FC Aarau

Ein Zweikampf mit offenem Ausgang - die Goalies Pelloni und Bucchi kämpfen um die Vorherrschaft im Aarauer Tor

Das Goalie-Trio Ulisse Pelloni (r.), Lorenzo Bucchi (M.) und Nachwuchsmann Lars Hunn besprechen sich während des Dehnens im Trainingslager in Marbella mit ihrem Torhüter-Trainer Swen König.

Das Goalie-Trio Ulisse Pelloni (r.), Lorenzo Bucchi (M.) und Nachwuchsmann Lars Hunn besprechen sich während des Dehnens im Trainingslager in Marbella mit ihrem Torhüter-Trainer Swen König.

Swen König hat als Torhüter-Trainer des FCA den Luxus, mit Ulisse Pelloni und Lorenzo Bucchi zwei Goalies unter seinen Fittichen zu haben, die beide auf einem hohen Niveau trainieren und sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen. Wer für die Rückrunde die besseren Kartzen auf die Nummer 1 hat, steht indes noch nicht definitiv fest.

Ulisse Pelloni versus Lorenzo Bucchi. 22-jähriger Tessiner gegen 33-jährigen Römer. Diese Formulierungen sind natürlich massiv überspitzt – und trotzdem: die beiden Goalies kämpfen um die Nummer 1 im Tor des FC Aarau.

Anfang Saison war die Sache klar: Bucchi spielte in der Meisterschaft, Pelloni erhielt die Spiele im Cup zugesprochen. Als die Mannschaft im Oktober in ein Loch fiel und die guten Resultate ausblieben, wurde noch nichts an der Hierarchie zwischen den Pfosten verändert, als die Aarauer im November aber in drei Partien gleich elf Gegentore kassierten, reagierte Schällibaum und schenkte für die letzten beiden Spiele der Hinrunde Pelloni das Vertrauen.

Impressionen aus dem FCA-Trainingslager: Tag 6

«Natürlich war ich enttäuscht darüber. Aber ich habe das nicht als Entscheidung gegen mich aufgefasst. Der Trainer wollte ein Zeichen setzen, leider war ich dieses Zeichen», sagt Bucchi während des neuntägigen Trainingslagers in Spanien, knapp zwei Monate nach seiner vorläufigen Degradierung. Vorläufig deshalb, weil Trainer Marco Schällibaum die Frage nach der Nummer 1 für die Rückrunde offenlässt.

Beide Torhüter erhalten in der Vorbereitung bei den Testspielen gegen den FC Thun (1:6), den FC Liefering (3:0) und die Suwon Samsung Bluewings (Mittwoch, 15.00 Uhr) je anderthalb Halbzeiten, um sich zu beweisen. Wer beim letzten Testspiel der Rückrundenvorbereitung am kommenden Sonntag gegen die Grasshoppers im Tor steht ist derzeit noch offen. Ebenfalls nicht sicher ist, dass derjenige dann auch automatisch als Nummer 1 in die Rückrunde starten wird.

Von dieser Ausgangslage lässt sich Pelloni nicht nervös machen: «Ich bleibe ruhig. Im Sommer, als ich von Chiasso nach Aarau zurückkam, war klar, dass ich Ersatzgoalie bin», sagt er. Folgerichtig ist es für ihn bereits ein Erfolg, dass die Nummer 1 in der Winterpause überhaupt zur Diskussion steht.

Doch auf diesem Zwischenziel ruht sich Pelloni nicht aus: «Ich habe mich während meiner Ausleihe in Chiasso weiterentwickelt. Ich arbeite professioneller und härter – und das bezahlt sich nun aus.» Den Zweikampf um die Nummer 1 erleben sowohl Pelloni als auch Bucchi nicht als ein Gegeneinander, sondern als ein Miteinander. «Natürlich wollen wir beide spielen. Aber wir verstehen uns sehr gut, auch abseits des Rasens. Deshalb unterstützt der eine den anderen. Egal, wie der Trainer sich schlussendlich entscheidet», sagt Bucchi.

Das Ziel ist eine klare Nummer 1

Torhütertrainer Swen König kann dem nur beipflichten: «Die beiden reagieren hin sehr gut auf die Situation. Das ist nicht selbstverständlich. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es für einen Goalie einfacher ist, wenn die Hierarchie klar ist.» Für den 31-Jährigen ist die Situation auch irgendwo ein Luxus, denn so hat er zwei Torhüter, die auf einem hohen Niveau trainieren und sich gegenseitig zu Höchstleistungen pushen.

«Klar ist es mein Ziel, eine langfristige Nummer 1 zu haben», sagt König, «aber derzeit gestaltet sich eine Entscheidung schwierig. Es geht nicht darum, sich gegen, sondern sich für einen der beiden zu entscheiden. Schlussendlich entscheidet aber so oder so der Trainer, ich kann ihn dabei nur beraten.»

Noch keinen Einfluss auf den Kampf um die Nummer 1 hat derzeit Lars Hunn. Der 17-Jährige trainiert seit dem Sommer mit dem Fanionteam des FC Aarau und soll in seinem ersten Trainingslager in erster Linie für seine persönliche Entwicklung profitieren. «Lars hat ein riesiges Potenzial. In gewissen Bereichen ist er bereits jetzt über dem Durchschnitt. Langfristig ist es schon unser Ziel, dass wir ihn als Torhüter aus dem eigenen Nachwuchs im Team installieren können», sagt König.

Hunn trainiert, wenn er nicht gerade im Trainingslager dabei ist, unter der Woche möglichst häufig mit der ersten Mannschaft und sammelt am Wochenende als Stammtorhüter des Team Aargau U21 Spielpraxis.

Läuft seine Entwicklung wie geplant, wird er dereinst auch einmal in den Kampf um die Nummer 1 zwischen den Pfosten des FC Aarau involviert sein – so wie jetzt Pelloni und Bucchi.

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