Fussball

Eine vielversprechende Reaktion: Wohlen schlägt den FC St. Gallen

Wohlens Captain Joel Geissmann (l.) überzeugte gegen St. Gallen. Wagner

Wohlens Captain Joel Geissmann (l.) überzeugte gegen St. Gallen. Wagner

Wenige Tage nach der deutlichen 2:5-Niederlage gegen YB bezwingt der FC Wohlen in einem weiteren Testspiel den FC St. Gallen in Niederwil mit 1:0. Überzeugt haben dabei vor allem Captain Joel Geissmann und Neuzugang Nicolas Bürgy.

Es lief bereits die Nachspielzeit, als sich die wohl sinnbildlichste Szene des Fussballabends in Niederwil ereignete: Nachdem der FC Wohlen nahezu geschlossen aufgrund eines fragwürdigen Freistosspfiffes an der Strafraumgrenze beim Schiedsrichter reklamierten, zirkelte St. Gallens Danijel Aleksic das Leder gefühlvoll über die Mauer, der Ausgleich schien Tatsache. Der eingewechselte Davide Giampa hatte aber etwas dagegen und sprintete gedankenschnell zurück und kratzte den Ball spektakulär von der Torlinie. «Wir hatten einfach mehr Biss als der Gegner», resümierte der am Sonntag von YB leihweise übernommene Innenverteidiger Nicolas Bürgy.

Die Gastgeber erwischten einen ansprechenden Start in die Partie. Bereits nach zwölf Minuten entwischte der vor Spielfreude strotzende Mergim Brahimi der Ostschweizer Hintermannschaft, setzte das Leder jedoch an den Pfosten. Drei Minuten später machte es Brahimis Teamkollege Michael Weber besser: Nach einem Durcheinander in Folge einer Ecke nagelte er den Ball, unterstützt von einem leichten St. Galler Ablenker, in die Maschen.

Geissmann erwischt Sahnetag

Es war beeindruckend, wie abgeklärt die blutjungen Wohler – der 26-jährige Dylan Stadelmann war der älteste Kicker in der Startformation – gegen den Gast aus der Super League agierten. Das Überraschungsteam der Vorsaison kombinierte gefällig. Insbesondere Joel Geissmann, der seine Kollegen als Captain aufs Feld führen durfte, erwischte einen Sahnetag, verteilte die Bälle mit einer fast schon atemberaubenden Ruhe. Die neuformierte Abwehr um Innenverteidiger Simon Dünki und vor allem Bürgy standen über weite Strecken sattelfest, einzig hohe Bälle auf den ehemaligen Nationalstürmer Albert Bunjaku brachte die Freiämter Hintermannschaft bei über 30 Grad ins Schwitzen. Bürgy, der im August zarte 20 Jahre jung wird, gab dabei den lautstarken Abwehrchef. «Der Trainer erwartet von mir, dass ich von hinten meine Mitspieler dirigiere», so der Neo-
Wohler.

Leistung statt Worte

Beeindruckend war, mit welcher Selbstverständlichkeit Bürgys Mitspieler dessen Anweisungen befolgten, das Vertrauen in den 19-Jährigen war jederzeit spürbar. Dieses habe er sich in den vergangenen Wochen, wo er zeitweise noch Testspiele mit den Bernern absolvierte, «versucht mit Leistung statt grosser Worte neben dem Platz zu verdienen.» Bislang ist das dem Jungspund ganz gut gelungen. Sollte diese Entwicklung weiter gehen, dürften die Besucher auf der Niedermatten kommende Saison noch viel Freude an Bürgy haben. Selbiges gilt übrigens auch für den Rest der Truppe - auf die nächste Bewährungsprobe gegen einen Super Ligisten, am Samstag beim Ex-Trainer Ciriaco Sforza und dem FCThun, darf man also durchaus gespannt sein.

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