Handball
Emotionaler Wellengang mit verdientem Sieg

Der TV Möhlin trat gegen den Tabellenvorletzten, die SG Pilatus, ohne den lädierten Topscorer Marcus Hock an. Die Mannschaft musste sich neu einstellen, machte viele individuelle Fehler und fand dann immer besser ins Spiel. Schlussendlich gelang dem Heimteam zehn Minuten vor Abpfiff der Coup und es gewann mit 29:24.

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Tin Tokic (am Ball) konnte sich als sechsfacher Torschütze auszeichnen.

Tin Tokic (am Ball) konnte sich als sechsfacher Torschütze auszeichnen.

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Die Fricktaler erwischten vor rund 300 Zuschauern einen schlechten Start. Bereits in der 3.Minute wurde Tin Tokic abgemahnt und seine Männer mussten zum ersten Mal in Unterzahl spielen. Da glänzte Sandro Soder mit seinem Flügeltreffer ins lange Eck von Cibere (2:2). Doch danach fehlte der Druck, die Entschlossenheit aufs Gegentor, Möhlin kam nicht in Fahrt, lag zwischenzeitlich bis drei Tore hinten. Fehlte die graue Eminenz, in Form von Hock?

Zur Pause mit einem Tor in Front

Sebastian Kaiser und Jonas Buholzer zeigten danach mit ihren präzisen Treffern, dass sie durchaus in der Lage waren, die Lücke zu füllen: 8:8 in der 15 Minute. Und Florian Doormann verwertete den nächsten zugesprochenen Siebenmeter zur dezenten Führung. Tin Tokic tat es ihm nach, baute aus und die Gäste kamen wieder in Zugzwang, schafften aber in der 26' den Ausgleich durch den wurfstarken Samuel Weingartner. Möhlin verbuchte offensiv viele Fehlschüsse und erst als Nachwuchsspieler Simon Trüssel den perfekten Pass von Csebits zum 15:13 einnetzte, konnte das Heimpublikum leise aufatmen. Aber mit dem ebenfalls lauernden Sven Hess (7 Tore), hiess es zur Pause nur noch 15:14.

«Nur», weil die Ausbeute im ersten Durchgang undiskutabel mager ausfiel; die Bälle flogen am Tor vorbei, wurden unpräzise abgegeben und von Goalie Cibere dankbar pariert. Als Sebastian Kaiser nach einer Viertelstunde, wegen einer Platzwunde am Kopf, für den Rest der ersten Halbzeit fehlte, musste Cordas erneut improvisieren. Und Seltsames spielte sich auch in der Spielführung ab, wo die Entscheide alles andere als glasklar gefällt wurden. Der Spielfluss kam auf beiden Seiten ins Stottern, die Konzentration der Spieler litt und das Publikum geriet in Rage. Der Pausenpfiff suggerierte deshalb nicht wirklich viel Schmeichelhaftes.

Ein Kampf mit vielen Tiefschlägen

Doch der TV Möhlin fand in sein Spiel zurück und konnte die Vorentscheidung zehn Minuten vor Abpfiff herbeiführen. Bis dahin war es aber ein Kampf mit vielen Tiefschlägen. Rückraumspieler Kaiser spielte mit Kopfverband weiter und weiter und Sandro Soder und Jonas Buholzer brachten die nächsten entscheidenden Tore. Auch die jüngeren eingewechselten Spieler machten Druck. Die Torausbeute war zwar anfangs schlecht (ein Tor alle zwei Minuten, ab der 38. Minute sogar sieben Minuten Nullbilanz), als Tin Tokic endlich souverän abschloss (19:19), vorher traf einzig der gefährliche Samuel Weingartner. Ein Glück, dass der Gegner die folgende Überzahl nicht zu viel Zählbarem nutzte und auch im Aufbau nicht wirklich überzeugte.

So packte Möhlin nach 50 Minuten Spielzeit die Chance und bewies, was eigentlich in ihnen steckte: Buholzer verwertete seinen zweiten Penalty und Rok Jelovcan parierte im Gegenzug den nächsten Ball. Wirthlin traf zum nächsten Führungstreffer (24:22) und entfachte das Tor-Feuer, lautstark unterstützt durch das nun begeisterte Publikum. Sebastian Kaisers sechster Treffer wurde notiert (27:23) und auch Tokic und Soder zogen erfolgreich nach. Das Resultat stimmt dann doch versöhnlich, auch deshalb, weil die Spielerbank der Luzerner mit mindestens zwei NLA-Spieler (Weingartner und Gwerder) ergänzt wurde und Möhlin den Sieg mit eigenen Akteuren errungen hat.

Möhlin mit: Jelovcan (18/42), Wenger; Freitag, Wirthlin M. (1), Buholzer (6), Doormann (4), Meier (1), Soder (3), Csebits, Trüssel (2), Caminada, Kaiser (6), Tokic (6).