Handball Cup
Endingen fehlt Routine und Lufthoheit

Der NLB-Leader verliert den Cup-Viertelfinal gegen den RTV Basel mit 25:27 nach Verlängerung. In den entscheidenden Momenten agierte der Gegner cleverer.

Rainer Sommerhalder
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Leonard Pejkovic kommt alleine vor dem Tor zum Schuss.
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Der Endinger Sebastian Kaiser fliegt in den Strafraum und trifft.
TV Endingen, RTV Basel, Schweizer Cup, Handball
Nemanja Sudzum versuchts aus der Distanz, wird aber von dem Basler Dick Hylken gestoppt.
Sebastian Kaiser düpiert mit diesem Schlenzer den RTV Goalie Pascal Stauber.

Leonard Pejkovic kommt alleine vor dem Tor zum Schuss.

Gerry Frei

Endingens Weg zum Torerfolg war zu oft zu umständlich. Treffer aus dem Rückraum blieben die Ausnahme. Das machte letztlich den grossen Unterschied. Der RTV Basel hatte in diesem Spiel die Lufthoheit.

Bereits in der ersten Halbzeit wiesen alle Indikatoren auf einen Erfolg des RTV hin. Mit sechs Toren in Serie vom 9:9 zum 15:9 setzten sich die Basler nach der 20. Minute deutlich ab. Für die Differenz sorgte Torhüter-Routinier Pascal Stauber, der 10 Endinger Abschlüsse parierte, während auf der Gegenseite André Willimann wenig nennenswerte Aktionen gelangen. Die Endinger wirkten zunehmend verunsichert, die Pause kam für sie zweifellos zum richtigen Zeitpunkt.

Aufholjagd in zweiter Halbzeit

In Durchgang zwei zog der RTV eine im Grunde tödliche Baisse ein. 16 Minuten lang gelang kein Treffer aus dem Spiel heraus. Dies lag auch daran, dass sich Willimann-Ersatz Dario Ferrante im Tor der Aargauer nun auf «Stauber-Niveau» pushte und acht Bälle teilweise spektakulär abwehrte. Allerdings verpasste der NLB-Leader trotz seiner Aufholjagd zum 21:21, die Partie definitiv zu drehen. Zu viele einfache Fehler begleiteten das Spiel der Endinger, während der gesamten Spieldauer, zu oft bissen sie sich an der durchwegs stabilen RTV-Verteidigung die Zähne aus.

Unterlegen in der Verlängerung

Und die Verlängerung geriet aus Sicht der Gastgeber gar zum totalen Fiasko. Nichts gelang mehr, während die Basler nun ihre Routine perfekt ausspielten, in der Verlängerung noch einen einzigen Fehlwurf produzierten und sich voll und ganz auf ihre Leistungsträger verlassen konnten. Vier der sechs Basler Treffer in der Overtime gingen auf das Konto von Ex-Nationalspieler Florian Goepfert: «Ich denke, insgesamt stand unsere Verteidigung etwas besser. Vielleicht gab das den Ausschlag, vielleicht muss man es auch einfach Glück nennen», sagte dieser nach der Partie. Und Endingens treffsicherer Flügel Lukas Schubnell ergänzte: «In der entscheidenen Phase spielte der Gegner seine Routine aus. Bei uns hat noch kaum ein Spieler je eine Verlängerung erlebt.»