Silje Ekroll Jahren und Jonas Merz unterhielten sich im Ziel in Deutschschweizer Mundart. Die norwegische Gesamtsiegerin wohnt seit vier Jahren in Bern und doktoriert zurzeit als Biomedizinerin. Merz studiert ebenfalls in Bern und zwar Geografie. Weil er sich in den letzten Wochen auf seine Masterarbeit konzentrierte, zeigte er sich mit dem ersten Aargauer 3-Tage-OL-Sieg rundum glücklich.

Jonas Merz fehlerfrei

Die Entscheidung fiel am zweiten Tag im Esterliwald. Merz ging bei drückender Hitze an seine physische Grenze, beging aber im Gegensatz zu seinem Herausforderer Samuel Keller kaum Fehler. Der Gebenstorfer suchte kurz vor dem Ziel einen Posten während dreier Minuten.

So verwaltete Merz auf der Schlussetappe mit Jagdstart seinen Vorsprung sicher. Er wählte bei dichtem Grünbewuchs sichere Umlaufrouten. Obwohl Verfolger Keller zu Beginn aufs Tempo drückte, kam er nicht näher heran. Merz behauptete seine vier Minuten Gesamtvorsprung. «In diesen drei Tagen habe ich aus meiner aktuellen Form das Optimum heraus geholt», kommentierte der strahlende Sieger sein Resultat.

Anina Brunner in den Dornen

Bei den Frauen erhöhte sich der Vorsprung der führenden Silje Ekroll Jahren deutlich. Anina Brunner, die schon im Vorjahr Rang 2 belegt hatte, geriet im Rietenberg in die Dornen und beklagte im Ziel mehrere zeitraubende Fehler. «In diesem Wald macht Orientierungslauf keinen Spass», sagte Brunner und schüttelte den Kopf. Jahren meisterte hingegen die Schlussaufgabe ohne Patzer und erhöhte ihren Vorsprung auf fast elf Minuten. Brunner zeigte sich froh, dass sie im zweiten Teil der Schlussetappe wenigstens die aufgerückte Neuenburgerin Anaïs Cattin auf Distanz halten konnte.

Eine positive Gesamtbilanz zog auch der organisierende OL-Klub Argus Seon. Laufleiter Hansueli Bryner freute sich über mehr als 900 Teilnehmer, die dreimal bei trockenen Verhältnissen ihrem Sport frönten.