Tennis
Eine zukünftige French-Open-Siegerin in Oberentfelden?

Tennis Ab heute greifen die Nachwuchscracks in der Königskategorie U18 an der Swiss Junior Trophy ins Geschehen ein. Mit dabeiist die Australierin Priscilla Hon, die in diesem Jahr bereits an den Australian Open der Profis mitspielen konnte.

Fabio Baranzini
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Freut sich auf ihr letztes Juniorenturnier in Oberentfelden: Priscilla Hon.

Freut sich auf ihr letztes Juniorenturnier in Oberentfelden: Priscilla Hon.

Fabio Baranzini

Zum ersten Mal seit 15 Jahren wird in der Schweiz wieder ein internationales Juniorenturnier der Kategorie Grad 2 ausgetragen. Dadurch gibt es mehr Punkte für die Junioren-Weltrangliste zu gewinnen und die Swiss Junior Trophy in Oberentfelden lockt entsprechend auch stärkere Spieler an. Zwar mussten die Organisatoren in letzter Minute Absagen von hochkarätigen Nachwuchscracks in Kauf nehmen, aber dennoch sind einige vielversprechende Akteure am Start.

Dazu gehört auch die 17-jährige Australierin Priscilla Hon. Ihr JuniorenRanking – derzeit Rang 272 – lässt nicht unbedingt darauf schliessen, dass sie zu den grössten Talenten im Teilnehmerfeld der diesjährigen Swiss Junior Trophy zählt. Doch wirft man einen Blick auf die Weltrangliste der Profis, taucht Hon bereits an 508. Stelle auf. In diesem Jahr hat sie bereits ein Turnier auf der untersten Profistufe gewonnen und durfte an den Australian Open im Hauptfeld der Doppelkonkurrenz und in der Einzelqualifikation antreten. «Das war eine unglaubliche Erfahrung. Im Doppel spielte ich mit meiner Freundin Kimberly Birrell gegen die Turniernummern fünf. Das war schon ganz speziell», so die junge Australierin. Auch sonst ist Priscilla Hon, die vor gut einem Jahr die Nummer 13 bei den Juniorinnen war, primär auf der WTA-Tour unterwegs. Junioren-Turniere bestreitet sie praktisch keine mehr. Weshalb also der Ausflug nach Oberentfelden?

Hon will vor allem Matchpraxis sammeln

«Ich habe hier vor drei Jahren das Turnier gewonnen und kannte daher diesen Ort. Deshalb bin ich zurückgekommen», erzählt sie. Als just in diesem Moment Turnierdirektor Freddy Blatter vorbeiläuft und Hons Antwort hört, ruft sie ihm lachend nach: «Ich bin nur wegen dir wieder hier.» Überhaupt geht die australische Frohnatur, die erst seit zwei Tagen in Europa weilt und noch mit dem Jetlag zu kämpfen hat, locker an das Turnier heran. Sie sei in erster Linie hier, um Matchpraxis zu sammeln. «Es ist das erste von vier Turnieren, die ich während meines einmonatigen Aufenthalts in Europa bestreite. Ich hoffe, dass ich einige Matches spielen kann, um den Rhythmus für die drei danach folgenden Profiturniere zu finden», blickt sie voraus.

Priscilla Hon träumt davon, eines Tages die French Open zu gewinnen. «Ich liebe es, auf Sand zu spielen. Und die French Open sind das wohl härteste Turnier, das man gewinnen kann», sagt sie. Französische Grand-Slam-Luft hat sie vor wenigen Wochen geschnuppert, als sie in der Junioren-Konkurrenz des French Open immerhin die zweite Runde erreicht hatte. In Oberentfelden dürfte sie wohl ein paar Runden mehr überstehen. Und wer weiss, vielleicht reicht es ihr zum Turniersieg. Es wäre nicht nur eine verspätete Titelverteidigung, sondern gleich auch noch ein schöner Abschluss, denn Priscilla Hon bestreitet in Oberentfelden ihr letztes Juniorenturnier.

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