Zum achten Mal in Serie wird am kommenden Sonntag auf der Badener Baldegg in die europäische Radquersaison gestartet. Seit der Premiere im Jahr 2011 hat sich auf den ersten Blick wenig verändert. Das Konzept, die Kombination aus Kinder-, Nachwuchs-, Breitensport- und Elite-Rennen, ist gleichgeblieben. Die Strecke hat sich, abgesehen von wenigen Details, nur unmerklich verändert und der organisierende Verein Süpercycling Baden besteht immer noch aus einem kleinen Grüppchen radsportverrückter Freunde.

Bei genauerem Betrachten fällt aber schnell auf, dass sich im Laufe der Jahre doch einiges getan hat. Von weniger als 300 Teilnehmern bei der Premiere, was damals ein Riesenerfolg war, sind die Zahlen im Verlaufe der Jahre stetig gestiegen. Vor zwei Jahren wurde erstmals die Marke von 600 Startenden überstiegen und bei der letzten Austragung mit 663 gar ein neuer Rekord aufgestellt.

Dieser Trend ist auch der Gründung der EKZ CrossTour zu verdanken. Das ehemalige «Süpercross», dessen Namen noch heute in der Region Baden verankert ist, war Grundbaustein der 2014 neu lancierten Schweizer Radquerserie. Die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich und der Badener OK-Präsident Christian Rocha entwickelten zusammen die Idee, das Süpercross-Konzept auf weitere Veranstalter auszudehnen und somit den Sportlern, Zuschauern und auch den Medien eine Geschichte von September bis Januar präsentieren zu können.

Langfristigkeit als Erfolgsgarant

Christian Rocha sieht denn auch in der Zusammenarbeit mit den EKZ wie auch mit den weiteren lokalen CrossTour-Veranstaltern den Schlüssel zum Erfolg: «Im Sport-, wie auch im Eventbereich ist Kontinuität der entscheidende Faktor. Einen Partner wie die EKZ zu haben, die ein Projekt wie das Süpercross über die Jahre hinweg mit- und weiterentwickeln, ist Gold wert.»

Radquer ist also keine Randsportart mehr für Freaks, die sich gerne im Herbst und Winter im Dreck austoben, das Rad über Hindernisse schultern und waghalsig über steile Abhänge runterdonnern. Radquer ist im Laufe der letzten Jahre massentauglich geworden. Dies auch dank der Hobbykategorie «Cross für alle» und den Kids-Cross-Rennen. Es ist gut möglich, dass am Sonntag sogar erstmals mehr als 700 Anmeldungen auf der Baldegg eingehen. Die Wetterprognosen versprechen nochmals einen wunderbaren Spätsommertag.

Die sportlichen Geschichten werden zum Ende des Tages bei den beiden Rennen der Elite Frauen und Männer geschrieben. Während bei den Frauen die deutsche WM-Fünfte Elisabeth Brandau als heisseste Siegesanwärterin gilt, kann bei den Männern kaum ein Favorit ausgemacht werden.

Die Schweizer Nicola Rohrbach, letztjähriger Zweiter, Zahner, Wildhaber und Forster werden versuchen erstmals für einen Schweizer Sieg bei den Männern zu sorgen. Die internationale Konkurrenz kommt vor allem aus Holland (David van der Poel), Belgien (Dieter Vanthourenhout), Deutschland (Marcel Meisen) und Frankreich (Francis Mourey und Steve Chainel).

Ein Grosser sagt «au revoir»

Bei der achten Austragung auf der Baldegg verabschiedet sich auch einer, der die Geschichte dieses spektakulären Rennens massgeblich mitgeschrieben hat. Der neunfache französische Meister Francis Mourey (37) beginnt am Sonntag in Baden seine Abschiedssaison.

In den ersten fünf Jahren stand Mourey bei jeder Austragung auf dem Podest. Zweimal gewann er auf der Baldegg und wurde so zu einem der Publikumslieblinge. Unvergessen bleibt das Duell mit Lukas Flückiger im Jahr 2012, als Mourey und Flückiger sich in der letzten Runde touchierten, Flückiger zu Fall kam und Mourey den Sieg überlassen musste. (PD)