Radsport

Einmal WM-Luft schnuppern: Fabio Christen bestreitet in England seine ersten Welt-Titelkämpfe

Fuhr im WM-Zeitfahren der Junioren am Montag auf Platz 36: Fabio Christen.

Das Gippinger Nachwuchstalent Fabio Christen sammelt an der Rad-Weltmeisterschaft in England wertvolle Erfahrungen. Im Zeitfahren und im Strassenrennen misst er sich mit den anderen Junioren, die anspruchsvolle Strecke vor Ort soll ihn auf die nächstjährige Heim-WM vorbereiten

Dieser Mix hat es in sich: Ein Vater, der selber Radprofi war. Eine Mutter, die auf dem Velo erfolgreich unterwegs war. Ein Grossvater, der die Tour de France fuhr. Und dazu ein Radsport-verrücktes Dorf, in welchem man aufwächst. Bei all diesen Zutaten konnte Fabio Christen gar nicht anders, als seine Leidenschaft dem Radsport zu verschreiben. Und die noch junge Karriere des 17-Jährigen scheint schon mal auf gutem Weg zu sein. Am Montag feierte der Gippinger im Zeitfahren der Junioren im englischen Yorkshire seine WM-Premiere. Heute steht der nächste Höhepunkt auf dem Programm: Christen steht beim WM-Strassenrennen der Junioren am Start.

Logisch, drückt ihm dabei auch die ganze Familie die Daumen. Vater Sepp Christen war in den 1990ern während ein paar Jahren als Radprofi unterwegs. Grossvater Hans Schleuniger bestritt 1960 die Tour de France (Platz 80 im Gesamtklassement). Man darf davon ausgehen, dass man in Fabios Heimat, dem Aargauer Radsport-Mekka Gippingen, ebenso gebannt nach England blicken wird.

Wunder darf man dabei allerdings nicht erwarten. Der KV-Lehrling bestreitet in Harrogate seine ersten Welt-Titelkämpfe. Für ihn geht es in dieser Woche primär darum, Erfahrung auf diesem Niveau zu sammeln. «Für mich ist es der erste, ganz grosse Wettkampf. Und deshalb sicher eine Motivationsspritze für die Zukunft», sagt Christen. Umso mehr, als nächstes Jahr die WM in der Schweiz (Martigny/ Aigle) stattfindet. Dannzumal könnte der Aargauer zum zweiten Mal bei den Junioren mitfahren und wäre als Vertreter des älteren Jahrgangs in einer besseren Ausgangslage.

Schwierige Ausgangslage, aber...

Das ist vorderhand aber alles noch Zukunftsmusik. Heute Donnerstag findet, drei Tage nach dem Zeitfahren, welches Fabio Christen im Rahmen der Erwartungen auf dem 36. Schlussrang beendete, das WM-Strassenrennen seiner Kategorie statt.

Dadurch, dass Christen zusammen mit dem Berner Elia Blum nur ein Schweizer Zweierteam bildet, sind die Ambitionen selbstredend begrenzt. Die Ausgangslage sei schwierig, «aber gleichzeitig ist auch alles möglich», betont Fabio Christen. Will heissen: Wenn man zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort fährt, dann kann man sich unversehens in einer günstigen Position befinden.

Die knapp 150 Kilometer lange, recht wellige und technisch anspruchsvolle Strecke von Richmond nach Harrogate mit ein paar kurzen, knackigen Anstiegen, liegt Christen, der für den VC Klingnau fährt, durchaus. Aufgrund seines leichtgewichtigen Körperbaus werde ihm immer wieder gesagt, dass er in den Steigungen am besten sei. «Aber gegen die Weltbesten meines Jahrgangs werde ich noch nicht ganz vorne mithalten können», schätzt er sich realistisch ein.

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