Handball
Eine Handball-Saison mit mehr Frust als Freude

Die Frauen von Wettingen/Siggenthal verlieren zu Hause in der NLB gegen Spono Nottwil mit 26:34. Die Möglichkeit zur Rache an Nottwil blieb aus.

patrizia obrist
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Handballmatch Wettingen/Siggenthal gegen Spono Nottwil
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Zwei Gegenspielerinnen reichen nicht, um Sabrina Mutter (Mitte, am Ball) am Torwurf zu hindern.
An der Nottwiler Verteidigung gibt es für Wettingens Eliane Estermann (Mitte) kein Durchkommen
Auch nicht durch die Nottwiler Verteidigung Alexander Wagner
Andrea Riechsteiner (rechts am Ball) kämpft sich an der Nottwiler Gegenspielerin vorbei.

Handballmatch Wettingen/Siggenthal gegen Spono Nottwil

Aargauer Zeitung

Als die Frauen von Wettingen/Siggenthal im letzten Jahr den Aufstieg in die zweithöchste Schweizer Liga perfekt machten, überkam sie ein unbeschreibliches Gefühl der Freude. Doch diese Liga ist nicht irgendeine Amateurliga, sondern die knallharte Wirklichkeit, wo der kleinste Fehler bestraft wird.

So war die Enttäuschung riesig, als es im Auftaktspiel gegen Spono Nottwil II sogleich eine krachende 19:33-Niederlage hagelte. Nebst dem Auftaktspiel sollten fast alle weiteren Partien dem jungen Team ohne grosse Erfahrung mehr Frust als Freude bereiten. Nun steht das Team abgeschlagen auf dem letzten Rang. Das drückt auf die Stimmung. Aber Trainerin Eva Szabo beruhigt: «Die Spielerinnen zeigten Charakter. Die gute Laune ist längst zurück.»

Rache an Nottwil?

Nun hatten die Aargauerinnen die Möglichkeit, Rache an Nottwil zu nehmen. Spielerin Nadia Lötscher sah die Niederlage, die vermeidbar gewesen wäre, schon vor dem Spiel kommen. Nach der ersten Halbzeit schien Wettingen/Siggenthal hoffnungslos mit 8:18 zurückzuliegen, ehe der Gastgeber in der zweiten Halbzeit unerwartet furios durchstartete und den Rückstand verkürzte. So hämmerten Spielerinnen wie Fabienne Hofer, Angela Keller und Andrea Riechsteiner den Ball plötzlich reihenweise ins Nottwiler Tor.

Hatte Szabo in der Pause die richtigen Worte gefunden oder den Spielerinnen einen Wundertrank gegeben, da die Tore nun fielen? Die Trainerin verneint: «Das Hoch folgt bei uns immer erst nach dem Tief.» Das heisst, dass es für Wettingen/Siggenthal üblich ist, meist (zu) spät ins Spiel zu finden und den Rückstand dann nicht mehr wettmachen zu können; so wie bei der 26:34-Niederlage gegen Nottwil. Darum mussten die Aargauerinnen nicht nur in diesem Spiel einmal mehr untendurch gehen. Szabo beunruhigt das bedingt: «Im Gegensatz zu Spielerinnen anderer Teams konnten unsere einfach noch nie in der höchsten Handballliga Spielpraxis sammeln.»

Der Traum vom Ligaerhalt

Trotz der misslichen Lage träumen die Aargauerinnen weiter vom Ligaerhalt. Zwar ist das Schicksal von Wettingen/Siggenthal schon besiegelt, denn sie müssen definitiv das Barrage-Spiel gegen den Abstieg bestreiten. Aber genau dort könnte der Gang in die untere Liga vermieden werden.

Wie es danach weitergeht, bleibt abzuwarten. Was eine längere Zugehörigkeit in der zweithöchsten Liga betrifft, hält sich Szabo bedeckt: «Wir haben talentierte Spielerinnen. Ob diese dem Klub aber die Treue halten werden, ist ungewiss und ohne gutes Kader macht die NLB wenig Sinn.»