Man könnte meinen, ein Traumtor wie jenes von Martin Liechti bereits in der 2. Minute beflügelt eine Mannschaft. Doch nichts da: Nach dem gelungenen Start kann der FC Aarau in Kriens nicht mehr überzeugen. Zumindest spielerisch nicht. Das führt Trainer Patrick Rahmen zum Fazit: „Das Beste an diesem Tag ist das Resultat.“

Rahmen spricht gar von einer der spielerisch schwächsten Leistung der Saison. Und trotzdem gewinnt der FC Aarau das letzte Spiel der Vorrunde in Kriens. Ein weiterer Beweis, wie gut das Schicksal den Aarauern mittlerweile gesinnt ist. Zu Beginn der Saison hätte ein behäbiger Auftritt, wie ihn der FCA im Stadion Kleinfeld abliefert, eine Niederlage zur Folge gehabt.

Nun aber kann man sagen: Ein gutes Pferd springt nur so hoch, wie es muss. Wie der Sieg letztlich zustande gekommen ist, spielt keine Rolle. Hauptsache drei Punkte. Drei Punkte, die Mannschaft und Trainer mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen lassen. Mit der Aussicht, dass mit einem guten Start in die Rückrunde eine Top-3-Platzierung mehr als nur eine Träumerei ist.

Interviews mit den beiden Torschützen Martin Liechti und Petar Misic sowie mit Cheftrainer Patrick Rahmen:

Zum Spielverlauf: Nach Liechtis Traumtor überlässt Rahmens Mannschaft immer mehr den Kriensern das Spieldiktat. Die Innerschweizer kommen immer wieder gefährlich vors Aarauer Tor, überbieten sich aber gegenseitig im Vergeben guter Abschlusspositionen.

Wie zu Spielbeginn startet der FC Aarau auch gut in die zweite Halbzeit und hat in der 50. Minute durch Karanovic die grosse Chance zum 2:0: Doch in seiner einzigen auffälligen Szene scheitert der Wohler an Kriens-Goalie Enzler. Zwischenzeitlich vergeben Chihadeh und Sulejmani vor Aarau-Goalie Nikolic, ehe auf der anderen Seite Liechti die nächste Topchance zum 2:0 hat – und fahrlässig auslässt. Weil sich die Aarauer nicht nur im Abschluss, sondern auch im einfachen Passspiel schlecht anstellen, müssen sie lange um den Sieg zittern: Der steht erst fest, als der eingewechselte Petar Misic in der 86. Misic eine Peyretti-Flanke im Tor unterbringt. Schon vor einer Woche gegen Vaduz wurde Misic eingewechselt und erlöste mit dem 3:1 fahrige Aarauer.

In der Nachspielzeit kommen die wackeren Krienser doch noch zum verdienten Ehrentreffer. Alle Aarauer dürften in diesem Moment froh gewesen sein, dass der Treffer von Sulejmani nur ein Schönheitsfehler ist und keine Konsequenzen fürs Punktekonto hat.

In den vergangenen sieben Spielen hat der FCA 19 Zähler gewonnen. Nur Tabellenführer Servette kommt auf die gleiche Anzahl Punkte in dieser Phase, alle anderen Teams waren schlechter.

Kommt die Winterpause zum guten oder schlechten Zeitpunkt? Die Meinungen im FCA-Lager sind geteilt. Stefan Maierhofer sagt: „Am liebsten würde ich weiterspielen, schade dass wir jetzt durch die Pause gebremst werden.“ Elsad Zverotic meint: „Gut, dass es jetzt eine Pause gibt. Es war ein turbulentes Halbjahr. Wir wissen jetzt, zu was wir fähig sind. Diesen Elan müssen wir von Anfang an auch in der Rückrunde an den Tag legen.“

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: