Pferderennen
Eine Aargauerin fliegt nach Arabien an das teuerste Pferderennen

Sibylle Vogt kommt ursprünglich aus dem aargauischen Leimbach. Die 24-Jährige wohnt aber seit einiger Zeit in Deutschland, da dort der Pferderennsport präsenter ist als in der Schweiz. Die Leimbacherin lebt in Bexbach (Saarland) und arbeitet in Iffezheim bei Baden-Baden am Hof von der Trainerin Carmen Bocskai. Nun wurde sie eingeladen ans höchstdotierte Rennen der Welt.

Laura Pirroncello
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Sibylle Vogt ist in Deutschland die Nummer 1 der Frauen im Pferderennsport.

Sibylle Vogt ist in Deutschland die Nummer 1 der Frauen im Pferderennsport.

imago images

Vogts Leidenschaft für Pferde begann schon früh. Im Alter von 11 Jahren ritt sie ihre erste Fuchsjagd und wurde direkt erste. Am Schluss von dieser Jagd gab es einen kleinen Rennabschnitt und die Aargauerin hatte ein schnelles Pony. Dadurch wurde Hansjörg Speck aus Reinach auf die Reiterin aufmerksam und fragte, ob sie an Ponyrennen teilnehmen möchte. Noch im selben Jahr wurde Vogt Schweizer Meisterin. Später machte sie eine Lehre als Rennreiterin bei Carmen Bocskai.

Ihre Tätigkeit am Hof besteht aus Reiten. Pro Tag reitet sie sechs bis acht Pferde. Für die Reiterin ist dies auch ein Training. Doch das alleine reiche nicht: «Ich betreibe auch Fitness, gehe Joggen und trainiere die Ausdauer», sagt Vogt.

Die Leidenschaft steht im Vordergrund

In Deutschland ist die Schweizerin aktuell die Nummer 1 bei den Frauen. Nun wurde sie eingeladen an die Prämiere des teuersten Pferderennens der Welt: den Saudi Cup. Dieser findet am 28. und 29. Februar in Riad statt. Am ersten Renntag bilden vier Rennen die sogenannte stc International Jockeys Challenge. Für jedes Rennen gibt es Punkte anhand der Platzierung. Am Ende ergibt sich ein Gesamtsieger. Die Gewinnsumme beträgt pro Rennen 400’000 USD. Der Gesamtsieg ist zusätzlich auf 30’000 USD dotiert. «Das Geld ist schon ein Anreiz», sagt Vogt. Schliesslich sind die Rennen der Beruf der Jockeys. Dennoch lieben alle Rennreiter die Pferde. «Es geht also nicht hauptsächlich um das Geld, sondern es ist auch einfach eine Leidenschaft», sagt die Aargauerin.

Zur Jockeys Challenge wurden je sieben Frauen und Männer aus dem Pferderennsport der ganzen Welt eingeladen. Vogt weiss, dass es ein schweres Rennen wird: «Es sind viele bekannte Jockeys dabei». Doch als Sportler wolle man natürlich gewinnen. Sie ist aber realistisch und will einfach das Beste aus jedem Rennen herausholen.

Auslosung zugunsten der Fairness

Die Pferde werden für jedes Rennen ausgelost. Man braucht also etwas Glück. Sibylle Vogt findet das nur fair: «Sonst wird man für die meisten Rennen von den Trainern angefragt und kann sich eines ihrer Pferde aussuchen», sagt sie. Je bekannter man ist, desto bessere Trainer mit grösseren Ställen fragen einem an. Dank der Auslosung haben so alle dieselben Chancen. Denn das Pferd ist eine wichtige Komponente: «Es ist egal, wie gut man als Reiter ist. Das Ross muss mitmachen, sonst bringt einem alles nichts», sagt Vogt.

Für sie ist die Teilnahme in Arabien eine grosse Ehre und gleichzeitig auch Werbung: «Je mehr dein Name in die Welt kommt, desto einfacher ist es, weiter zu kommen», sagt sie. Gerne möchte sie über den Winter für eine gewisse Zeit ins Ausland. Als Ziel setzt sie sich Japan oder Dubai. Ihre weitere Reiterzukunft stehe aber noch in den Sternen, vielleicht bleibe sie in Deutschland oder gehe nach Frankreich. Man wird es sehen. Zunächst fliegt sie jetzt nach Arabien und kann hoffentlich Werbung in eigener Sache machen.