Faustball
Ein unerwarteter Titelgewinn für Oberentfelden

Die Männer des STV Oberentfelden krönen sich überraschend zum Schweizer Meister, dafür müssen sich die Frauen, die als Favoritinnen ins Finalwochenende gestartet waren, mit der Silbermedaille begnügen.

Fabio Baranzini
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STV Oberentfelden
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Grosser Jubel bei Kevin Nützi und seinen Teamkollegen des STV Oberentfelden. Sie gewannen den zweiten Hallen-SM-Titel der Vereinsgeschichte.
Die Frauen - im Bild Christine Meran - des STV Oberentfelden-Amsteg haben bis zum Schluss gekämpft, zum Titel reichte es aber nicht

STV Oberentfelden

Rolf Wolfensberger

Verkehrte Welt an den Finalspielen in Kirchberg: Als letzte Mannschaft hat sich der STV Oberentfelden nach einer verkorksten Vorrunde nur ganz knapp für die Playoff-Finalspiele qualifizieren können. Am Ende stehen sie nun aber als grosse Sieger da und können den Schweizer Meistertitel bejubeln. Es ist der zweite Hallentitel in der Vereinsgeschichte. «Dass wir so gut spielen wie an diesem Wochenende, konnten wir nun wirklich nicht erwarten. Aber das nehmen wir natürlich gerne an», freute sich Trainer Christian Zbinden kurz nach dem Titelgewinn.

Selbstvertrauen getankt

Den Grundstein für den Erfolg haben die Oberentfelder im Halbfinalspiel gegen Diepoldsau gelegt. Nach einem souveränen Start – den ersten Satz gewannen sie mit 11:4 – gerieten sie mit 1:2-Sätzen ins Hintertreffen. Die Abwehr patzte immer wieder und die Zuspiele passten nicht mehr so gut wie noch zu Beginn der Partie. «Mit einigen Umstellungen in der Defensive fanden wir unsere Stabilität wieder und wurden auch bei den Zuspielen wieder viel genauer», analysierte Zbinden. Die Auswirkungen schlugen sich im Resultat deutlich nieder. Aus dem 1:2-Rückstand wurde ein 4:2-Sieg. Die Oberentfelder standen im Final. Und noch viel entscheidender: Sie hatten das nötige Selbstvertrauen getankt, das in der Vorrunde oftmals gefehlt hat. «Nachdem wir Diepoldsau geschlagen haben, glaubte ich daran, dass wir auch den ganz grossen Wurf landen können», so Zbinden.

Potenzial voll abgerufen

Und genau das taten die Oberentfelder. Im Finalspiel gegen Wigoltingen, das erstmals in einem Endspiel in der Halle stand, gelang den NLA-Cracks des STV Oberentfelden eine ganz starke Leistung. Gleich mit 4:0 fertigten sie die Wigoltinger ab und krönten sich zum Schweizer Meister. Ein Titel, mit dem wohl vor dem Finalweekend nur ganz wenige gerechnet haben. «Im Final konnten wir unser Potenzial voll abrufen und haben sogar noch etwas besser gespielt als im Halbfinal. Wir sind sehr glücklich, dass wir diesen Titel gewinnen konnten», gab Christian Zbinden zu Protokoll.

Erste Niederlage im Final

Dass in dieser Hallensaison eine goldene Medaille nach Oberentfelden geht, ist an sich keine allzu grosse Überraschung. Die meisten hätten dabei ihr Geld allerdings auf die Frauen gesetzt. Nach sieben Siegen in der Vorrunde und einer sehr starken Leistung beim 3:0-Sieg im Halbfinal gegen Diepoldsau ging das Team von Benjamin Marti-Suter auch als Favorit ins finale Duell um den Titel gegen Jona. Doch von Beginn weg lief es dem STV Oberentfelden-Amsteg nicht wie gewünscht. «Wir fanden nicht so in die Partie, wie wir das wollten. Wir machten auf jeder Position zu viele Fehler», so Benjamin Marti-Suter. «Die Stimmung im Team war gut. Wir haben gekämpft und uns aufgeopfert, aber irgendwie kamen wir nicht aus dieser Situation heraus.»
Jona wusste die nicht optimale Leistung des STV Oberentfelden-Amsteg gekonnt auszunutzen und fügte dem Team die erste Niederlage der Saison zu. Und das ausgerechnet im Finalspiel. «Wenn du als Qualisieger in die Playoff startest, dann ist nur der Titel gut genug. Aber Jona ist ein absolut ebenbürtiger Gegner und spielte im Final schlicht ein Stück besser als wir», musste Marti-Suter nach dem Finalspiel neidlos anerkennen.

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