Der neu von Bruno Vogel präsidierte Aargauer Rennverein bietet zur Saisoneröffnung die gewohnt abwechslungsreiche Mischung aus Hindernis-, Flach- und Trabrennen. Hauptereignis des ersten Renntags ist der Mai Preis, ein Trabfahren, in dem es insgesamt 12 000 Franken zu verdienen gibt.

Titelverteidiger Opéra House, der auf dem Schachen bislang nur Spitzenleistungen gezeigt hat, dürfte einmal mehr zum engsten Favoritenkreis gehören. Allerdings präsentiert sich die Aufgabe schwieriger als beim Sieg vor einem Jahr. Im Unterschied zu 2013 muss er diesmal 25 Meter hinter einem Teil der Gegner ins Rennen. Zudem ist die Konkurrenz stärker geworden, wurden doch im Hinblick auf die neue Saison einige hochkarätige Traber neu in die Schweiz transferiert.

Viele rütteln am Favoriten-Thron

Über die besten Referenzen der Neuen verfügt Pluto du Vivier, der in Frankreich über 1,1 Millionen Franken verdient hat. Übersteht der startheikle Fuchswallach die Anfangsphase unbeschadet, ist ihm alles zuzutrauen. Erstmals auf dem Schachen im Einsatz ist neben dem Fehraltorf-Sieger Récidive Diem und dem Saisondebütanten Podium du Rib auch Eclisse Domar. Der 13-jährige Hengst, mit einer Gewinnsumme von rund 844 000 Franken das zweitreichste Pferd im 13er-Feld, gehört Barbara Schneider. Die aus Schöftland stammende, zweifache Amateurchampionne ist im Hinblick auf den Sonntag verhalten optimistisch: «Im Training gefällt er mir gut und bei seinem ersten Rennen auf einer Grasbahn, am Ostermontag in Fehraltorf, hatte ich nicht das Gefühl, das ihn die ungewohnte Unterlage stört.» Eine Platzierung in den Geldrängen liege aber durchaus drin. «Um zu gewinnen, müsste angesichts der starken Konkurrenz aber alles für uns laufen», sagt Besitzerin Barbara Schneider.

Für eine zweite Aargauer Note im Mai Preis sorgt Quidaho. Der gross gewachsene Wallach des Birmenstorfer Stalles Black point geriet nach über 20 Siegen im letzten Sommer in ein Formtief. Danach gewährte man ihm eine neunmonatige Rennpause.

Der Riese scheint die Auszeit gut genutzt zu haben, denn vor einer Woche musste er sich in Dielsdorf von Opéra House erst im letzten Moment knapp schlagen lassen. Alois Meier, der Mann hinter dem Stall Black point, ist gespannt auf die sonntägliche Vorstellung seines Riesen: «Ich war überrascht, wie stark Quidaho in Dielsdorf beim zweiten Start nach einer langen Pause schon wieder auftrumpfte. Aarau liegt ihm, zudem kann er 25 Meter vor den grossen Favoriten starten, so dass ich mir schon einen Spitzenrang erhoffe.»

Launischer Mönch

Das Aargauer Pferd mit den besten Chancen im Rahmenprogramm könnte Buddhist Monk sein. Der von Dagmar Geissmann trainierte Routinier hatte im Februar in St. Moritz das Promi-Skikjöring gewonnen und Ende April in Avenches als Dritter gezeigt, dass auch auf Gras weiterhin mit ihm zu rechnen ist. Allerdings gilt der «Mönch» als eher launisches Rennpferd.