Schiessen
Eine Europameisterschaft ohne Albträume in Osijek?

Der 20-jährige Bottenwiler Christian Klauenbösch startet erstmals an einer Elite-EM. Obwohl er zuletzt Probleme mit seiner neuen Schnellfeuer-Pistole bekundete, ist der Aargauer im Hinblick auf seinen Einsatz in Osijek zuversichtlich.

Pascal Kamber
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Konnte den Titel nicht verteidigen: Christian Klauenbösch.

Konnte den Titel nicht verteidigen: Christian Klauenbösch.

Im Volksmund heisst es, dass eine missglückte Hauptprobe ein gutes Omen für den folgenden Wettkampf bedeutet. So gesehen darf Christian Klauenbösch voller Zuversicht an die Europameisterschaft im Schiessen in Osijek reisen.

Der 20-Jährige bekundete anlässlich des letzten Weltcup-Aufenthalts in Granada von Anfang Juli Probleme mit seiner olympischen Schnellfeuerpistole. Beim offiziellen Training hat sich bei Klauenböschs neuer Waffe, mit der er seit Februar schiesst, der Abzug verstellt, worauf sein Zeigefinger plötzlich 500 Gramm mehr Gewicht ziehen musste.

«Das hat mich ziemlich aus dem Konzept gebracht», blickt der Bottenwiler auf den Albtraum eines jeden Schützen zurück. Wenig überraschend lieferte er mit 545 Punkten sein schwächstes Resultat in der laufenden Saison ab.

Zurück in der Schweiz reagierte Christian Klauenbösch umgehend und entschied sich, im Hinblick auf die EM in Kroatien wieder auf seine alte Waffe zurückzugreifen. «In Osijek brauche ich eine Pistole, auf die ich mich verlassen kann», begründet er diesen radikalen Schritt.

Der Taucher in Granada steht im krassen Gegensatz zu Klauenböschs Auftritt in München im vergangenen Mai. Gleich bei seinem ersten Einsatz an einem Weltcup-Anlass stellte der gelernte Polymechaniker mit 574 Punkten einen Aargauer Rekord auf.

«In München lief der Wettkampf so, wie ich es mir vorgestellt habe», sagt Christian Klauenbösch. Eine genaue Platzierung oder eine bestimmte Punktzahl hat sich das Mitglied der Schützengesellschaft Zofingen in Osijek indes nicht zum Ziel gesetzt – auch wenn Klauenbösch sagt, «dass bei optimalem Verlauf ein Rang im vorderen Drittel möglich ist».

Für ihn sei es im ersten Jahr bei der Elite wichtiger, Erfahrung sammeln zu können. Schliesslich spielen auch die Olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro eine Rolle in seiner Karriereplanung.

Momentan ist Rio noch Zukunftsmusik. Christian Klauenböschs Fokus ist voll und ganz auf die bevorstehende EM gerichtet. Nachdem er sich am letzten Wochenende mit dem Nationalkader auf dem Kerenzerberg den letzten Schliff geholt hat, folgt am Freitag die Abreise nach Kroatien. Zwei Tage später steht das offizielle Training auf dem Programm, ehe am Montag und Dienstag je 30 Wettkampfschüsse abgefeuert werden.

Trifft der Bottenwiler oft genug das Schwarze, bildet der Final der besten sechs am Dienstag den Abschluss seines EM-Einsatzes. Der Höhepunkt rückt also näher – weshalb bei Christian Klauenbösch eine steigende Unruhe aufkommt. «Aber etwas Nervosität schadet nicht», meint er mit einem Lachen.