Eisschnelllauf
Ramona Härdis Rekordlauf beim Saisonhöhepunkt

Am vergangenen Wochenende fanden im niederländischen Heerenveen die Eisschnelllauf-Weltmeisterschaften statt. Zum ersten Mal stand dabei eine Schweizer Auswahl beim Team Pursuit am Start. Unter den vier Athletinnen befand sich auch die Aargauerin Ramona Härdi. Das Quartett überzeugte bei der WM-Premiere mit einem siebten Platz und einem neuen Schweizer Rekord.

Nicolas Blust
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Nadja Wenger, Kaitlyn McGregor, Ramona Härdi (von vorne) beim Team Pursuit an der Eisschnelllauf-WM in Heerenveen.

Nadja Wenger, Kaitlyn McGregor, Ramona Härdi (von vorne) beim Team Pursuit an der Eisschnelllauf-WM in Heerenveen.

Lars Hagen

Das Team um Ramona Härdi, Vera Güntert, Kaitlyn McGregor und Nadja Wenger qualifizierte sich auf den letzten Drücker für die Titelkämpfe. Zwei Wochen zuvor fand in der gleichen Eishalle der zweite und letzte Weltcup der Saison auf dem Programm. In einem starken Rennen stellten Härdi und Co. mit der Laufzeit von 3:10.24 Minuten einen neuen Schweizer Rekord auf. Dank ihrer gelaufenen Zeit gelang es ihnen die Bestzeiten der Teams aus Korea und Belgien aus der vergangenen Saison zu unterbieten und sie sicherten sich somit einen Start an den Weltmeisterschaften.

Erstes gemeinsames Wettkampfjahr für das Schweizer Quartett

Die Qualifikation für die WM kam durchaus überraschend, da das Team erst diese Saison zusammen auf dem Eis stand. Zwar trainieren sie seit über einem Jahr zusammen, den ersten gemeinsamen Wettkampf liefen sie aber erst im Januar. «Wir waren dieses Jahr im Weltcup zum ersten Mal als Team am Start», sagt Härdi. Trotzdem funktionierte das Quartett auf Anhieb sehr gut. «Wir wurden Woche für Woche besser», sagt Ramona Härdi über die Entwicklung der Gruppe.

Glückliche Gesichter bei Vera Güntert, Kaitlyn McGregor, Nadja Wenger und Ramona Härdi (v.l.n.r.) nach dem WM-Rekordlauf.

Glückliche Gesichter bei Vera Güntert, Kaitlyn McGregor, Nadja Wenger und Ramona Härdi (v.l.n.r.) nach dem WM-Rekordlauf.

Team Switzerland

Für sie waren es die ersten Weltmeisterschaften auf der höchsten Stufe. «Dieser Wettkampf wird mir für immer in Erinnerung bleiben.» Die Umstände rund um die WM dürften aber für alle Athleten Neuland gewesen sein. Aufgrund des Coronavirus mussten sich die Teilnehmer bereits vier Wochen vor den Titelkämpfen in Isolation begeben. «Wir befanden uns vier Wochen in einer Bubble und waren abgeschlossen zur Aussenwelt», sagt Härdi über die Vorbereitungen auf den Saisonhöhepunkt.

Pünktlich zum Highlight des Jahres zeigte das Quartett um Härdi dann ihre bislang beste Leistung. Erneut stellten sie einen neuen Schweizer Rekord auf und verbesserten ihre alte Bestmarke um beinahe fünf Sekunden auf 3:06.26 Minuten. Dieser Exploit bedeutete in der Endabrechnung ein siebter Schlussrang. Damit verwiesen die Schweizerinnen das deutsche Team um Eisschnelllauf-Ikone Claudia Pechstein auf den achten Platz.

Die Eisschnellläuferinnen um Ramona Härdi (ganz links) nehmen sich für die Zukunft Grosses vor.

Die Eisschnellläuferinnen um Ramona Härdi (ganz links) nehmen sich für die Zukunft Grosses vor.

Lars Hagen

Die vier Eisschnellläuferinnen wollen in der Zukunft hoch hinaus

«Wir sind mega zufrieden mit dem Resultat», bilanziert Ramona Härdi. Trotz schlechter Verhältnisse konnte der Schweizer Rekord verbessert werden. Wer weiss, was für eine Zeit bei optimalen Bedingungen aufgeleuchtet hätte. Für das Quartett um Ramona Härdi, Vera Güntert, Kaitlyn McGregor und Nadja Wenger kein Grund zur Trauer. Ohnehin haben die vier Schweizerinnen langfristige Pläne: «Wir wussten bereits beim Start, dass es ein Langzeitprojekt ist. Nächstes Jahr wollen wir die Olympia-Qualifikation schaffen.»

Damit soll aber nicht Schluss sein. Denn Härdi denkt bereits weiter: «2026 träumen wir von einer olympischen Medaille.» Bis dahin liegt noch viel Arbeit vor dem Quartett, steigern sie sich aber weiterhin in diesem rasanten Tempo, werden weitere Rekorde fallen, vielleicht sogar der erste Medaillengewinn im Team Pursuit.