Fussball
Eine Suhrerin will mit der Schweizer-Fussball-Nati Geschichte schreiben

Die 22-jährige Flügelspielerin Fabienne Bangerter aus Suhr ist mit der Schweizer Nationalmannschaft auf bestem Weg, sich für die WM zu qualifizieren. Ihr Trainer beim FC Basel – der Staffelbacher Beat Naldi – muss seinen Posten Ende Saison räumen.

NCH
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Fabienne Bangerter will sich mit der Schweizer Nati für die WM qualifizieren

Fabienne Bangerter will sich mit der Schweizer Nati für die WM qualifizieren

Keystone

Nach vier Siegen in Folge und einem Torverhältnis von 17:0 hat sich die Schweizer Frauennationalmannschaft in der Gruppe 3 zum Favoriten gemausert. Gleich mit 5:0 bodigten die Schweizerinnen ihren letzten WM-Quali-Gegner Israel. Mittendrin statt nur dabei ist auch die Suhrerin Fabienne Bangerter. Die Spielerin des Nationalliga-A-Teams des FC Basel kam am vergangenen Mittwoch in Jerusalem zu ihrem ersten Einsatz in der laufenden Qualifikation.

Im Team mit einigen der Weltbesten

«Im Moment läuft es sehr gut für uns, das zeigt auch unsere perfekte Bilanz», analysiert die 22-Jährige. Besonders beachtlich sind die beiden Siege auswärts gegen die Mitfavoritinnen aus Island (2:0) und Dänemark (1:0). «Gegen Dänemark bekundeten wir am meisten Mühe. Doch mit einer sehr guten Verteidigung und Effizienz im Abschluss konnten wir das Spiel für uns entscheiden», sagt Bangerter.

Die junge Flügelspielerin hebt in erster Linie Offensivakteurinnen wie Vanessa Bürki (Bayern München), Lara Dickenmann (Olympique Lyonnais) und Ramona Bachmann (Malmö) hervor. «Sie bringen viel Erfahrung mit und gehören zu den Weltbesten. Die Statistik spricht für unsere Offensive», freut sich Bangerter.

Kanada-Ticket noch nicht gebucht

Rund sechs Spiele stehen noch aus. Die Eidgenossinnen dürfen sich, trotz sechs Punkten Vorsprung und vier Heimspielen, nicht zu sicher wähnen. Denn noch ist alles möglich. «Wir dürfen das Ganze nicht verschreien, sondern müssen ernst und konzentriert bleiben. Das Wichtigste ist, dass der Schlendrian nicht einzieht und wir uns auf die kommenden Spiele gegen Malta und Dänemark fokussieren», warnt Bangerter.

Ihrer Rolle im Team, gespickt mit gestandenen Nationalspielerinnen, ist sie sich bewusst. Sie könne viel lernen und von Spielerinnen und Trainings profitieren, meint die Studentin. Ansprüche auf einen Stammplatz hegt sie daher keinen: «Dadurch, dass ich keine Juniorinnen-Nationalmannschaften durchlaufen habe, muss ich mir noch einige Dinge aneignen. Ich bin noch Lernende und möchte mich mit möglichst viel Einsatzzeit persönlich weiterentwickeln.»

Die Schweiz ist reif für die WM

In den letzten Jahren stark weiterentwickelt hat sich auch der Frauenfussball in der Schweiz. Zum ersten Mal in der Geschichte könnte sich die Mannschaft um Trainerin Martina Voss-Tecklenburg für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Beinahe mühelos scheinen die Schweizerinnen nach Kanada zu spazieren. Das erspielte Selbstvertrauen zeigt sich auch in der Aussage Bangerters: «Wir sind definitiv reif für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr. Die Formkurve stimmt und wir haben ein riesiges Potenzial. Nun dürfen wir die komfortable Ausgangslage nur nicht verspielen.»

Naldi muss beim FCB gehen

Ab Sommer 2014 liegt die Verantwortung der NLA-Frauen-Mannschaft neu bei Kaan Kahraman. Er trainiert zurzeit das Frauen-U18Team Solothurn/Zuchwil. Kahraman ersetzt den Staffelbacher Beat Naldi, der seit April 2012 im Amt war. Naldi trägt, bis Ende Saison, weiterhin die Verantwortung für die erste Frauenmannschaft des FCB.