Handball
Eine Frau für zwei Meistertitel in zwei Sportarten

Die Freienwilerin Ariane Geissmann hat diese Saison eine aussergewöhnliche Doppelfunktion inne. Die 28-Jährige ist gleichzeitig Kreisläuferin beim Handballklub LK Zug und Assistenz-Teammanagerin beim Volleyballklub Volero Zürich.

Irene Müller
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Ariane Geissmanns Leben spielt sich zwischen einem Handball- und einem Volleyball-Spitzenklub ab.

Ariane Geissmanns Leben spielt sich zwischen einem Handball- und einem Volleyball-Spitzenklub ab.

Irene Müller

Sie ist eine der besten Handballerinnen der Schweiz und spielte schon in der besten Liga der Welt. Trotzdem ist Ariane Geissmann eine sehr bescheidene Person, die den Hype um sich nicht besonders mag. Dieser ist jedoch sehr berechtigt, denn die Freienwilerin hatte vor fünf Jahren als eine von wenigen Schweizer Tophandballerinnen den Sprung ins Ausland geschafft.

Dort hat sie unter anderem in einem slowenischen Spitzenteam in der Champions League mitgespielt, was sie selbst als persönliches Sporthighlight betitelt. Dass ihr eigener Trainer die 28-Jährige als beste Offensivverteidigerin der Schweiz betitelt, ist ihr fast unangenehm, sie spielt die Aussage sofort herunter: «Ich würde selbst nie so etwas von mir behaupten. Ich vergleiche mich nie gross mit anderen Spielerinnen. Es macht sehr viel aus, in welchem Team man spielt. Darum ist es schwierig, die Leistung einer Einzelnen beurteilen zu können.»

Mit dem LK Zug, bei dem Geissmann schon vor ihren Auslandaufenthalten gespielt hatte, traf es die Heimkehrerin gut. Die Zentralschweizerinnen gewannen in den letzten zwei Jahren den Meistertitel und gehören auch dieses Jahr wieder zu den Favoritenteams. Derzeit liegen sie auf Platz zwei. «Es kann noch alles passieren, die Saison geht noch lang», meint Geissmann dazu, «aber natürlich wollen wir Schweizer Meister werden, so wie alle anderen auch».

Doppeltitel im Visier

Obwohl Geissmann eine der erfolgreichsten Schweizer Handballerinnen ist, fehlt ihr paradoxerweise noch ebendieser höchste Schweizer Titel. Dies könnte sie in dieser Saison gleich doppelt nachholen: einmal als Handballerin beim LK Zug und einmal mit dem legendären Volleyballklub Volero Zürich. Dort arbeitet sie seit ihrer Rückkehr in die Schweiz im letzten Sommer als Assistentin des Teammanagements. «Natürlich würde ich mich freuen, dabei zu sein, wenn Volero wieder Schweizer Meister wird – wenn auch nur als Funktionärin.» Der haushohe Favorit befindet sich einmal mehr auf bestem Wege zur Titelverteidigung.

Um das Handballtraining aber trotz dem neuen Job nicht zu vernachlässigen, stösst die zurzeit in der Gemeinde Obersiggenthal wohnhafte Geissmann ab und zu auch an ihre Grenzen. «Manchmal ist es schon sehr anstrengend und die Freizeit kommen dabei oft zu kurz», erzählt die sympathische Sportlerin. «Aber das störte mich bisher noch nicht. Ich habe einen abwechslungsreichen Tag und sitze nicht nur die ganze Zeit im Büro, sondern bin oft unterwegs oder in der Halle.»

Handball über allem

Mit dem Handballspielen aufhören kommt für die Zuger Teamseniorin ebenfalls noch nicht infrage. «Ich fühle mich fit und habe den Vertrag bei Zug schon um ein Jahr verlängert. Auch in Zukunft werde einfach ich Jahr für Jahr weiterschauen.» Ihre Leidenschaft zum Handball kann sie in ihrem Privatleben mit ihrem Freund Leonard Pejkovic teilen, der bei den Endinger Handballern in der NLB als Kreisläufer spielt. «Das ist sehr wichtig, denn so teilen wir die Liebe zu unserem Sport. Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass ich noch handballverrückter bin als er.»

Ihr Traum ist ein Handballklub nach dem Vorbild von Volero Zürich. «Ich fände es super, wenn es im Schweizer Frauenhandball ein paar Investoren gäbe, die ein, zwei Klubs so pushen würden, damit sie auch in der Champions League konkurrenzfähig wären. So wie sie es bei Volero der Fall ist.»