Obwohl Möhlin während beinahe der ganzen Partie in Führung gelegen war, gelang es der Heimmannschaft nicht, die Spielzeit 2016/17 mit einem Sieg zu beenden. Die Wädenswiler standen schon vor der Partie als Absteiger in die erste Liga fest, aber wollten sich vor ihren zahlreich mitgereisten Anhängern nicht kampflos aus der NLB verabschieden.

Dementsprechend aufopferungsvoll rangen Sie um jeden Ball und liessen sich so vom TV Möhlin über die ganze Partie hinweg einfach nicht abschütteln. Das besondere emotionale Gewicht der Partie und vielleicht auch das Wissen darum, dass sportlich nicht mehr viel zu holen war, schien bei den Fricktaler Spielern die Konzentration doch ein wenig zu beeinträchtigen.

Es war, als fehlte der Mannschaft einfach die letzte Konsequenz. Dennoch gelangen den Möhlinern viele sehenswerte Aktionen und Tore, und besonders Marcus Hock demonstrierte noch ein letztes Mal im Dress der Möhliner seine Qualitäten. Satte vierzehn seiner insgesamt fünfzehn Abschlüsse zappelten hinter dem Zürcher Torwart in den Maschen, womit sich Hock abermals die Torjägerkrone der NLB sicherte.

Mit dem Unentschieden beendet Möhlin die Saison mit 32 Punkten auf dem 4. Tabellenrang. Dies sind zwar drei Punkte weniger als im Jahr zuvor, doch ein Blick auf die Tabelle zeigt, dass besonders die Plätze im oberen Mittelfeld dieses Jahr härter umkämpft waren. Baden, Möhlin, Solothurn und Schaffhausen auf den Rängen drei bis sechs trennen nur gerade zwei Punkte während letztes Jahr das damals ebenfalls viertplatzierte Möhlin fünf Punkte Vorsprung auf das fünftplatzierte Steffisburg hatte. 

Emotionale Verabschiedung vor dem Anpfiff

Nach sechs Saisons verabschiedet sich Marcus Hock aus der ersten Mannschaft. Mit seiner Ankunft hat Möhlin 2012 den Aufstieg in die NLB geschafft und sich, nicht zuletzt dank dem «nötigen Quäntchen Hock», seither im oberen Tabellendrittel etablieren können. In den letzten beiden Spielzeiten liefen zudem Jonas Buholzer und Florian Doormann für Möhlin zu Höchstleistungen auf.

Florian Doormann, Jonas Buholzer, Sandro Soder, Marcus Hock (v.l).

Florian Doormann, Jonas Buholzer, Sandro Soder, Marcus Hock (v.l).

Buholzer war in seiner ersten Saison in Möhlin gleich zum viertbesten Torschützen avanciert und Doormann etablierte sich als Taktgeber im Rückraum, der auch in schwierigen Situation die Verantwortung übernehmen konnte, und ganz nebenher, in beiden Saisons über hundert Tore erzielte. Am schwersten fallen dürfte der Abschied jedoch wahrscheinlich Sandro Soder, der nach dreizehn Saisons in der ersten Mannschaft kürzertreten und künftig weniger Zeit für den Handballsport aufwenden will.

Seine Leidenschaft auf und neben dem Platz ist in Möhlin wohl unübertroffen und einmalig. Zur Verabschiedung waren noch einmal über 600 Zuschauer in die Steinlihalle gekommen und zollten Soder mit stehenden Ovationen Respekt für seine besonderen Jahre in der ersten Mannschaft. Bei dieser schönen Geste flossen dann dementsprechend auch ein paar Tränen auf dem Spielfeld, wie auch auf den Zuschauerrängen. 

Zukunft verspricht Spannung

Die Mannschaft, wie auch das Publikum, wird diese vier Spieler in Zukunft schmerzlich vermissen, dies ist gewiss. An dieser Stelle auch ein herzliches Dankeschön an alle Fans, Zuschauerinnen und Zuschauer, sowie Helferinnen und Helfer. Der Verein blickt, dank aller involvierten Personen, auf eine insgesamt gelungene und spannende Saison mit Höhen und Tiefen zurück, und freut sich schon jetzt darauf, Sie im kommenden Jahr zu einer neuen und erfolgreichen Saison begrüssen zu dürfen.

Der TV Möhlin steht sicherlich vor einer grossen Herausforderung für die nächste Saison. Da gleich mehrere Leistungsträger die Mannschaft zum Saisonende verlassen, wird sich das Team um Trainer Zoltan Cordas grundlegend verändern und diese Weiterentwicklung wird mit Spannung zu verfolgen sein. (pd/mma)