Leichtatlethik

Ein Heimspiel an den Aargauer Einkampfmeisterschaften in Wohlen

Giulia Senn (mitte) vom LV Wettingen Baden zeigte eine begeisternde Leistung.

Giulia Senn (mitte) vom LV Wettingen Baden zeigte eine begeisternde Leistung.

Die Aargauer Leichtathletinnen und Athleten sind bereit. Vor allem die Jungen zeigen grandiose Leistungen und melden auf nationaler Ebene ihre Ambitionen an.

Nach den Schülermeisterschaften vor einer Woche stand die Leichtathletikanlage Niedermatten in Wohlen ganz im Zeichen der Aargauer Einkampfmeisterschaften. Sämtliche Jugend- und Aktivkategorien kämpften um Medaillen und den Kantonaltitel 2017. Dass die Titelkämpfe zu einem Heimspiel werden würden, konnte bereits früh erahnt werden und je länger das Wochenende dauerte, desto klarer wurden die Verhältnisse. Bereits zum dritten Mal in Folge verwies der TV Wohlen die anderen Vereine deutlich auf die weiteren Plätze. Mit insgesamt 72 Medaillen, darunter 25 Meistertitel, holten die Wohler mehr als doppelt so viele Auszeichnungen wie die Athleten des BTV Aaraus, die den zweiten Platz im Vereinsranking belegten.

Ganz so einseitig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag, war es dann aber doch nicht. Mit vielen herausragenden Einzelleistungen sorgten auch die Athletinnen und Athleten anderer Vereine für Highlights, die nationale Titelambitionen nach sich ziehen.

Die beiden Aarauerinnen Livia Odermatt und Anna Archidiacono brillierten in ihren Disziplinen beinahe solistisch. Odermatt siegte im Hochsprung mit 1.78 Meter sehr deutlich, verpasste Minuten später mit gerissenen 1.82 Meter allerdings die angepeilte U23-EM Limite. Archidiacono pulverisierte ihre alte Bestmarke und lief über die Hürden ein einsames Rennen. Mit einer neuen Bestleistung von 13.89 Sekunden siegte sie nicht nur in ihrem Lauf deutlich, sie setzte sich auch in der nationalen Bestenliste klar von der Konkurrenz ab. Die Zweitbeste in diesem Jahr liegt mit 14.25 Sekunden enorm zurück. Über die gleiche Distanz aber ohne Hürden zeigte Joshua Eichenberger vom LV Fricktal eine grandiose Leistung. Er lief in 10.83 Sekunden zum ersten Mal überhaupt unter elf Sekunden und katapultierte sich somit mitten in die nationale Spitze. Mit Rang drei in der Jahresbestenliste kommt er so plötzlich in den engeren Favoritenkreis für die SM-Medaillen.

Für Furore sorgte auch die Langsprinterin Giulia Senn vom LV Wettingen Baden. Sie startete als klare Favoritin in ihr Rennen und liess dann auch keiner ihrer Konkurrentinnen eine Chance. In 57.06 Sekunden siegte sie deutlich und verpasste ihre eigene Bestmarke nur ganz knapp. Auch Senn darf nach dem kantonalen Titel mit einem Medaillengewinn auf nationaler Ebene liebäugeln. Zurzeit belegt sie im Jahresranking nämlich den zweiten Platz. Ganz zuvorderst in eben dieser Liste steht Jan Scherrer vom STV Auw. Er holte sich mit dem Sieg im Kugelstossen und Diskuswerfen gleich zwei Goldmedaillen und darf sich derzeit der beste Kugelstösser des Landes nennen. Mit einer Weite von 15.87 Meter überflügelte er seine Konkurrenz um über einen Meter.

Die kantonalen Titelkämpfe zeigten auf eindrückliche Weise, dass die jungen Athletinnen und Athleten des Kantons in Form sind und sich im nationalen Vergleich nicht zu verstecken brauchen.

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