Es war am 6. April. Am Tag, als Vizepräsident Roger Geissberger an einer Medienkonferenz die Vertragsverlängerung von Marco Schällibaum bekannt gab. Nach der frohen Botschaft für den Trainer des FC Aarau kam die Rede auf Daniele Romano, dessen Vertrag Ende dieser Saison ausläuft. Wir fragten Geissberger, ob Romano über diese Saison hinaus beim FC Aarau bleiben wird oder nicht.

«Romano hat gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung.»

Roger Geissberger, FCA-Vizepräsident, Anfang April:

«Romano hat gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung.»

«Romano hat gute Chancen auf eine Vertragsverlängerung», sagte Geissberger damals. «Ich glaube an ihn. Er hat das Potenzial, eine ähnliche Entwicklung wie Marco Aratore zu machen, der sich beim FC St. Gallen nach Anlaufschwierigkeiten einen Stammplatz erkämpft hat. Es kann sein, dass sich bei Romano bald der Knoten löst. Passiert das tatsächlich, soll Romano beim FC Aarau und nicht bei einem anderen Klub unter Vertrag sein.»

Viele Verletzungen

Klare Worte von Geissberger. Logisch also, dass sich Romano Hoffnungen auf zumindest eine weitere Saison beim FC Aarau machte. Aber was vor gut einem Monat galt, gilt heute nicht mehr. Der Sport-Ausschuss hat nach der Vertragsverlängerung mit dem Trainer entschieden: Romano muss gehen. «Daniele hat zweifellos Talent», sagt Schällibaum. «Aber er ist jetzt seit fünf Jahren beim FC Aarau und hat es nicht geschafft, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Ich bin sicher, dass Daniele eine Luftveränderung guttun wird.»

«Romano ist jetzt seit fünf Jahren beim FC Aarau und hat es nicht geschafft, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Ich bin sicher, dass Daniele eine Luftveränderung guttun wird.»

Marco Schällibaum, FCA-Trainer:

«Romano ist jetzt seit fünf Jahren beim FC Aarau und hat es nicht geschafft, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Ich bin sicher, dass Daniele eine Luftveränderung guttun wird.»

Schällibaum hat Recht. Romano konnte sich beim FCA nicht durchsetzen. Das lag allerdings nicht nur daran, dass der Flügelstürmer sein Leistungspotenzial nicht ausschöpfte. Romano hatte zuletzt auch immer wieder Verletzungspech. Ein Bruch des Schlüsselbeins, eine Operation am Meniskus, kleinere muskuläre Verletzungen und Krankheiten warfen den antrittsschnellen Techniker immer wieder aus der Bahn.

Und was sagt Romano? «Ich bin enttäuscht», erklärt er. «Nicht in erster Linie über die Tatsache, dass ich keinen neuen Vertrag bekommen habe. Ich bin enttäuscht, dass mir bis zum heutigen Tag keiner ins Gesicht sagen konnte, dass ich beim FC Aarau nicht mehr erwünscht bin. Raimondo Ponte hat mir schon im vergangenen Herbst eine Vertragsofferte versprochen. Darauf warte ich heute noch. Das Brügglifeld ist in den vergangenen Jahren so etwas wie mein zweites Zuhause geworden. Aber», fügt Romano hinzu, «vielleicht ist es ja ein Zeichen von oben. Vielleicht öffnet sich in den nächsten Monaten eine andere Tür für mich.» Eine andere Tür könnte der FC Wohlen sein. Bei den Freiämtern weiss man allerdings erst Ende Mai, ob es mit dem Profibetrieb in der Challenge League weiter gehen wird.

«Ich bin enttäuscht, dass mir bis zum heutigen Tag keiner ins Gesicht sagen konnte, dass ich beim FC Aarau nicht mehr erwünscht bin.»

Daniele Romano:

«Ich bin enttäuscht, dass mir bis zum heutigen Tag keiner ins Gesicht sagen konnte, dass ich beim FC Aarau nicht mehr erwünscht bin.»

Fünf FCA-Jahre voller Rückschläge

Sei’s drum; die Karriere von Romano ist alles andere als ein Ruhmesblatt. Am 1. Juli 2012 wechselte er von Wohlen zum FC Aarau. Seither sind fünf Jahre vergangen. Und was ist in dieser Zeit passiert? Der junge Mann wurde einmal an den FC Wohlen, einmal an Lausanne ausgeliehen. Und als er vor dieser Saison so richtig durchstartete, verletzte er sich am Meniskus des rechten Knies und wurde während der ganzen Vorrunde zu einer Zwangspause verurteilt.

Blickt Romano auf seine sechsjährige Profi-Laufbahn zurück, kann er nicht zufrieden sein. «So schnell gebe ich nicht auf», erklärt er. «Vielleicht schaffe ich den Durchbruch in den nächsten sechs Jahren.» Und es klingt beinahe aufmüpfig, als Romano gegen Ende des Gesprächs sagt: «Ich lasse mir in Zukunft nicht mehr alles gefallen. Ich werde mich gegen das Schicksal auflehnen. Ich werde mich wehren.» Hoppla! Wenn das mal kein Versprechen für die Zukunft ist.