Konsternierte Blicke bei Spielern und Fans des TVS in der Mitte des Auftaktsatzes. Der Gast aus Einsiedeln, der in der letzten Saison als Tabellenneunter nur knapp dem Abstieg entkommen war, zog nach dem ersten Timeout mit zehn gewonnenen Punkten in Serie auf 18:5 davon.

Der letztjährige Playoff-Finalist Schönenwerd, der am Dienstag auf europäischem Parkett noch die Griechen aus Alexandroupolis geschlagen hatte, war völlig von der Rolle. Im Angriff fand das Team von Bujar Dervisaj kein Mittel und in der Verteidigung leistete es sich haarsträubende Aussetzer. Nach nicht einmal zwanzig Minuten endete das Debakel des Heimteams, Einsiedelns Topskorer Milovancenvic verwandelte den zweiten Satzball.

Zwei Wechsel halfen dem Team
 
Trainer Dervisaj reagierte mit zwei Wechseln: Der Australier Richards kam für Eichenberger, Hänggi für Frame. In der Folge fand Schönenwerd allmählich ins Spiel, und weil nun auch die Schwyzer ein paar Fehler mehr machten als noch im ersten Satz, führten die Gastgeber praktisch während des gesamten Durchgangs. Am Ende wurde es zwar noch einmal knapp, doch Gerber gelangen in der Money Time wichtige Sideouts und Topskorer Schnider vollendete zum 25:22.

Gleiches Bild in Sachen TVS-Formation und Spielverlauf im dritten Satz. Eine gute Serie mit Gerber am Service reichte den Niederämtern. Ein Abstauber am Netz von Passeur Giger, zwei erfolgreiche Angriff von Schnider, ein Fehler von Einsiedelns Serben Milovancevic und zwei Dreierblocks brachten den TV Schönenwerd entscheidend in Front (22:14). Der Rest war Formsache und der verschlafene Startsatz endgültig wettgemacht.

Die Fehlerquote steigt im vierten Satz wieder
 
Wer nun aber mit einem Spaziergang des TVS im vierten Satz gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Die Fehlerquote bei den Gastgebern nahm wieder zu und Einsiedeln führte zum zweiten technischen Timeout mit 16:12. Jetzt aber zeigten die Schönenwerder, die über weite Strecken lustlos wirkten, dass sie die Schwyzer nicht mit einem Punkt nach Hause fahren lassen wollten.

Mittels zweier Blocks bei Aufschlag Richards glichen sie zum 16:16 aus und lagen wenig später nach einem weiteren Block von Schnider gegen Kretzschmar vorne. Jetzt ging es hin und her: Dem TVS wurde der Punkt zum 21:20 vom Unparteiischen verwehrt, bei der Wiederholung des Ballwechsels brachte Schnüriger stattdessen Einsiedeln in Führung. Ein Annahmefehler von Libero Heimgartner liess das Horrorszenario eines Tiebreaks noch näher rücken (20:22). Gerber hatte etwas dagegen und landete nach je einem Sideout für beide Teams einen Kracher zum 22:23.

Einsiedeln zeigte in der Schlussphase Nerven und kam mit dem nächsten Angriff nicht an TVS-Mittelblocker Hänggi vorbei, der zum 23:23 skorte. Jetzt wechselte auch das Glück auf die Seite der Schönenwerder, Gerber sicherte dem Heimteam nach einem dramatischen Ballwechsel den ersten Matchball. Diesen setzte Milovancevic nebens Feld, was Schiedsrichter Loretan aber nicht gesehen haben wollte. Schliesslich war es Hänggi, der den Sack bei der Wiederholung zumachte und den Krampf beendete.

Anschluss an die Spitze gewahrt
 
Der TV Schönenwerd konnte zwar den dritten Saisonsieg verbuchen und in der Tabelle damit den Anschluss an das Spitzenduo Lausanne und Lugano wahren, muss aber über die Bücher. Insbesondere die Körpersprache der Spieler gibt Anlass zur Sorge.

Nach den Auswärtsspielen beim Aufsteiger Jona und in Näfels wird in drei Wochen Meister Lugano in Däniken zu Gast sein. Um dann nicht völlig unterzugehen, braucht es eine deutliche Steigerung.

Schönenwerd – Einsiedeln 3:1

Erlimatthalle. – 250 Zuschauer. – SR: Loretan/Wolf, Stadler/Dennler. – Satzresultate: 13:25 (18’), 25:22 (22’), 25:19 (24’), 25:23 (26’).

Schönenwerd: Giger, Hofstede, Schnider, Eichenberger, Gerber, Frame, Heimgartner (L); Richards, L. Dervisaj, Lier.

Einsiedeln: S. Kälin, Schnüriger, Kretzschmar, Milovancevic, Hensler, Stahl, Husi (L); Hender, R. Kälin.