Am vergangenen Wochenende fand eine Art Hauptprobe statt, die gelungen ist: «Mein Gesamteindruck ist sehr gut», meinte denn auch Gesamtwettkampfleiterin Mirjam Meier vor dem Rangverlesen gestern Nachmittag, «nur ein paar organisatorische Mängel müssen noch beseitigt werden.»

Dabei ist auch das erste Turnfestwochenende nicht zu unterschätzen. 3750 Jugendliche absolvierten einen Vereinswettkampf. 500 erwachsene Turnerinnen und Turner massen sich in einem Einzelwettkampf. Zudem spielten 400 Erwachsene Faustball, Korbball, Schnurball, Volleyball und Indiaca.

«Wir sind von den Anmeldungen überrumpelt worden», verriet Meier. Sie habe aber niemanden abweisen wollen. So habe sie sich im vergangenen November beim Organisationskomitee erkundigt, ob die benötigten Anlagen bereitgestellt werden können. Sie bekam grünes Licht, und so ergaben sich für das Regionalturnfest Stein fast gleich viele Anmeldungen wie 2011 für das Kantonalturnfest Brugg.

Bei der Jugend haben 113 Riegen den dreiteiligen Vereinswettkampf gewählt und nur gerade 3 den einteiligen. Immer mehr üben eine schätzbare Disziplin, wie Geräteturnen, Gymnastik oder Team Aerobic, ein. Früher hatten die Leiter das Gefühl, nur bei messbaren Disziplinen stimme Aufwand und Ertrag. Nun lassen aber Vereine, deren Erwachsene eine schätzbare Vorführung zeigen, auch ihre Jugend in diesem Bereich auftreten – als Nachwuchsförderung.

Ausgerechnet der Turnfestsieger bei der Jugend, der Turnverein Hubersdorf, hat mit Unihockeyparcours, Hindernislauf, Spieltest Allround, Weitsprung, Ballwurf und Hochsprung jedoch voll auf messbare Disziplinen gesetzt. Damit hat er hohe Noten erzielt, beim Ballwurf und Hochsprung sogar die Höchstnote 10, total 29,11 von 30 möglichen Punkten. Die Solothurner sind mit 65 Mädchen und Knaben sowie 10 Leitern nach Stein gereist. Ruth Stampfli, die Verantwortliche für die Jugend beim TV Hubersdorf, hatte vor dem Hindernislauf am meisten Respekt. «Den Hindernislauf kann man schlecht kalkulieren», meinte Stampfli, «besonders, wenn es nass ist.» Weil es in der Nacht geregnet hatte, war das Gelände feucht, morgens kurz vor neun Uhr als Hubersdorf am Start erwartet wurde. Doch die Angst war umsonst. Auch der Hindernislauf brachte mit 9,54 eine hohe Punktzahl ein.

Mitmachen steht an erster Stelle

Anders als an einer Aargauer Meisterschaft, wo vor allem hohe Noten angestrebt werden, steht am Turnfest das Mitmachen an erster Stelle. Es werden daher nicht nur Disziplinen gewählt, die einer Riege besonders liegen und in denen sie gute Leistungen erbringt. Vielmehr kann man am Turnfest auch Neues probieren. So fänden es die jungen Gymnastinnen des Turnvereins Brugg «cool», einmal gemeinsam zu rennen. Leiterin Annabarbara Bärtsch hat ein offenes Gehör dafür: «Wir werden nächstes Jahr etwas Läuferisches ins Programm aufnehmen», meinte sie lakonisch.