Leichtathletik
Ein Hürdenspezialist mit Bodenhaftung

Für Simon Friedli war immer klar, dass er nicht einem Fussball- oder Hockeyteam beitreten wird. «Ich will für mich selber entscheiden», sagt der 60-m-Hürdenspezialist.

Von francesca perrotta
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Der bald 20-jährige Simon Friedli auf der Trainingsanlage in Biberist. fpe

Der bald 20-jährige Simon Friedli auf der Trainingsanlage in Biberist. fpe

In Derendingen aufgewachsen, in Biberist sportlich gross geworden, zu den Olympischen Spielen will er gehen. Der Leichtathlet Simon Friedli treibt schon die Hälfte seines Lebens Sport, und das mit Erfolg. 2009 wurde er beispielsweise Schweizer Vizemeister im 60 m Hürdenlauf. Im vergangenen Jahr musste er aufgrund seines Lehrabschlusses als Koch im Sport etwas zurücktreten. Doch in diesem Jahr will er wieder voll durchstarten, und das ist ihm bis jetzt gelungen: An den Schweizer Meisterschaften der Aktiven in St. Gallen holte sich Friedli die Bronzemedaille im Hürdenlauf über 60 m.

Sport ist sein Leben. Alles begann, als Friedli im Alter von zehn Jahren dem Turnverein Biberist beitrat. «Vorher war ich in der Jugi, eines Tages sah ich die Leichtathleten neben uns trainieren, und es hat mich so beeindruckt, dass ich zu einem Schnuppertraining ging», erinnert sich der bald 20-jährige Friedli.

Für ihn war immer klar, dass er nicht wie die meisten Jungs einem Fussball- oder Hockeyverein beitreten will, sondern eine Einzelsportart ausüben will. «Ich will für mich selber entscheiden.» Allein ist er aber nur während eines Wettkampfs. In all den Jahren hat Friedli viele gute Freunde im Turnverein gewonnen, mit denen er auch die Zeit nach dem Training teilt. So ist der Sport ein fester Bestandteil seines Lebens, der sich nicht mehr wegdenken lässt. «Ich habe nie daran gedacht, mit der Leichtathletik aufzuhören. Ich mache es viel zu gern und hatte immer Spass daran.»

Einzig sein Beruf kommt ihm manchmal in die Quere, denn als Koch arbeitet er oft während der Trainingszeiten. «Ich trainiere fünf Mal die Woche drei Stunden. Wenn ich abends nicht mit den anderen trainieren kann, gehe ich nachmittags vor der Arbeit.»

Auf seine bisherigen Erfolge ist Friedli stolz, doch am Ziel ist er noch lange nicht angekommen. Die Teilnahme an den Europameisterschaften, Weltmeisterschaften und natürlich an den Olympischen Spielen ist sein Traum. Um so weit zu kommen, trainiert Friedli so viel, wie ihm möglich ist – ganz nach dem Motto «Der Weg ist das Ziel». Auf diesem Weg unterstützten ihn nicht nur seine Freunde aus dem Turnverein, sondern auch seine Familie. Dort ist er übrigens nicht der Einzige, der sportliche Erfolge zu verzeichnen hat. «Mein Bruder ist Inlineskater und hat schon einiges gewonnen.»

Im Moment bereitet sich Friedli für die Outdoor-Schweizer-Meisterschaften vor. Vorher wird er noch zwei, drei Wettkämpfe bestreiten. Trotz einiger Erfolge und einem Sponsor im Rücken hat Friedli die Bodenhaftung nicht verloren und blickt gelassen auf seine Zukunft. Einzig, dass sich im Moment wenig Junge für die Leichtathletik begeistern, enttäuscht ihn ein wenig. Trotzdem ist er motiviert wie am ersten Tag. Beste Voraussetzung also, um seinen Zielen etwas näher zu kommen.