Staufberglauf

Ein lockerer Start-Ziel-Sieg für den Aargauer Kadi Nesero

Der Aargauer Kadi Nesero lief am 30. Staufberglauf als Tagesbester ein. Schon vom ersten Meter an dominierte er das Rennen. Bei den Frauen siegte Angela Haldimann aus Uzwil.

Ein Zeitvergleich mit Aussagekraft bot sich am diesjährigen Staufberglauf nicht. Der Traditionslauf fand zwar bereits zum 30. Mal statt, die Strecke aber war neu. Nicht mehr vier Runden um den Staufberg waren angesagt, sondern: eine zum Auftakt, sodann eine neue 5-km-Schlaufe durch den Wald und zum Abschluss nochmals eine Staufbergrunde.

Eine gelungene Anpassung – darin war sich die Mehrzahl der Staufberg-Läuferinnen und Staufberg-Läufer mit Vergleichsmöglichkeit einig.

Dass die Teilnehmer des Hauptlaufes zwei Kilometer mehr zurückzulegen hatten als in der Vergangenheit, 10 statt 8 km, spielte für die wenigsten eine Rolle. Allerdings sahen sie sich mit einer zusätzlichen Herausforderung konfrontiert: der Hitze. «Da dosierst du am besten etwas», wussten die Routiniers. Bei der Umsetzung haperte es indes aber auch bei ihnen manchmal.

Neseros Überlegenheit

Etwa bei Roger Küng. Der Vorjahressieger und im Juni Sieger des Lenzburger Stadtlaufes, erklärte im Ziel: «Mich hat es aufgestellt.» Sich nach vorn zu orientieren war sodann nicht mehr möglich. Schlussrang 3 belegte der 32-Jährige aus Lenzburg trotzdem.

Ein «zweifelhaftes Gefühl anstatt der gewünschten Sicherheit» nimmt er mit. Bei Küng handelte es sich um den letzten Wettkampftest vor seinem grossen Saisonziel, dem Halbmarathon von Kopenhagen (Dänemark) von Mitte September.

Unangefochten – und zwar schon vom ersten Meter an – dominierte Kadi Nesero das Rennen. Der 32-jährige Eritreer aus dem Aargau schaute sich schon bald einmal um und musste feststellen: «Da folgt niemand.»

Gerade wegen den hohen Temperaturen hätte er sich mehr Gegenwehr gewünscht. «Als Formtest dient mir dieses Resultat so nur bedingt», sagte er nach den 31:58 Minuten Laufzeit. «Es forderte mich niemand.» Der zweitplatzierte David Keller benötigte 47 Sekunden mehr. Nach 2010 und 2015 setzte sich Nesero zum dritten Mal durch.

Zurück in die Ebene

Nicht nur der (überlegene) Sieg stellte für Angela Haldimann als schnellste Frau in 40:27 Minuten eine besondere Genugtuung dar. Die St. Gallerin aus Uzwil bestritt ihr erstes Flachrennen seit über drei Jahren.

Das frühere Berglauf-Nationalkadermitglied hatte zuletzt wegen der Geburt des dritten Kindes ausgesetzt und wegen rheumatischen Beschwerden nur noch auf den Berglauf gesetzt. Spontan hatte sich Haldimann zwei Tage vor dem Rennen doch für den Staufberglauf entschieden: «Er liess sich ideal verbinden mit einem Familienbesuch im Solothurnischen», sagte sie.

Und «überraschend gut» lief es für die 36-Jährige. Um eine «lohnenswerte Entscheidung» handelte es sich deshalb, anzutreten. Angela Haldimann sagte das Flair des Rennens zu: «Familiär, herzlich und eine coole Strecke.» Gefallen fand die erfahrene Läuferin an der Kombination von «Anfangs- und Schlussrunde mit viel Publikum und dazwischen der stille Abschnitt im Wald».

Wenig Gewicht schenkte auch sie dem Thema Hitze: «Wir haben uns ja seit Wochen angewöhnen können, und hohe Temperaturen hemmen alle und somit ist es wieder gleich.» Für einmal vorgezogen hatte sie den Staufberglauf dem Inferno Halbmarathon im Berner Oberland.

Präsente an die Organisatoren

Die breite Akzeptanz der neuen Strecke freute die Organisatoren. Es ist ihnen offensichtlich gelungen, das Besondere und Vertraute mit dem Dorfcharakter mit der Zukunft des Laufsports zu kombinieren. Mit 780 Teilnehmern in verschiedenen Kategorien und den Unterdistanzen resultierte das zweitbeste Ergebnis in der langen Geschichte. Und Geschenke durften auch sie entgegennehmen, nicht zuletzt direkt von vor Ort präsenten Nachbar-Laufveranstaltungen.

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