Bob
Eine Aargauerin auf dem Weg nach Sotschi

Olympia ist ein Traum für jeden Sportler. So auch für die 26-jährige Michelle Huwiler. Sie hat gute Chancen, dass ihr Traum im Februar in Sotschi in Erfüllung geht.

Fabian Kleeb
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Die Aargauerin Michelle Huwiler hat gute Karten, an den Olympischen Spielen starten zu können.

Die Aargauerin Michelle Huwiler hat gute Karten, an den Olympischen Spielen starten zu können.

Fabian Kleeb

Michelle Huwiler gehört zu den besten Anschieberinnen im Schweiz Bobsport. Fünf Schweizerinnen befinden sich noch in der Selektionsauswahl, drei davon dürfen im Februar an die Olympischen Winterspiele nach Russland fahren. Huwiler, die während der Sommermonate als Physiotherapeutin arbeitet, glaubt fest daran, ihr grosses Ziel erreichen zu können. «Die Chancen stehen wirklich sehr gut», betont die Ennetbadenerin.

Michelle Huwiler ist in bester Verfassung. «So gut wie diesen Sommer habe ich noch nie trainiert», erklärt die Bob-Anschieberin. Zudem ist sie, im Gegensatz zur letztjährigen Vorbereitung, verletzungsfrei geblieben. An diesem Wochenende finden in Andermatt die Schweizer Anschieb-Meisterschaften statt. Hier kann sie einen weiteren grossen Schritt für die Olympiaqualifikation vollbringen, da die Resultate vom Verband bei der Selektion berücksichtigt werden. Den Einzelwettkampf möchte sie unbedingt gewinnen. Aber auch im Zweier will sie gemeinsam mit Edith Burkard voll angreifen. Zusammen mit ihr erreichte Huwiler an der letztjährigen Junioren-WM den vierten Rang.

Gute Leistungen auch bei den Tests

Ein weiteres Kriterium sind die Leistungstests, die vom Verband Swiss Sliding veranstaltet werden. Im Frühling konnte sie den ersten Test gewinnen. Bei jenem in der vergangenen Woche landete sie auf dem dritten Platz. Beim Anschieben war die Ennetbadenerin die Beste, aber durch den Sprint fiel sie etwas zurück. Huwiler stellt grosse Anforderungen an sich selbst und sagt deshalb auch, dass sie mit ihrem dritten Rang im zweiten Test nicht ganz zufrieden war.

In Reinach, Oberentfelden und Baden trainiert die Bobfahrerin hart für ihren Erfolg. Gemeinsam mit Trainer Tommy Herzog arbeitet sie in Reinach vorwiegend an der Schnellkraft. In Oberentfelden gibt es eine Anschiebbahn, dort steht die Technik im Vordergrund. Unter den Augen von Coach Lars Pissokel trainiert Huwiler in Baden ihre Sprintfähigkeiten. «Wenn ich eine Schwäche habe, dann liegt diese im Sprint», sagt die Aargauerin. Entsprechend wurden die Schwerpunkte auf die Verbesserung des Sprints ausgelegt.

In Sotschi sind starke Anschieberinnen gefragt

Diesen Frühling reiste Michelle Huwiler mit dem Schweizer Bobteam erstmals an die Olympiastätte nach Sotschi. Vom vorherrschenden Gigantismus ist die Bremserin nicht begeistert, dennoch waren es spannende Eindrücke in Russland. Auf der Olympiabahn hat die 26-Jährige wichtige Erfahrungen gesammelt. «Die Bahn ist anders als alle anderen. Gut finde ich, dass die Strecke durch ein ständig wechselndes Profil selektioniert.» Aufgrund eines relativ flachen ersten Streckenabschnittes gewinnt die Arbeit der Anschieberin zusätzlich an Wert. Nach dem Start geht die Bahn in ein ständiges Wechselbad zwischen steilen und eher flachen Passagen über.

Auf den zweiten Aufenthalt in Sotschi im November freut sie sich schon heute und hofft gleichzeitig, noch ein drittes Mal anreisen zu dürfen. Bis es soweit ist, steht zuerst ein zweiwöchiges Trainingslager in Frankreich und dann ab Ende November die Weltcupsaison auf dem Programm. An den insgesamt acht Rennen will die Anschieberin unbedingt ihren ersten Weltcup-Podestplatz realisieren. Wenn Michelle Huwiler verletzungsfrei bleibt, darf sie damit rechnen, am 18. Februar 2014 gemeinsam mit Pilotin Fabienne Meyer am Start der Olympiabahn stehen wird.

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