FC Wohlen
Eis, Quark und eine Premiere

Die Knieverletzung von Michael Winsauer, Abwehrchef beim FC Wohlen, will einfach nicht richtig verheilen.

Ruedi Kuhn
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Eis, Quark und eine Premiere

Eis, Quark und eine Premiere

Im Fussball gibt es nichts, was es nicht gibt. Was Wohlens Innenverteidiger Michael Winsauer in der vergangenen Woche erlebte, ist unglaublich. Der 28-jährige Österreicher hat Schreckensmomente der speziellen Art hinter sich. Dass er am vergangenen Samstag im Cupspiel gegen Winterthur zum Einsatz kam und wohl auch morgen Abend um 19.45 Uhr in Schaffhausen zur Startformation zählen wird, grenzt an ein Wunder.

Was ist passiert? Da sass Winsauer am vorletzten Dienstag nach einer harten Trainingseinheit auf der Couch, lagerte die Beine hoch und schaute sich zusammen mit Teamkollege Alain Schultz die beiden Länderspiele Schweiz gegen Wales (4:1) und Belgien gegen Österreich (4:4) an. Plötzlich war Schluss mit lustig. Winsauer verspürte von einem Moment auf den andern starke Schmerzen im linken Knie. Die Schwellung wurde gross und grösser.

Schultz fuhr Winsauer ins Spital

Kurz vor Mitternacht konnte Winsauer das Knie nicht mehr belasten. Es packte ihn die nackte Angst. Was tun? Schultz wusste Rat. Flugs fuhr er mit seinem Freund ins Spital nach Muri, schnappte sich einen Rollstuhl und fuhr Winsauer in den Untersuchungsraum. Nach einer Dreiviertelstunde war der Spuk vorbei. Die Ärzte gaben nach Konsultation der Röntgenbilder Entwarnung. Keine Verletzung. Nichts.

Am nächsten Tag ging die Schwellung langsam, aber sicher zurück. Winsauer erinnert sich und sagt: «Ich hatte trotzdem ein mulmiges Gefühl. Glücklicherweise habe ich einige Hausmittelchen. Erst versuchte ich es mit Eis, dann habe ich das Knie mit gekühltem Quark behandelt.» Und siehe da; zwei Tage vor der Cuppartie gegen Winterthur konnte der Abwehrchef wieder trainieren. Eine Erklärung für die Schwellung und die Schmerzen hat Winsauer bis zum heutigen Tag keine.

Erstes Tor gegen Winterthur

Winsauers Blitz-Comeback gegen Winterthur ist erstaunlich. Seine starke Leistung noch erstaunlicher. Nach drei Minuten und einem Corner von Diego Lattmann stocherte er den Ball zum Führungstreffer hinter die Linie und legte damit den Grundstein für den 5:1-Erfolg. Das 1:0 war Winsauers erster Treffer für Wohlen. Im Auswärtsspiel gegen Schaffhausen möchte Winsauer seinen Höhenflug fortsetzen. «Drei bis vier Tore», sagt er selbstbewusst, «müssten bis Ende Saison schon drinliegen.» Warum soll der Abwehrchef nicht schon gegen die Ostschweizer ein zweites Mal jubeln? Schliesslich sind die Freiämter seit acht Partien ungeschlagen und möchten diese Serie fortsetzen.