Sportliche Herausforderungen haben mich schon immer gereizt. So nahm ich 2010 an einem Weltrekordversuch im Dauerunihockeyspielen teil. 25 Stunden und 16 Minuten hielten wir damals durch. Dies war bezüglich der Ernährung eine interessante Erfahrung, welche ich nicht missen möchte aber auch nicht unbedingt wiederholen. Im gleichen Jahr - 6 Monate früher - absolvierte ich meinen bisher einzigen Marathon in Hamburg mit einem sehr guten Freund.

Als «Steigerung» versuchte ich mich dann in einem Triathlon (Kurzdistanz). Doch der Trainings- sowie technische Aufwand ist mir zu hoch um diese Disziplin bis zur olympischen Distanz zu steigern. Auch schwimme ich dazu einfach zu schwach und mit zuwenig Freude. Im Jahr 2011 war ansonsten eher Reisen angesagt, so zog es mich auf Gipfel - oder zumindest in die Nähe derselben - in Neuseeland, Ecuador und Peru. In den Peruanischen Anden kam ich dann ziemlich an meine Grenzen. Und kämpfte mit der dünnen Luft auf einem Trekking ohne Eselunterstützung rund um Huarez.

Erfolgreiche «Bewerbung»

Der Gigathlon war immer ein Traum, doch das Team dazu fehlte mir. So war es klar, dass ich mich sofort für das AZ-Team «Power von A bis Z» bewarb. Ich wollte unbedingt dabei sein und war bereit, jede Disziplin zu übernehmen, ausser Schwimmen (ich tauche lieber nach Fischen) und Rennradfahren (ich würde mich wohl auf den langen Trainingsfahrten ständig verfahren). So freute ich mich ausserordentlich als ich im Frühling den positiven Teamentscheid bekam und machte mich ein weiteres Mal, daran meine sportliche Tätigkeit zu intensivieren.

Meine normale, sportliche Woche besteht aus 1x Badminton/Squash spielen, 1x joggen (ca. 70 Minuten) und 1x Fitnesscenter mit Kraft-, Stabilisierungs- und Gleichgewichtsübungen. Dieses Grundtraining musste ich nun in den zwei verbleibenden Monaten bis zum Gigathlon steigern und ergänzen. Mit dem Start der Monday Night Skate Saison kam am Montag das Inlineskaten dazu. Doch die sportliche Komponente kommt da eher zu kurz, dafür ist die soziale umso ausgeprägter. Sport/Training soll ja schliesslich auch Spass machen! Um den Trainingsdruck zu steigern meldete ich mich für den SOLA Lauf an. Die Uetlibergstrecke sollte mir zu mehr Kraft und Härte verhelfen.

Doch Sie fragen sich wohl zu recht: Wo bleibt das Mountainbiketraining? Ich hatte mich zu sehr auf das konzentriert, was mir Spass machte respektive worin ich bereits «gut» war. Eine zweitägige 200-Kilometer-Radtour dem Rhein entlang mit gelegentlichen Ausflügen in die nahen Berge war eine gute erste Erfahrung.

Wichtigste Erkenntnis: gefütterte Hosen kaufen. Am zweiten Tag konnte ich kaum noch sitzen. Doch weitere 100 Kilometer standen auf dem Programm, zwar in flachem Gelände aber teilweise mit massivem Gegenwind. Abgesehen von diesen Problemen kam ich körperlich (noch) nicht an meine Grenzen, bekam aber schon einmal einen ersten Eindruck, was es heisst, zwei Tage hintereinander auf dem Bike zu verbringen.

Den Uetliberg per Bike erkunden

Da der Uetliberg gleich vor meiner Haustüre liegt und ich per pedes bereits einige Aufstiege gemacht hatte, lag es auf der Hand, diesen nun per Bike zu erklimmen. Die Downhill-Strecke sollte meine Technik und das Gefühl für das Bike verbessern. Meine Angst musste ich auch das ein oder andere Mal überwinden.

Zum Abrunden des zweiten Vorbereitungsteils besuchte ich ein Vorbereitungscamp von Swiss Olympic. Ein Workshop über Ernährung frischte mein Wissen auf und ergänzte es. Ein Biketechnik-Training mit Profis korrigierte meine falsche Kurvenfahrtechnik und ich bekam weitere wertvolle Tipps mit auf den Weg. Zu guter Letzt klärte mich ein Velomechaniker darüber auf, wie man am besten einen Schlauch wechselt, Ketten repariert und welche Werkzeuge ein Gigathlet auf zwei Rädern immer dabei haben sollte.

Die Angst vor dem Gigathlon ist einem grossen Respekt gewichen. Ich habe nun schon einiges gelernt und auch einigermassen gut trainiert, muss aber in den kommenden Wochen noch einige Kilometer unter die Räder nehmen um mit einem guten Gefühl an den Start gehen zu können. Mir graust vor langen Trainings, alleine und ohne Musik im Ohr. Ich freue mich aber im Gegenzug darauf, schöne Landschaften zu entdecken und Orte in der Schweiz näher kennen zu lernen, welche ich noch nie genauer betrachtet habe.