit dem sechsten Sieg in Folge verbleibt das Team von Trainer Zoltan Cordas weiterhin auf Tuchfühlung mit dem NLB-Leader HSC Suhr Aarau.

Nachdem Endingen sein Heimspiel gegen Siggenthal in der Vorrunde in Wettingen mit 29:25 für sich entscheiden konnte, war die regionale Handballszene auf das erneute Aufeinandertreffen in Obersiggenthal gespannt. Mit zuletzt fünf Siegen in Folge starteten die Endinger als Favoriten in das Derby, zumal beim Heimklub einige Leistungsträger wie Topskorer Marius Moser verletzungsbedingt fehlten.

Guter Torhüter

Von Beginn an führten die Endinger die spielerisch feinere Klinge als die Gastgeber, doch die kecken Siggenthaler wussten umgehend auf Gegentreffer zu reagieren. Ab der 18. Minute bauten die Endinger ihre Führung von 6:5 auf 11:5 aus, während Siggenthal neun Minuten ohne Torerfolg blieb. Dabei durften die Gäste auf die Klasse ihres Torhüters Dominic Rosenberg zählen, der mit seinen Interventionen massgeblich an der klaren Führung beteiligt war.

Siggenthal wie verwandelt

Der 5-Tore-Vorsprung zur Pause beruhigte Endingen-Trainer Zoltan Cordas keineswegs. «Dieses Spiel ist noch nicht entschieden, und es bedarf vollster Konzentration in der zweiten Halbzeit.» Mit diesen Worten motivierte der serbische Coach sein Team in der Kabine. Doch wie verwandelt präsentierte sich Siggenthal nach der Pause.

Getragen durch den spielfreudigen und abschlussstarken Patrick Mathys rollte nun Angriff um Angriff Richtung Rosenberg. In der 45. Minute ging Siggenthal durch Mathys mit 18:17 erstmals in Front, wobei sich Siggenthal-Keeper Claudio Boccarelli gegen seinen Ex-Klub in Höchstform präsentierte.

Ganz nach dem Geschmack des Publikums entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Obwohl der Aussenseiter kurz vor Spielschluss noch mit zwei Toren im Vordertreffen lag, vermochte Endingen in den Schlussminuten die Partie noch zu drehen.

Zufriedener Trainer

«Nach der Pause hatten wir einen guten Start, doch unsere unnötigen Fehler wurden vom starken Gegner ausgenutzt», bilanzierte Patrick Mathys, der sich trotz starkem Auftritt und acht Toren nicht freuen konnte. Zufriedener zeigte sich Trainer Cordas: «Dieses emotionale Derby bot beste Werbung für den Handball. Unser Sieg geht in Ordnung, zumal wir mehrheitlich in Front lagen.»

Sein Gegenüber Peter Szilagy trauerte der möglichen Überraschung nach: «Leider haben wir uns am Schluss mit individuellen Fehlern selbst geschlagen.» Trotz dieser Niederlage zeigten sich die Siggenthal-Fans mit dem Auftritt ihrer Truppe zufrieden, zumal das arg dezimierte Team mit viel Kampfgeist überzeugte. Mit einem starken Finish gewann Endingen nicht nur zwei weitere Zähler, sondern unterstrich auch seine Ambitionen auf den Spitzenplatz.