FC Baden

Ein nächstes Aargauer Fussball-Drama: Auch Baden verpasst den Aufstieg

Der FC Baden verspielt den Aufstieg in die Promotion League in der letzten Viertelstunde des Rückspiels. Wie der FC Aarau eine Woche zuvor, verlieren die Badener zu Hause mit 0:4.

Aargauer Fussballfans sollten sich auf den Besuch von Auswärtsspielen beschränken. Zumindest wenn sie dabei ihren Spass haben wollen. Denn zum zweiten Mal innert einer Woche zog die Mehrheit der Matchbesucher mit Katerstimmung von einer designierten Aufstiegsparty ab. 1950 Zuschauer sahen sich am Pfingstwochenende das Rückspiel des FC Baden gegen die Basler Black Stars um den Aufstieg in die Promotion League an. Und wie eine Woche zuvor beim FC Aarau setzte es für den Aargauer Verein nach zuvor gewonnenem Auswärtsspiel (1:2) eine Heimklatsche (0:4) ab.

Im Fall des FC Baden wirkte dieses Resultat beinahe noch surrealer als beim grossen Bruder aus der Hauptstadt. Denn nach Punkten – auf der Strichliste der Torchancen – sah man die Gastgeber vorne. Die cleveren Black Stars machten aus fünf Torchancen vier Treffer – den ersten fatalerweise bereits nach zwei Minuten, die restlichen drei in der Schlussphase. Dazwischen ergaben sich für den FC Baden genügend Möglichkeiten, um handfeste Tatsachen für den Aufstieg zu schaffen.

Der Dreijahres-Plan

So wie man beim FC Aarau nach dem völlig verpatzten Saisonstart nie damit rechnen durfte, dass es noch für die Barrage reichen würde, ging man auch bei den Badener Verantwortlichen lange nicht von einem Aufstieg aus. Schliesslich nahm man die Meisterschaft mit nahezu der gleichen – sehr jungen – Mannschaft in Angriff, die sich in der vergangenen Saison noch gegen den Abstieg aus der 1. Liga wehren musste.

Doch aus dem Dreijahres-Plan, den der neue Präsident Heinz Gassmann mit seinem neuen Trainer Ranko Jakovljevic schmiedete und der im Aufstieg in die Promotion League enden soll, wurde um ein Haar ein Kurzzeit-Projekt. «Ranko gebührt ein grosser Anteil an dieser fantastischen Saison», bilanzierte Präsident Gassmann, der nach dem enttäuschenden letzten Saisonspiel zusammen mit den Spielern einen Kreis bildete und sich die Abschlussworte des Trainers anhörte. Jakovljevic betonte bei dieser Gelegenheit noch einmal, mit welch breiter Brust seine Spieler auf die Saison zurückblicken dürfen.

Neues Aargauer Derby

Derweil schwärmte Gassmann von den Fähigkeiten seines Trainers. Er sei ein akribischer Schaffer. «Ein Profi, der 24 Stunden am Tag für den Fussball lebt». Jakovljevic verstehe es ausgezeichnet, mit jungen Spielern umzugehen. Er könne Talente fördern und fordern, ohne sie zu sehr unter Druck zu setzen.

Lob gab es auch vom Trainer für den Präsidenten. Wie dieser den Verein innerhalb eines Jahres schuldenfrei gemacht habe, sei grandios. Diese neue finanzielle Stabilität – in der nächsten Spielzeit wird das Vereinsbudget erneut rund 850 000 Franken betragen – erlaubt in sportlicher Hinsicht Kontinuität. Mit Kevin Spadanuda wird sich zwar ein Leistungsträger beim FC Aarau in der Challenge League versuchen, dafür profitiert man beim FC Baden umgekehrt auch von jungen Talenten des Teams Aargau.

Das Gerüst der Mannschaft wird sich nicht verändern, «eine Verstärkung für die Offensive suchen wir gezielt», verrät Heinz Gassmann. Und als kleiner Trost in schmerzvoller Stunde blieb zumindest der Ausblick auf das neue Aargauer Derby gegen den FC Wohlen. Falls denn der Verband die Badener nicht wieder in die Ostgruppe der 1. Liga einteilen sollte. Etwas, was im Aargau wohl niemand verstehen würde.

Trikots ohne Jahreszahl

Zumindest an der Zielsetzung ändert die Gruppeneinteilung nichts. Mehr als ein Dutzend Mal flirteten die Badener in den letzten zehn Jahren mit dem Aufstieg in die 1. Liga. So oft, dass die schlauerweise ohne Jahreszahl gedruckten Aufstiegs-Shirts auch bei dieser Gelegenheit in den Katakomben des Stadions Esp bereit gelegen wären. «So nah wie dieses Mal standen wir dem Aufstieg noch nie», sagte Jakovljevic. «Dieses Ende einer überragenden Saison tut weh. Aber ich bin stolz auf meine Mannschaft.»

Und der Trainer gab betreffend Zielsetzung für die kommende Meisterschaft schon einmal den Tarif bekannt: «Ein Verein wie der FC Baden muss immer angreifen.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1