NLA-Handball

Ein halbes Leben für den Herzensverein: Geschäftsführer Lukas Wernli verlässt den HSC Suhr Aarau

Lukas Wernli ist bei jeder Partie seines HSC Suhr Aarau mit Leib und Seele dabei.

Lukas Wernli ist bei jeder Partie seines HSC Suhr Aarau mit Leib und Seele dabei.

Der 29-jährige Geschäftsführer Lukas Wernli verlässt den HSC Suhr Aarau nach dem Ende der laufenden Saison auf eigenen Wunsch. Zum Zeitpunkt seines Abgangs im Mai 2021 wird der Aarauer während 14 Jahren in Diensten des Aargauer NLA-Vereins gearbeitet haben.

Es ist Mitte Oktober. Die Mannschaft des HSC Suhr Aarau läuft vor dem 26:21-Heimsieg gegen den HC Kriens-Luzern in der Schachenhalle ein. Den Scheinwerfer, dessen Lichtkegel bei der Teampräsentation jeden Spieler des Heimteams erfasst, steuert Lukas Wernli zum ersten und zugleich wohl auch letzten Mal.

Eigentlich Geschäftsführer des HSC übernimmt der 29-Jährige immer wieder neue Aufgaben – und springt ein, wo Not am Mann ist; auch als Scheinwerfer-Steuermann.

Doch damit ist nach Ablauf dieser Saison Schluss. Wernli verlässt den HSC per Ende Mai auf eigenen Wunsch. Der Aarauer will sich beruflich neu orientieren. Wie seine Zukunft aussehen wird, ist derzeit noch vollkommen offen.

Der Entscheid, ein neues Kapitel in seinem Leben aufzuschlagen, ist Wernli nicht leicht gefallen. Kein Wunder: Wenn er in rund fünfeinhalb Monaten sein Büro räumt, wird er seinem Herzensklub 14 Jahre lang gedient haben.

Der Weg zum HSC war bereits kurz nach der Geburt vorgespurt

Wernlis Weg zum HSC war bereits in den ersten Tagen nach seiner Geburt vorgespurt worden. «Hurra, jetzt ist er da !!!! Der jüngste (hoffentlich) Nachwuchsspieler der 1. Mannschaft des TV Suhr Handball», lautete die Überschrift einer ganzseitigen Anzeige in einem Matchheft des TV Suhr.

Auf der Platte indes stiess Wernli an Grenzen, früher als von seinen frischgebackenen Eltern im Jahr 1991 erhofft. Aber neben dem Spielfeld wurde er zu einer der prägendsten Figuren der Vereinsgeschichte des 2008 aus dem damaligen TV Suhr und dem BTV Aarau fusionierten HSC Suhr Aarau.

Ab 2007 in Diensten des HSC beziehungsweise TV Suhr

Während seiner KV-Lehre betreute Wernli ab 2007 das Dossier HSC beziehungsweise TV Suhr. Sein Ausbildungsbetrieb hatte zu dieser Zeit das Marketing-Mandat beim Handballverein inne. Nach Abschluss der Lehre zeichnete er ab 2012 für den Aufbau der Geschäftsstelle verantwortlich, seit 2017 ist Wernli Geschäftsführer des HSC.

Zusammen mit dem Vorstand hat er in den vergangenen Jahren den Grundstein für die fortschreitende Professionalisierung des Vereins gelegt. Erst diese Rahmenbedingungen haben die Etablierung des HSC in der NLA und die sukzessive Annäherung an die Spitze der Liga überhaupt möglich gemacht.

Wernli hat dafür aber einen hohen persönlichen Preis bezahlt: Im Frühling 2019 musste er während mehrerer Monate zurückstecken, weil seine Gesundheit nicht mehr mitmachte. Die Abgrenzung des Privatlebens von der beruflichen Tätigkeit für seinen Herzensklub war teilweise kaum mehr möglich gewesen. Die Erholung blieb auf der Strecke, irgendwann war es zu viel.

Doris Zehnder wird neue Geschäftsführerin

Neue Geschäftsführerin wird Doris Zehnder, die Ehefrau des Ende Saison ebenfalls abtretenden Vereinspräsidenten René Zehnder.

Die bisherige Leiterin Finanzen und Mitarbeiterin im administrativen Bereich übernimmt in einem Teilzeitpensum. Die Strukturen auf der Geschäftsstelle werden so angepasst, dass künftig einzelne Aufgabengebiete, die Wernli bisher auf seiner Person vereinigt hatte, auf zusätzliche Schultern ausgelagert werden können.

Doris Zehnder freut sich mit einem lachenden Auge auf die neue Aufgabe, blickt aber gleichzeitig auch mit einem weinenden Auge auf die zu Ende gehende Zusammenarbeit mit Wernli zurück:

Auch Lucki, wie sie ihn alle liebevoll nennen, wird den Verein nicht einfach so hinter sich lassen: «Der HSC Suhr Aarau hat bei mir Spuren hinterlassen und mich geprägt – ich werde den Verein für immer in meinem Herzen tragen», sagt Wernli.

Erfahrungen und Freundschaften wiegen mehr als Titel

Als sportlicher Höhepunkt seiner Amtszeit bleibt der Triumph im Supercup im vergangenen August, der erste Titel für den HSC nach 20 Jahren des Wartens. Wernli sagt dazu:

Und wer weiss, vielleicht kommt ja bis zum Saisonende sogar noch ein zweiter Titel hinzu – kurz bevor der HSC-­Scheinwerfer von Lukas Wernli ausgeht.

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