Fussball
Eine heisse Affiche gegen alte Bekannte für Emir Sinanovic

Platz drei und viel Aufwind können die Murianer momentan vorweisen. Morgen Samstag treffen die Klosterdörfler um 17.00 Uhr auf den FC Wettswil-Bonstetten. Neuzugang und Topskorer Emir Sinanovic wagt einen Ausblick vor dem Heimspiel.

David Ludin
Merken
Drucken
Teilen
Muri-Trainer Beat Hubeli.

Muri-Trainer Beat Hubeli.

Alexander Wagner/Archiv

«Wenn nicht gerade Real Madrid anklopft, würde ich nichts an der momentanen Situation verändern». Soviel zu Emir Sinanovics Ausblick. Seine Jahre als Profi sind gezählt: Mit dem FC Aarau bestritt er manche Spiele in den höchsten zwei Ligen der Schweiz. Zurückblickend fasst Sinanovic jedoch bodenständig zusammen: «Früher oder später muss man sich mit einem Job neben dem Fussball befassen.» Mit seinen 26 Jahren sind die besten Jahre nocht nicht gezählt, trotzdem würde Sinanovic im Moment nichts verändern wollen: «Mir gefällt es in der ersten Liga», meint er kurz und knapp.

Alte Bekannte

Dass der momentane Topskorer der Murianer nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz Engagement zeigt, freut Einen ganz besonders. Die Rede ist von Beat Hubeli – notabene der Vorgesetzte von Emir Sinanovic. Wie bitte? Richtig verstanden. Sinanovic arbeitete bereits zu Zeiten beim FC Baden bei Hubeli.

Der Grund für den Wechsel sieht Sinanovic aber besonders in seinen Bekannten, die er in Baden kennengelernt hat: «Mit Michael Koch und Burim Zeqiraj spielte ich in Baden bereits. Michael Ludäscher hingegen kenne ich seit meiner Jugend – wir haben die Junioren-Stationen beim FC Aarau zusammen durchlaufen. Mit ihnen treffe ich mich auch privat».

Soll aber nicht heissen, dass sich Sinanovic mit den anderen Teamkollegen nicht versteht. Im Gegenteil: Mit ungefähr der Hälfte hat er bereits zu früheren Zeiten zusammengespielt. So war die Eingewöhnungsphase keine grosse Sache.

Richtige Transfers

Dass Sinanovic die vergangenen zwei Saisons jeweils in den Aufstiegsspielen der 1. Liga gestanden hat, verwundert angesichts seiner Qualitäten niemanden. Es scheint, als hätte er das richtige Händchen bewiesen, was die Transfers betrifft. Als er noch Profi war, löste sich der gelebte Traum von einem Tag auf den Nächsten in Luft auf. «Mein Ende beim FC Aarau kam mit René Weiler – er sagte mir früh, dass er nicht mit mir plant und ich mir einen neuen Verein suchen soll.»

Hart aber fair. Das Leben eines Profifussballers ist eine Gratwanderung zwischen Höhen und Tiefen – von heute auf morgen ist man von der Bildfläche verschwunden.

Mit Muri unter die Top 5

Anders beim FC Muri, wo Sinanovic bereits nach kurzer Zeit grosse Spuren hinterlassen hat. Mit sechs Treffern steht der offensive Mittelfeldspieler unangefochten zuoberst auf der Liste der Murianer Torschützen. Wie lange der Torreigen wohl noch anhalten wird? «Hoffentlich noch lange», schmunzelt Sinanovic.

Auch im Spiel gegen Gossau, als Sinanovic für einmal torlos blieb, bewies er mit einem Assist auf Michael Hohl seine Qualitäten in der Offensive. «Ich habe eigentlich bisher immer in der defensiven Offensive gespielt – auch als Profi».

Freunde auch neben dem Platz

Dass es momentan auf dieser Position so fruchtet, ist auch ein Verdienst vom Trainer. Es wird sich auch zeigen, wie der jetzige Topskorer mit dem Vorgänger harmoniert. Dass es neben dem Platz so gut zwischen Koch und Sinanovic läuft, könnte förderlich sein, muss aber nicht. Wenn Sinanovic auf die Qualitäten des Teams angesprochen wird, fällt unweigerlich der Name Koch. «Wenn Koch wieder angekommen ist, werden wir noch viel Freude mit ihm haben». Kochs Verletzung zog sich in die Länge – es braucht seine Zeit, bis man an seine Leistungen anknüpfen kann. Man kann jedenfalls gespannt sein, wie sich die beiden Freunde auf dem Feld schlagen werden – unter den Augen des Vorgesetzten versteht sich.