Challenge League

Ein Schuss, ein Tor, ein Punkt – So simpel lässt sich das Spiel des FC Wohlen in Vaduz beschreiben

Wohlen, 21.09.2017 Sport, Fussball, Challenge League 2017/2018. FC Wohlen - FC Vaduz. Kilian Pagliuca (Wohlen). Copyright by: foto-net / Alexander Wagner

Wohlen, 21.09.2017 Sport, Fussball, Challenge League 2017/2018. FC Wohlen - FC Vaduz. Kilian Pagliuca (Wohlen). Copyright by: foto-net / Alexander Wagner

Was für eine Zitterpartie! Der FC Wohlen spielt in Vaduz 1:1. Den Punkt können die Freiämter nach dem Sieg des direkten Konkurrenten Wil gut gebrauchen.

Ein Schuss, ein Tor, ein Punkt. Mit dieser Bilanz holt sich der FC Wohlen ein Unentschieden auswärts beim FC Vaduz. Wenn man von einem Heber absieht, der wohl kaum bis ins Tor gerollt wäre, brachten die Freiämter tatsächlich nur einen einzigen Schuss auf den gegnerischen Kasten.

Dieser hatte es aber in sich: Nach einem Eckball von Schultz gelangte der Ball in der 15. Minute in einem völligen Durcheinander zu Sead Hajrovic und dann zu dessen 20-jährigem Verteidigerkollegen Dragiša Gudelj, der nur noch einschiessen musste.

«Vaduz ist eine schwierige Mannschaft»

Das Tor war mehr dem Zufall denn einer durchdachten Aktion geschuldet. Der Torschütze sieht das anders. «So glücklich war das nicht, auch wenn es ein ‹Flipperkasten-Tor› war. Man muss immer noch dort stehen, wo der Ball dann auch hinkommt», sagt Gudelj zu seinem zweiten Tor im Wohlen-Dress.

Trainer Ranko Jakovljevic zeigt sich nach dem Spiel erstaunt: «Was, wir hatten tatsächlich nur einen einzigen Schuss aufs Tor? In der ersten Halbzeit oder im ganzen Spiel? Aber Vaduz ist eine starke Mannschaft, gegen sie zu spielen, ist schwierig.»

Wiler Schatten über Vaduz

In der Tat bekunden die Wohler von Beginn weg Mühe mit dem Tempo der Liechtensteiner. Sie zeigen sich offensiv zahnlos und defensiv anfällig. Immer wieder wird die rechte Seite um Dylan Stadelmann und Hajrovic von den Vaduzern überlaufen.

Es wirkt, als spielten die Wohler mit angezogener Handbremse. Verständlich, denn über Nacht waren sie deutlich näher an den Abstieg herangerückt. 19 Stunden vor dem Freiämter Auftritt in Vaduz legte der letztplatzierte FC Wil überraschend gegen Rapperswil-Jona vor (1:0) und kam so auf einen Punkt an den FC Wohlen heran.

«Wir schauen nicht auf die anderen»

Mit dem Messer am Hals mussten die Wohler also gegen den FC Vaduz antreten. Trainer Ranko Jakovljevic wollte aber von einer Beeinflussung durch den Wiler Heimsieg nichts wissen: «Wir schauen nicht auf die anderen, wir lassen uns davon überhaupt nicht beeinflussen. Und wir wussten schon zu Beginn der Saison, dass wir gegen den Abstieg kämpfen müssen.»

Das Tor von Gudelj löst die Handbremse nicht. Die Wohler fanden auch danach nicht ins Spiel. In der 24. Minute beerdigte dann Vaduz die durch den Spielverlauf nicht gerechtfertigte Wohler Führung. Der Verteidiger Tomislav Puljic traf zum 1:1.

Tahiraj rettete das Spiel

Dass es dabei blieb, verdanken die Freiämter in erster Linie ihrem Goalie, Flamur Tahiraj. Der 31-Jährige hielt alles, was es zu halten gab. Mehrmals flog er mirakulös durch den Strafraum, vor allem in der Schlussphase.

Nach dem Match spielt er seine eigene Leistung herunter. Auf die magere Schussstatistik angesprochen, muss er lachen: «Das ist mal Effizienz.»

Wichtiger Sieg in einer brenzligen Situation

Der Punktegewinn in Vaduz war zwar sehr wichtig, dennoch sind die Wohler nach wie vor in einer brenzligen Situation. Nur zwei Punkte trennen die Freiämter vom FC Wil und somit vom Abstieg. Das Programm wird nicht leichter: Am Sonntag kommt Aufstiegsaspirant Servette ins Stadion Niedermatten.

Und dann, Anfang Februar, folgt der Showdown gegen den direkten Konkurrenten im Kampf gegen den Abstieg, den FC Wil. Reist der FC Wohlen nun noch in ein Trainingslager, um dann zum Rückrundenstart bereit zu sein? «Nein, ein Trainingslager können wir uns nicht leisten», sagt Trainer Jakovljevic. Dann muss es halt ohne klappen.

Lesen Sie hier den Liveticker zum Spiel nach:

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