FC Aarau
Ein Transfer und sein Nachspiel: Die verlorene Unbeschwertheit von Varol Tasar

Seit bekannt ist, dass er zu Servette wechselt, hat FCA-Stürmer Varol Tasar nicht mehr getroffen. Der einst so torgefährliche Spieler sieht sich mit erschwerten Bedingungen konfrontiert und konnte sich bis heute nicht frei spielen.

Sebastian Wendel
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Momentan prallt Varol Tasar an den gegnerischen Verteidigungslinien ab – wann findet er zurück zur Unbeschwertheit?

Momentan prallt Varol Tasar an den gegnerischen Verteidigungslinien ab – wann findet er zurück zur Unbeschwertheit?

Marc Schumacher/freshfocus

Was ist bloss mit Varol Tasar los? In den ersten 20 Saisonspielen hat der 22-Jährige sechs Tore erzielt und ebenso viele vorbereitet. Dann wurde am 13. Februar bekannt, dass Tasar ab der kommenden Saison das Trikot von FCA-Ligakonkurrent Servette tragen wird.

Seither sind fünf Spieltage ins Land gezogen. Tasars Bilanz in diesen: Null Tore, null Vorlagen. Den Titel des teaminternen Topskorers hat er mittlerweile an Teamsenior Stefan Maierhofer verloren.

Die Zahlen sprechen gegen Tasar und geben jenen recht, die behaupteten, Tasar sei seit der Unterschrift mit den Gedanken bereits in Genf. Doch FCA-Trainer Patrick Rahmen wird auch im Heimspiel gegen Schaffhausen am Samstag auf seinen pfeilschnellen Flügelstürmer zählen.

Warum? Weil hinter dessen Ladehemmung nicht etwa mangelnder Einsatzwille steckt: Tasar trainiert vorbildlich und gibt auch in den Spielen alles.

Veränderte Bedingungen

Es scheint eher umgekehrt: Und zwar, dass Tasar mit aller Macht den Skeptikern beweisen will, dass er sehr wohl noch mit Kopf und Herz beim FCA ist. Dadurch geht jene Unbeschwertheit flöten, die ihn zuvor so stark gemacht hat. Nun geht er mit dem Kopf durch die Wand.

Kommt dazu: Durch seine tollen Auftritte in der Vorrunde und den Fakt, dass Ligakrösus und Wahrscheinlich-Aufsteiger Servette ausgerechnet ihn verpflichtet hat, geniesst Tasar bei den gegnerischen Mannschaften einen höheren Stellenwert.

Wetten, dass Schaffhausen-Trainer Jürgen Seeberger Tasar in der Matchvorbereitung ein Kapitel widmete? Das war im vergangenen Jahr noch nicht so, als Tasar mehr Freiheiten auf dem Platz genoss. Mittlerweile wird er auch mal in Manndeckung genommen.

Tasar-Tore für die Barrage

Der Einsatz stimmt. Trotzdem muss Varol Tasar in den nächsten Spielen Argumente in Form von Toren oder Vorlagen liefern, um seinen Stammplatz zu festigen. Mit Peyretti, Liechti und Almeida stehen Konkurrenten bereit, die in den Trainings viel Eigenwerbung betrieben haben.

Bleibt für den FC Aarau zu hoffen, dass Tasar rasch zu seiner Gefährlichkeit zurückfindet. Tasar-Tore und -Vorlagen sind nötig, um den Abstand auf den Barrage-Platz weiter zu verringern.

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