Karate

Elena Quirici gewinnt Bronze an der Elite-WM in Paris

Elena Quirici (links) an der Karate-WM in Paris.

Elena Quirici (links) an der Karate-WM in Paris.

Die Schinznacherin Elena Quirici startete an der Weltmeisterschaft in Paris als jüngste Teilnehmerin des Schweizer Teams. Die 18-jährige Karatesportlerin startete in der mit 57 Wettkämpferinnen besetzten Kategorie bis 61 kg.

Der im Februar gewonnene Europameistertitel bei den Junioren in Baku und die nach ihrem 18. Geburtstag erreichten Top Resultate in der Elitekategorie zeigten, dass die junge Sportlerin bei den Grossen mithalten konnte. Der Trainingsaufwand in der Übergangs- und Vorbereitungsphase betrug bis zu 20 Stunden pro Woche, neben einem 60%-Pensum in ihrem Praktikumsjahr zur eidg. dipl. Kauffrau. Zusammen mit ihrem persönlichen Trainer David Baumann wurde in den letzten Wochen die letzten intensiven Vorbereitungstrainings abgeschlossen bevor sie in der Woche vor der WM in Magglingen zusammen mit dem Schweizer Eliteteam trainierte.

Die WM in Paris wurde vom französischen Verband hervorragend organisiert und der Karate Wettkampfsport wurde mit grosser Medienpräsenz ausgezeichnet vermarktet. Das Palais Omnisport in Paris Bercy fasst 16000 Zuschauer und war auch während der Vorausscheidungen immer mit gut gefüllt. Am Wochenende während den Finalveranstaltungen waren dann alle Plätze voll belegt. Das olympische Kommitee war zu Gast und schaute sich die Wettkämpfe an. Bereits nächstes Jahr wird zum 3. Mal darüber entschieden, ob Karate zu den Olympischen Spielen aufgenommen werden soll.

Über die Trostrunde

Elena Quirici hatte am Donnerstag ihre Vorkämpfe zu absolvieren. In Runde eins traf sie auf die Landesmeisterin M. Seck aus Senegal. Elena fand nach einer kurzen Abtastphase sofort in den Kampf und gewann die Begegnung mit 2:1 Punkten. Die Ungarin K. Csak war eine unbequeme Gegnerin und es gelang Elena bis zum Kampfende nicht eine wertbare Technik anzubringen. Die fünf Kampfrichter entschieden sich einheitlich für die Schweizer Kämpferin, weil sie einem Punkt näher war als ihre Kontrahentin und den Kampf während der ganzen Kampfzeit dominierte. Im Achtelfinale war ihre Gegnerin eine Tunesierin, welche etwas grösser war als Elena Quirici. Am Ende stand es wie im Kampf zuvor unentschieden. Der Kampfverlauf war dieses Mal aber umgekehrt als im Kampf zuvor und die Schiedsrichter entschieden mit 4:1 Stimmen zu Gunsten der Tunesierin. Weil die Tunesierin bis ins Finale vordrang, hatte Elena Quirici weitere Chancen in der Trostrunde. Die Kämpferin T. Minic war dann die erste Gegnerin in der Trostrunde und verlangte der Schweizerin alles ab. Die Schinznacherin gewann aber auch diesen Kampf in überzeugender Manier und stand im nächsten Kampf der amtierenden Weltmeisterin K. Mah aus Australien gegenüber. Elena Quirici suchte ihre Chancen und vermochte sich mehrere Male sehr gut in Szene zu setzen. Ein zu harter Schlag der Australierin welcher zu wenig Kontrolle aufwies, führte zu einer Disqualifikation der Weltmeisterin und brachte unserer Schweizerin den Sieg und die Teilnahme am kleinen Finale.

Unbeeindruckt von der Kulisse

Das kleine Finale fand dann am Samstag vor vollbesetztem Haus mit 12000 Zuschauer statt. Eine Kulisse die man nicht kennt an Karateanlässen. Elena Quirici wirkte völlig unbeeindruckt von dieser Zuschauerkulisse. Ihre Gegnerin T. Lopan aus der Slowakei hatte während den ganzen 3 Minuten nie eine Chance auch nur einen Punkt zu buchen. Elena wollte diese Medaille unbedingt und konnte die Zuschauer und die 5 Kampfrichter mit einem tollen Kampf begeistern. Vier Mal buchte sie Punkte mit der Faust und erhielt nach dem Ende des Kampfes den verdienten Sieg zugesprochen. Elena zeigte mit dieser aussergewöhnlichen Leistung, dass sie mit ihrem grossen Investment in ihren Sport bei der Weltelite angekommen ist und sorgte mit diesem Resultat für das beste Ergebnis der Schweizer Delegation. Man wird in Zukunft sicher noch einiges von der jungen Sportlerin hören, die bereits im nächsten Februar an der U21 EM in Konia in der Türkei starten wird. Tatsache ist dass von 114 teilnehmenden Nationen (Rekord) 80 Nationen ohne Medaillen blieben und dass die Schweiz mit Elenas Resultat auf dem 15. Medaillenplatz dieser Meisterschaft liegt. Zwei weitere Aargauer Karatekas setzten sich an der Karate WM in Paris ausgezeichnet in Szene. Jessica Cargill belegte den ausgezeichneten 5. Schlussrang in der Kategorie +68 kg und Murat Sahin belegte nach 3 Siegen und einer Niederlage in der Trostrunde Rang 9 in der Endabrechnung in der Kategorie -75 kg. Die Aargauer Karatekas sorgten für die besten Resultate an der WM in Paris.

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