Eine Gemeinsamkeit haben der aktuelle Trainer des FC Aarau und sein Vorgänger. Patrick Rahmen und Marinko Jurendic sind erfolglos. Es gibt allerdings einen Unterschied. Jurendic glaubte trotz 13 Niederlagen in 25 Spielen vorbehaltlos an das Gute.

Er rechnete zu keinem Zeitpunkt mit seiner Entlassung. Im Gegenteil. Er hoffte bis zum bitteren Ende auf eine Vertragsverlängerung. Das Ende der Geschichte ist bekannt. Jurendic wurde Ende März entlassen.

Rahmen ist anders als Jurendic. Professioneller! Rahmen also hatte nach sechs Niederlagen in Folge zwiespältige Gefühle. Zweifel kamen auf. Er stellte sich Fragen, viele Fragen. Was tun nach dem miserablen Saisonstart? Weiterhin mit Zuckerbrot arbeiten?

Die Peitsche hervor nehmen? Rahmen blieb trotz dem sportlichen Absturz ziemlich zahm und lobte die Spieler während der vergangenen Wochen für ihren Trainingsfleiss und für die gute Stimmung, die innerhalb des Teams herrschte.

Freude über den Punkt

Mit dem hoch verdienten 1:1 beim Leader aus Lausanne hat der FC Aarau einen ersten, eminent wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Es gibt endlich ein Licht am Ende des Tunnels. «Ich freue mich über diesen Punkt», sagte ein sichtlich zufriedener Rahmen nach dem Schlusspfiff.

«Aber es hätten drei Punkte sein können, ja sein müssen. Wir hatten genug Chancen für ein zweites Tor. Ich hoffe, dass dieses Unentschieden eine Moralspritze für die nächsten Spiele ist. Natürlich gibt es keinen Grund für eine Euphorie. Aber ein kleiner Befreiungsschlag ist dieses Resultat allemal.»

Einziger Wermutstropfen aus Aarauer Sicht war der Platzverweis für Stefan Maierhofer. Der 36-jährige Österreicher sah in der 71. Minute nach einem dummen Foul in der gegnerischen Platzhälfte die gelb-rote Ampelkarte.

Ein Startfeuerwerk

Rot hin, rot her; der FC Aarau konnte gestern Abend erstmals in dieser Saison so richtig überzeugen. Kämpferisch und spielerisch! Im Gegensatz zum Cupspiel gegen Xamax vor knapp einer Woche liess Rahmen seine Mannschaft in einem 4-4-2-System spielen. Mit Goran Karanovic und Maierhofer setzte er auf einen Zweimann-Sturm. Ganz schön frech!

Ganz schön mutig! Karanovic war es dann auch, der den Führungstreffer Sekunden nach dem Anpfiff auf dem Kopf hatte. Der in der Startphase wie so oft überragende Varol Tasar machte es kurze Zeit später besser und belohnte das Startfeuerwerk der Aarauer mit dem Führungstreffer.

Der FC Aarau powerte und hätte nach einer Viertelstunde gar mit 2:0 führen können, ja müssen. Maierhofer scheiterte erst mit einem Freistoss, dann mit einem Fallrückzieher nur knapp.

Chancenplus des FCA

So kam es, wie es kommen musste: Lausanne wurde ab Mitte der ersten Halbzeit besser und glich aus. Nach einem Corner auf den ersten Pfosten von Kukuruzovic verlor Karanovic Brandao aus den Augen – und der Portugiese köpfelte den Ball aus fünf Metern in die Maschen. Statt 2:0 für den FC Aarau stand es zur Pause 1:1.

Der FC Aarau war auch in der zweiten Hälfte die bessere Mannschaft und erspielte sich ein klares Chancenplus. Tasar, Olivier Jäckle, Elsad Zverotic, erneut Tasar, Norman Peyretti und Miguel Peralta vergaben ein halbes Dutzend hochkarätiger Chancen. Das 2:1 lag in der Luft. Aber der erlösende Treffer wollte und wollte einfach nicht fallen.

Bleibt unter dem Strich folgendes Fazit: Der FC Aarau lebt! Es fehlt allerdings ein Sieg. Seit dem letzten Erfolg in der Meisterschaft sind inzwischen schon vier Monate vergangen: Es war am 21. Mai, als der FC Aarau zum Abschluss der Saison 2017/18 gegen Vaduz 4:1 gewann. Wer weiss? Vielleicht klappt es ja am nächsten Dienstag – im Heimspiel im Brügglifeld gegen den FC Schaffhausen.

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