Ringen

Ein teuer bezahlter Pflichtsieg für Freiamt

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In der zweiten Runde der neuen Saison legten die Freiämter Ringer offen, dass die Nationalliga A eine Zweiklassengesellschaft geworden ist. Abstiegskandidat Brunnen war kein Herausforderer.

Bereits zur Pause war klar, dass die Innerschweizer mit einer Kanterniederlage heimreisen werden. Dennoch zeigte Trainer Marcel Leutert zum Schluss ein betrübtes Gesicht. 84-kg-Ringer Nicola Küng hatte sich im Kampf gegen Ruedi Appert wieder einen Kreuzbandriss zugezogen. Im Frühjahr war er am rechten Knie genau mit derselben Verletzung operiert worden.

Die restlichen neun Kämpfe gefielen Leutert aber durchwegs. Wohl gelang den noch nicht in Bestform ringenden Freiämtern nicht alles wunschgemäss. Aber der Kampfgeist liess keine Wünsche offen. Vor der Pause machten sowohl Reto Stadelmann wie Pascal Gurtner einen 0:3-Punkterückstand mit beherztem Einsatz wett.

Das mit Spannung erwartete Murer-Bruderduell verlief allerdings leicht enttäuschend. Weil sich die beiden aufgrund der vielen gemeinsamen Trainings zu gut kennen, begnügte sich Thomas gegen Markus zweimal mit einem 1:0, wobei er in der zweiten Runde im Zwiegriff gar das Losglück beanspruchte.

Brunnen gedemütigt

In der zweiten Hälfte beherrschten auch Christoph Küng, Sandro Vollenweider und Ivan Kron ihren Gegner jeweils souverän. Sogar Teamneuling Roman Zurfluh verwehrte Brunnen bei seiner NLA-Premiere einen versöhnlichen Abschluss. Florian Betschart, ein 74-kg-Spitzenringer im griechisch-römischen Stil, brachte gegen die flexible Abwehr des 16-jährigen Dietwilers nur zwei einzelne Wertungen zustande. Da huschte auch Leutert ein Strahlen übers Gesicht. «Er hat sehr gut verteidigt, ich hatte bei ihm eine höhere Niederlage kalkuliert.»

Lücke im Team

Dennoch dominierten im Freiämter Lager die negativen Gefühle, denn der Saisonausfall von Nicola Küng reisst eine empfindliche Lücke in die Mannschaft. Trainer Leutert stellte zwar in Aussicht, dass er einen Ersatz in der Hinterhand habe. Dennoch steht Freiamt in zwei Wochen beim nächsten Heimkampf gegen Willisau vor einer weit schwierigeren Aufgabe. «Die Chancen stehen wie immer gegen Willisau bei 50:50». Zumindest mehr Spannung ist in zwei Wochen gewiss.

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