In der neuen Saison wird die höchste Amateurliga in zwei Klassen aufgeteilt. Die besten Teams der drei regionalen 1. Liga-Gruppen haben sich für die zwölf Teams umfassende «MySports League» qualifiziert. Diese neue Liga ist ein nationaler Zusammenschluss und die Teams spielen um den Schweizer Amateur-Titel.

Die «untere Hälfte» der 1. Liga bleibt hingegen wie bisher regional organisiert und nennt sich 1. Liga. Die Schaffung der «MySports League» (benannt nach dem neuen TV-Partner des Verbandes) hat nun dazu geführt, dass die Zentralschweizer Region für die vier nach oben beförderten Teams (Basel, Brandis, Thun und Wiki) keinen Ersatz finden kann.

Zurzeit müsste die nächste Saison mit sechs Teams gespielt werden (Zuchwil, Burgdorf, Adelboden, Lyss, Unterseen und Aarau). «Das wäre zwar machbar», sagt Mark Wirz, der Direktor des Amateurhockeys. «Aber unser Ziel sind acht bis zehn Teams.» In Absprache mit den sechs verbliebenen Klubs suche man deshalb Lösungen.

Weil die Zweitligisten Zunzgen-Sissach und Rheinfelden eine Promotion in die regionale 1. Liga abgelehnt haben, ist nun der Zweitligist SC Reinach ins Spiel gekommen. Mark Wirz sagt: «Ja, wir stehen im Kontakt und unter gewissen Voraussetzungen ist es möglich, dass der SC Reinach nächste Saison als siebtes Team in der Zentralschweizer Gruppe der 1. Liga spielen kann.»

Eine schwierige Aufgabe

Der SC Reinach will das Abenteuer wagen und zum ersten Mal in seiner Geschichte (1981 gegründet) in die 1. Liga aufsteigen. Amateur-Liga-Direktor Mark Wirz verlangt allerdings sportliche Konkurrenzfähigkeit und wirtschaftliche Stabilität. Zur Absicherung wird darum im Falle eines Aufstieges ein juristisch unabhängiger neuer Verein gegründet – geht es schief, bleibt die Nachwuchsabteilung dem SC Reinach immer noch erhalten.

Heute wird dieser neue Verein gegründet. Als Präsident ist Beat Renggli (führt eine Versicherungsagentur mit 18 Angestellten) und als Sportchef Andi Augstburger (Inhaber einer Schreinerei) vorgesehen. Die beiden langjährigen Nachwuchstrainer haben die schwierige Aufgabe, sozusagen auf der «grünen Wiese» eine Erstliga-Mannschaft aufzubauen.

Das Projekt: Elite-Junioren von verschiedenen Klubs bekommen eine Chance, sich in der regionalen 1. Liga sozusagen auf dem «zweiten Bildungsweg» doch noch für höhere Aufgaben (Nationalliga) zu empfehlen. Entlöhnt werden die Jungs allerdings nicht. Es bleibt bei einem Materialgeld von 1000 Franken pro Saison.

Der gesamte Spielbetrieb wird den neuen Verein rund 250 000 Franken pro Saison kosten. Darin enthalten sind auch die Ausbildungs-Entschädigungen, die an die Stammklubs der jeweiligen Spieler bezahlt werden müssen und gut 70 000 Franken pro Saison betragen. Für diese 70 000 Franken verlangt die Liga-Führung eine Bürgschaft. Und ohne Bürgschaft gibt es den geschenkten Aufstieg nicht.

Deshalb läuft nun die Suche nach privaten Gönnern und Sponsoren. Dabei hilft eine Vermarktungsagentur aus dem Zürcher Unterland, die schon bei der der Sanierung von Kloten (NLA), Olten und Thurgau (NLB) eine wichtige Rolle gespielt hat.

Ein Nachtessen mit Del Curto

Das Städtchen Reinach mit knapp 9000 Einwohnern im oberen Wynental auf dem Weg von Aarau nach Sursee ist durchaus ein Hockey-Hotspot. Die Männer haben es zwar noch nie über die 2. Liga hinausgebracht. Aber die Frauen spielen in der höchsten Liga. Der Hockey-Tempel (Kunsteisbahn Oberwynental) fasst 1200 Fans.

Und hier hat Arno Del Curto in der 2. Liga von 1982 bis 1984 seine Trainerkarriere begonnen. In der Mannschaft stand damals Peter Zahner (heute ZSC-General) und Stürmer Mathias Rossi (Biel, neu Fribourg) stammt aus der Nachwuchsabteilung des Klubs.

Arno Del Curto hat sich nun für einen Wettbewerb zur Verfügung stellt. Für das neue Team wird nämlich noch ein Name gesucht. Wer bei Präsident Beat Renggli den originellsten Vorschlag einreicht (beat.renggli23@bluewin.ch) gewinnt ein Nachtessen mit – Arno Del Curto.