FC Aarau
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic: Vom Mannschaftsspaziergang am Morgen bis zur Rückfahrt ins Hotel

Der 21-jährige Stürmer liess die «Aargauer Zeitung» beim 3:0-Sieg im Testspiels gegen den FC Liefering hautnah dabei sein und über seine Schulter schauen. Dass er dabei auch noch einen Treffer erzielte, könnte Folgen haben.

Dean Fuss
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Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Spaziergang am Morgen wird viel geplaudert
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Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Spaziergang am Morgen zur Auflockerung der Muskulatur
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Relaxen vor der Abfahrt aus dem Mannschaftshotel
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Bei der Ankunft im Stadion
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Umziehen in der Garderobe vor dem Aufwärmen
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Letzte Instruktionen von Trainer Marco Schällibaum (r.) gibt es noch vor dem Aufwärmen
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Im Gespräch mit Captain Sandro Burki (r.)
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Bevor es für das Aufwärmen auf den Rasen geht dehnt er sich
Ein Matchtag mit FCA-Stürmer Zoran Josipovic
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Aufwärmen stellt er sich immer in der rechten Reihe zu hinterst an
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Assistenztrainer Andy Ladner (l.) macht ihm Mut
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Bevor es für die Partie auf den Rasen geht dehnt er sich noch einmal
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Abklatschen kurz vor Spielbeginn
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Gleich geht es los: Der Gang auf den Rasen
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic In der ersten Halbzeit muss er sich kurz pflegen lassen
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Gang zurück in die Kabine in der Pause
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Aufladen der Batterien in der Pause
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic In der Pause gibt es Redebedarf mit Sturmkollege Patrick Rossini (r.)
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Nach der Auswechslung auf der Spielerbank
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Der Gang zurück in den Mannschaftsbus nach dem 3:0-Sieg
Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Nach der Partie wird möglichst bald mit der Mutter telefoniert

Ein Matchtag mit Zoran Josipovic Beim Spaziergang am Morgen wird viel geplaudert

Zoran Josipovic tigert in der engen Garderobe des Estadio de José Burgos Quintana in Coin umher. «Noch vier Minuten, Jungs!», ruft er und klatscht zweimal kräftig in die Hände. Er ist bereit. Bereit für das Aufwärmen vor dem Testspiel gegen den FC Liefering im Hinterland der spanischen Costa del Sol.

Etwas mehr als vier Stunden zuvor sitzt Josipovic entspannt auf der Terrasse vor dem Restaurant des Aarauer Mannschaftshotels in Marbella. Soeben sind der 21-jährige Tessiner und seine Teamkollegen von einem rund 45-minütigen Spaziergang über die hoteleigene Golfanlage zurückgekehrt.

Manchmal ist es schwierig, Schlaf zu finden

Er erzählt gelöst, wie ein normaler Matchtag bei ihm abläuft. Wobei das ganze Prozedere bereits am Abend zuvor beginnt: «Vor einem Spieltag gibt es zum Abendessen Poulet, Reis und Salat. Dazu trinke ich sehr viel Wasser», sagt Josipovic. Zur idealen Vorbereitung legt er sich gewöhnlich zwischen 22 und 23 Uhr schlafen. «Steht ein sehr wichtiges Spiel an, habe ich meistens Mühe, einzuschlafen.» An solchen Abenden wälzt er sich manchmal stundenlang im Bett, bis er endlich Ruhe findet.

Am nächsten Morgen entscheidet der Zeitpunkt, auf den die Partie angesetzt ist, darüber, wann Josipovic aufsteht: Sechs bis sieben Stunden vor Anpfiff klingelt in der Regel sein Wecker.

Vieles dreht sich um «rechts»

«Noch zwei Minuten, Jungs». Wieder verleiht Josipovic seinem Ausruf durch zweifaches, kräftiges Klatschen Nachdruck. So als wäre er jetzt gerade der Wecker der Mannschaft. Gleich geht es raus auf den Rasen. Er brennt darauf.

Die Aufwärmübungen sind Routine. Bei denjenigen ohne Ball, die immer in zwei Reihen über die Bühne gehen, stellt sich Josipovic immer zuhinterst rechts an. Sowieso hat bei ihm enorm viel mit «rechts» zu tun. Das beginnt damit, dass er am Matchtag darauf achtet, dass er morgens mit dem rechten Bein zuerst aus dem Bett aufsteht. Er in der Garderobe sowohl die rechte Socke und den rechten Stulpen als auch den rechten Schuh immer zuerst anzieht.

«Die Rituale sind eher zufällig entstanden»

«Ich habe enorm viele solcher Macken», sagt Josipovic beim Gespräch mit der «Aargauer Zeitung» am Morgen vor dem Testspiel gegen Liefering. Weshalb sich auffällig viele seiner Rituale ausgerechnet um die rechte Seite und nicht die linke, auf der sich sein starker Fuss befindet, drehen, kann er auch nicht erklären. «Die meisten meiner Rituale sind eher zufällig entstanden. Wenn etwas gut läuft, sei es im Training oder im Spiel, dann will ich das nächste Mal im Vorfeld alles genau gleich machen.»

So hat er beispielsweise aufgehört, nach der Ankunft im Stadion noch vor dem Aufwärmen auf den Rasen zu gehen. Einfach, weil er das vor der Partie gegen Xamax Ende November, als er seinen letzten Meisterschaftstreffer erzielte, aus Zeitgründen unterlassen musste. Ebenso trägt Josipovic für die Partie dieselbe Unterwäsche, mit der es ihm unter der Woche während des Trainings gut gelaufen ist. «Warum etwas verändern, das funktioniert?», fragt er rhetorisch.

Sobald der Schiedsrichter die Partie freigibt, ist dann allerdings fertig mit Ritualen. Josipovic lässt sich von nun an von seiner Intension leiten, er sucht in der Offensive die freien Räume, bietet sich im Aufbau als Anspielstation an und geht engagiert in die Zweikämpfe.

Und es dauert nicht lange, bis er sein erstes Erfolgserlebnis feiern kann: Bereits in der 10. Minute bringt er den FC Aarau gegen Liefering mit 1:0 in Führung – doch die Schiedsrichter geben den Treffer wegen eines Offsides nicht. Josipovic verwirft kurz die Hände, ist dann aber gleich wieder voll bei der Sache.

Der Treffer im zweiten Anlauf

Und neun Minuten später ist es so weit: Nachdem er eine mustergültige Flanke Patrick Rossinis mit dem Kopf über die Linie gewuchtet hat, kann er doch noch über seinen Treffer zum 1:0 jubeln. In der Folge erarbeitet er sich noch zwei weitere gute Schussmöglichkeiten, er verfehlt das Tor dabei mit seinen Abschlüssen aber jeweils knapp.

Als Josipovic in der Pause vom Rasen in Richtung der Kabinen läuft, steht es 2:0 für den FCA. Er ist sichtlich zufrieden mit sich und der Mannschaft. Mit einem breiten Grinsen im Gesicht sagt er zu mir: «Dir ist schon klar, dass wir jetzt vor jedem Spiel zusammen sprechen werden, oder?»

Das rituelle Telefonat mit der Mutter

Sprechen wird er später am Telefon. Nachdem sein Handy ab dem Moment des Aufwachens nur noch im Flugmodus läuft und nur zum Hören von Musik dient, schaltet er es nach dem Duschen wieder in den Normalbetrieb. Sobald wie möglich ruft Josipovic nach jeder Partie seine Mutter an. Diesmal kann er von seinem Tor und dem 3:0-Sieg berichten.

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