Handball
Ein neuer Trainer für den TV Zofingen

Beim TV Zofingen kommt es im Sommer zu einem Trainerwechsel. Fabio Madia macht Platz für den Ungaren Zsolt Toth.

Melanie Gamma und Pascal Kamber
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Zsolt Toth (links) kennt die Nationalliga B unter anderem von seiner Zeit als Trainer des TV Solothurn.

Zsolt Toth (links) kennt die Nationalliga B unter anderem von seiner Zeit als Trainer des TV Solothurn.

Marcel Bieri

Es ist ein schöner Grund, weshalb Fabio Madio sein Amt als Trainer des TV Zofingen Ende Saison abgibt. «Ich werde im Mai zum ersten Mal Vater», sagt der 36-Jährige. Nebst seinem beruflichen Engagement liege es deshalb nicht drin, wie bis anhin bis zu 20 Stunden pro Woche für den TV Zofingen aufzuwenden. «Wir verstehen, dass sich seine Prioritäten verschieben, bedauern aber seinen Abgang», sagt TVZ-Sportchef Tobias Hottiger, «er hat einen guten Job gemacht und wir schätzen nebst den sportlichen seine menschlichen Qualitäten.»

Fabio Madia informierte den Vorstand Anfang Jahr über seine Pläne. So konnten sich die Verantwortlichen frühzeitig auf die Suche nach einem Nachfolger machen. «Wir suchten nach jemandem, der die Nationalliga B gut kennt. Zudem sollte der neue Mann mit jenen Spielern arbeiten können, die beim TVZ zur Verfügung stehen und keine Toptransfers fordern», nennt Tobias Hottiger die Hauptanforderungen an den neuen Mann an der Seitenlinie. «Die Handball-Schweiz ist klein, also fragten wir schnell potenzielle neue Trainer an», sagt Tobias Hottiger, «und gingen rasch auf Zsolt Toth los.» Mehrere Coaches standen schliesslich zur Wahl, «mit Zsolt Toth wurden wir uns mit dem Wunschkandidaten einig.»

Der 36-jährige Ungare kommt vom TV Solothurn, wo er derzeit in der Juniorenabteilung tätig ist. Toth besitzt die B-Lizenz. Als ehemaliger Spieler von Horgen, Kriens, Visp und Solothurn ist er mit den Gepflogenheiten der NLB bestens vertraut. «Da er selbst auf dieser Stufe aktiv war, kann er gut einschätzen, wie sich ein Spieler in gewissen Situationen im Training oder Spiel fühlt»», meint Tobias Hottiger.

Er kennt die Spannungsfelder

Aus einem Land stammend, in dem Handball einen hohen Stellenwert geniesst, bringe Zsolt Toth zudem einen ausgeprägten Leistungsgedanken mit. «Mit seinem starken Charakter und seiner Präsenz kann er gut vor die Mannschaft stehen. Er ist ein junger, hungriger Trainer und bestimmt auch bereit, dazuzulernen», glaubt der TVZ-Sportchef.

Der Derendinger Zsolt Toth arbeitet bei der Amag in Solothurn und kennt sich im Spannungsfeld Beruf/Ausbildung/Leistungssport aus, was der TVZ als weiteren Vorteil für seine Tätigkeit als Trainer erachtet. «Mich reizt die neue Herausforderung. Ich freue mich, in Zofingen meine Leidenschaft Handball pflegen zu können», sagt Zsolt Toth, der beim TV Solothurn bereits Erfahrung als NLB-Trainer sammelte und bis im Sommer Coach der Solothurner U19-Junioren bleibt. Sein erstes Training im BZZ wird er im Mai leiten. Ob Toth einen Assistenten bekommt, ist offen.

Jetzt, wo die Nachfolge von Fabio Madia geregelt ist, hofft sich der TV Zofingen auch neuen Schub für die Kaderplanung für die nächste Saison. «Es sieht so aus, als ob die Mannschaft grosso modo zusammenbleibt», sagt Tobias Hottiger, «aber die Entscheidungen gewisser Schlüsselspieler stehen noch aus.» Vorerst solle die Konzentration aber der Meisterschaft gelten, die nun in die entscheidende Phase gehe. Das sieht auch Fabio Madia so. «Wir setzen den Fokus auf den Ligaerhalt», sagt er und verspricht, dass «ich bis zum Schluss Vollgas geben werde, das entspricht meinem Naturell.»