Challenge League
Ein Prosit auf den Absteiger - Wohlen freut sich auf das Gastspiel beim FCZ

Die Vorfreude des FC Wohlen auf das Spitzenspiel gegen den FC Zürich (heute, 19 Uhr) ist riesig.

Ruedi Kuhn
Merken
Drucken
Teilen
FCZ - Wohlen: Das gab es zuletzt am 19. September 2015 im Cup. Der FCZ (hier mit Philippe Koch) besiegte die Freiämter (Samir Ramizi) 1:0.

FCZ - Wohlen: Das gab es zuletzt am 19. September 2015 im Cup. Der FCZ (hier mit Philippe Koch) besiegte die Freiämter (Samir Ramizi) 1:0.

KEYSTONE

Vier VIP-Tickets hat Wohlen-Präsident Lucien Tschachtli für das Meisterschaftsspiel im Letzigrund gegen den FC Zürich erhalten. Diese Karten berechtigen nicht nur zum Eintritt ins Stadion und für einen Logenplatz auf der Haupttribüne, sondern auch zur Teilnahme am grossen Sturm aufs kalte Buffet. Ein bisschen Lachs, ein paar Häppchen mit Fleisch und zwei, drei Gläser Champagner – und die vier VIPs aus dem Freiamt dürften heute schon vor dem Anpfiff auf Wolke sieben schweben.

Natürlich hat sich Lucien Tschachtli eine der vier Karten gesichert. Schliesslich ist er Tag und Nacht für den FC Wohlen im Einsatz und hat zweifellos Anrecht auf die kleinen Annehmlichkeiten, die sich einem Klubverantwortlichen während einer Saison bieten. Bei Speis und Trank wird sich dem Klub-Boss des FC Wohlen mit Sicherheit die Gelegenheit bieten, mit FCZ-Präsident Ancillo Canepa auf das neue prominente Mitglied der Challenge League anzustossen. Tschachtli und Canepa haben sich vor Jahren an einer Präsidentenkonferenz in Bern kennen und schätzen gelernt. Das letzte Treffen der zwei Fussball-Führungskräfte datiert vom 19. September des vergangenen Jahres: Damals verlor der FC Wohlen in einem Cupspiel gegen die Zürcher nach harter Gegenwehr 0:1.

Aussenseiter mit Ambitionen

Tschachtli freut sich aber nicht nur auf die kleinen Leckereien, die edlen Getränke und Canepa. Er freut sich auch auf eine tolle Kulisse im Letzigrund. «Ich rechne mit 8000 bis 10 000 Zuschauern, die grösstenteils voll hinter dem FC Zürich stehen werden», sagt er. Tschachtli weiss, wovon er spricht.

Schliesslich hat er sich am vergangenen Samstag das Spitzenspiel zwischen Wil und dem FC Zürich (1:1) angeschaut. «Es war beeindruckend zu sehen, mit welcher Begeisterung und Lautstärke die FCZ-Anhänger ihre Mannschaft unterstützt haben», fügt Tschachtli hinzu. «Natürlich ist der FC Wohlen gegen den Absteiger nur Aussenseiter. Aber wir reisen nicht nach Zürich, um uns abschiessen zu lassen.»

Ein grossartiges Gefühl

Ähnlich optimistisch wie Tschachtli ist auch Martin Rueda. «Im Fussball hat man immer eine Chance», sagt der Trainer des FC Wohlen. «Wir dürfen vor dem grossen Gegner keine Angst haben und schon gar nicht in Ehrfurcht erstarren. Ich fordere von den Spielern einerseits höchste Konzentration, anderseits sollen sie die Partie auch geniessen.»

Und was sagt der frühere GC-Crack und heutige Wohlen-Captain Alain Schultz? Der Routinier hat sich einen taktischen Fahrplan zurechtgelegt. «Wenn es uns gelingt, ein frühes Gegentor zu vermeiden, haben wir gute Chancen auf einen Punktgewinn», erklärt der offensive Mittelfeldspieler. «So oder so ist es für mich ein grossartiges Gefühl, bei einem Meisterschaftsspiel gegen den FCZ im Letzigrund mit dabei zu sein.»

Neben den Tausenden von FCZ-Anhängern wird mit Sicherheit auch der eine oder andere Besucher aus Wohlen im Letzigrund anwesend sein. Schliesslich gibt es nach der Türöffnung um 18 Uhr während 30 Minuten Freibier. Der wohl prominenteste Fan des FC Wohlen im Letzigrund kommt aus Villmergen und heisst Pius Fischbach.

Der 68-jährige Kunstberater und Inhaber einer Galerie in Bremgarten spielte von 1961 bis 1964 beim FC Wohlen. Nach dem Wechsel zum FC Aarau stand der zweikampfstarke und pfeilschnelle Linksverteidiger zwischen 1975 und 1979 beim FC Zürich unter Vertrag. «Natürlich ist der FCZ haushoher Favorit, aber ein Punkt liegt für Wohlen drin», sagt der 15-fache Internationale. Und nach einer kurzen Pause fügt Fischbach mit einem Schmunzeln hinzu: «Mindestens ein Punkt ...»