«Välkommen till Sverige – Willkommen in Schweden.» Obwohl die beiden Eishockeyanerinnen Julia und Stefanie Marty noch kein Wort Schwedisch können, müssen sie sich schon bald ans Leben in Skandinavien gewöhnen. Die beiden 25-Jährigen zieht es in den Norden. Sie wechseln nach zwei Jahren beim SC Reinach zum HC Linköping in die oberste schwedische Liga.

Der Grund für den Wechsel ist schnell gefunden: Die beiden Nati-Cracks wollen sich bestmöglich auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr in Sotschi vorbereiten. Bereits vor einem Jahr kam die Anfrage des schwedischen Erstligisten, doch wollten die beiden Nussbaumerinnen zuerst ihr Studium beenden. Nun bietet sich eine optimale Gelegenheit für die beiden Martys, die auch mit Teams aus Finnland und Russland in Kontakt standen. Doch in Schweden herrschen die besten Bedingungen, die die Schweiz nicht bieten kann, um die 25-Jährigen für die Mission Olympia zu unterstützen.

Verantwortung übernehmen

Dort warten jedoch auch diverse Veränderungen auf die Marty-Zwillinge. Das Niveau sei in Schweden zwar nicht viel höher als in der Schweiz, doch sind die Kader um einiges grösser. Zudem müssen sich die zwei Nati-Teamstützen auch an neue Rollen gewöhnen. «Wir haben wahrscheinlich eine etwas kleinere Rolle, können aber schon viel Erfahrung mitbringen», erklärt Stefanie. Julia ergänzt: «Wir wollen uns gut ins Team einfügen und auch Verantwortung übernehmen.»

Trotzdem sind die Erwartungen der Zwillinge hoch. «Wir wollen natürlich sportlich einen Schritt weiter kommen, aber auch das Team so gut wie möglich unterstützen», erläutert Julia. Und am besten gleich den Meistertitel holen. «In Schweden sind die Top 4 nahe zusammen, klar muss das Ziel Meister sein», so Julia weiter.

Das zweite Ausland-Abenteuer

Viel vorbereitet ist für den zweiten Ausland-Einsatz der Zwillinge aber noch nicht. Einzig ein Appartement wurde den beiden vom Verein zur Verfügung gestellt. Sorgen machen sich die Nussbaumerinnen aber keine – die Vorfreude überwiegt. «Wir gehen ja zum Hockeyspielen rauf», meint Stefanie. Und gemeinsam geht ja bekanntlich alles besser. Der Wechsel im Doppelpack ist so auch keine grosse Überraschung. «Wir haben beide verschiedene Teams angeschaut, fanden dann aber beide, dass Linköping das Beste ist», sagt Stefanie.

Gross Heimweh werden die beiden kaum haben, da sie für die Nationalmannschaft immer wieder kurz zu Hause vorbeischauen können. Zudem sei die Saison gar nicht so lange und Linköping gar nicht so weit entfernt. «Ein bisschen reisen, ein bisschen Hockey», witzeln sie. Alles in allem ist alles bereit für die Nati-Cracks, um eine erfolgreiche Olympia-Vorbereitung zu geniessen. Auch wenn dann auf einmal die schwedischen Teamkolleginnen zu Gegnern werden.