Basketball
Ein Jahr ungeschlagen – Alte Kanti schickt auch GC punktlos nach Hause

Alte Kanti Aarau hatte nach dem 99:57 gegen die Grasshoppers in der NLB allen Grund zum Feiern. Denn seit dem 10. März 2012 konnte keine Mannschaft mehr in der Telli gewinnen.

Yannick Ngarambe
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Impressionen vom Match
5 Bilder
Roman Albrecht überflügelt die Verteidiger
Marvin Kangsen lässt seinen Gegenspieler hinter sich
Dejan Hohler in Bedrängnis
Milos Bozovic gleitet zum Korbleger

Impressionen vom Match

Raphael Schib

Eine Woche nach dem Fussballknüller kam es diese Woche im Basketball zur Wiederauflage des Deutschschweizer Derbys zwischen Aarau und den Grasshoppers. Zürich musste gegen den Leader gewinnen, um die Playoffs noch zu erreichen.

Zürich stand unter Zugzwang. Eine Niederlage gegen die Tabellenführer aus Aarau wäre gleichbedeutend mit dem Verpassen der Playoffs. Die Alte Kanti stand derweil vor ihrer ersten Qualifikationsphase ohne Heimniederlage, und wollte dieses Ziel unbedingt erreichen. Rund 400 Zuschauer fanden sich trotz kurzzeitigem Frühlingserwachen in der Telli-Sporthalle ein, um sich dieses Kräftemessen zu gönnen.

Zürich startete feurig in die Partie und liess ab der ersten Sekunde sichtbar werden, wie viel für die Limmatstädter auf dem Spiel stand. Die Zweikämpfe wurden hart geführt, und die Fouls teils überdeutlich begangen. Diese druckvolle Defensive bereitete den Aarauern einige Mühe im Abschluss, was sich in ungewöhnlich wenigen Punkten niederschlug. Die Hoppers fanden schneller zu ihrem Rhythmus und setzten sich zweitweise mit bis zu sieben Punkten ab. Aarau musste reagieren.

Im zweiten Viertel wurde der Aarauer Knoten von einem der üblichen Verdächtigen gelöst. Dejan Hohler liess die Telli mit zwei Dreipunktewürfen in Folge erwachen, und kündigte damit die Wende an. Zürich verlor seine Anfangssicherheit zunehmend, während die Alte Kanti langsam aber sicher aufdrehte. Nachdem Zürich im zweiten Viertel lediglich acht Punkte erzielen konnte, lag Aarau plötzlich zweistellig in Front, und die Gäste hatten sämtliche Vorteile eingebüsst.

Nach dem Pausenpfiff betraten die «Diffriendz Fireproofed» aus der Street Light Talentschool Spreitenbach die Bühne. Ihr Tanzauftritt bestach durch jugendliche Frische und Professionalität, und zollte sogar dem Vater des Moonwalks seinen Tribut. Den Zuschauern gefiel die vielseitige Darbietung hörbar, und die Tänzer posierten nach dem Spiel sichtlich zufrieden mit den Albrecht-Brüdern.

Die zweite Hälfte musste nun aber über das Schicksal der Zürcher entscheiden. Mit dem Rücken zur Wand versuchten sie noch einmal ihre ganze Kraft in die Waagschale zu werfen, um das Spiel noch einmal zu drehen. Die Hoffnungen wurden jedoch gleich nach Wiederanpfiff zerstört. Mit einem 9-zu-0-Lauf in den ersten 80 Sekunden der zweiten Hälfte rückten die Aarauer in unerreichbare Ferne, und entschieden damit die Partie auf herzensbrecherische Weise. Die Zürcher vermochten sich von diesem Schock nicht mehr zu erholen und die Enttäuschung über die verpassten Playoffs begann durchzuschimmern. Das Heimpublikum bekam derweil einmal mehr das gesamte aufgebotene Kader der Alten Kanti zu sehen, und wurde von Speaker Kevin Müri bis zum Schluss angeheizt.

Die letzte Mannschaft, die Aarau in der Telli-Festung bezwingen konnte war brisanterweise Vevey, welches kommende Woche zum letzten Auswärtsspiel der Qualifikationsphase lädt. Diese Partie bildet für die Aarauer die Playoff-Hauptprobe, denn Vevey befindet sich momentan auf dem zweiten Tabellenplatz und hat neben Aarau das wohl leidenschaftlichste Publikum. Ausserdem werden die Westschweizer die 30-Punkte-Demütigung aus dem Hinspiel vor Weihnachten kaum vergessen haben. Das Gipfeltreffen zum Schluss der regulären Saison – der letzte Prüfstein auf dem Weg in die Playoffs.

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